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Dienstag, 28. September 2010

Ocho Rios

Am 25. September fuhr ich in Richtung Ocho Rios. Ich hatte mich ein weiteres Mal fuer ein guenstiges Haus von Oliver entschieden. Es war mit US$20 pro Nacht etwas teurer, jedoch hatte ich schon vorher viel Gutes gehoert. Die "Villa Sake" befindet sich nicht direkt in Ocho Rios, sondern ca. 10 km oestlich, nahe der Stadt Oracabessa. Ich liess mich am Flughafen vom Busfahrer absetzen. Ich haette nicht auf die Leute vertrauen sollen, die genau vor dem Eingang standen und ich sie nach dem Weg fragte. Ich lief die Strasse in die Richtung entlang, in die sie zuvor zeigten. Meine Tuete mit Lebensmittel fuer die naechsten Tage rissen immer weiter auf und die Sonne brannte. Das Haus kam einfach nicht. Nur langsam freute ich mich mit dem Gedanken an, dass ich den ganzen Weg wieder zurueck laufen muss. Aber wenn ich es genau wuesste, dass die Villa dort befand?!? Also entschied ich mich fuer ein Taxi. Auf der Wegbeschreibung von Oliver stand nur: "vor dem Flughafen". Es kommt auf die Betrachtungsweis an. Wir fanden die Villa schnell. Die erste Huerde war also ueberstanden. Nun musste ich den Schluessel finden. Auf dem Zettel fand ich den Hinweis, dass er sich unter einem Stein, unter dem Mandelbaum befindet. Doch welcher Mandelbaum? Hier standen mehrere Mandelbaeume herum. Ich guckte unter so vielen Steinen und fand den Schluessel einfach nicht. Erst als ich den Radius erweiterte, fand ich schliesslich den Schluessel. Gespannt oeffnete ich die Tuer und war sofort vom Haus begeistert. Es mueffelte etwas streng, aber die Lage und die schoene Terrasse, mit dem Blick auf das karibische Meer, waren traumhaft. Als letzte Huerde musste ich den Strom einschalten. Dazu hatte ich keine Anweisung erhalten. Ich fand den Stromkasten und probierte viele Schalter aus. Es funktionierte einfach nicht. Im Kuehlschrank befand sich eine intakte ueberlebensfaehige Kultur. In diesem Augenblick kam ein franzoesisches Paerchen und gleich danach zwei Frauen aus Schweden herein. Nach einigen Telefonaten funktionierte aufeinmal der Strom. Das Bier, der Rum und natuerlich die gekauften Lebensmittel konnte ich nun endlich in den Kuehlschrank stellen. Viel passiert ist an diesem Abend nicht. Ich kam nicht von der Terrasse fort. Der Augenblick war zum Verweilen und zum Traeumen. Bis weit nach Mitternacht sass ich hier und quatschte. In der Nacht zog ein Gewitter ueber das Haus und es blitzte um mich herum. Ein strahlender blauer Himmel und die Sonne weckten mich am Morgen. Zum Fruehstueck ueberraschte uns Oliver. Er wollte nach dem Rechten gucken und natuerlich Geld eintreiben. So schnell wie er aus Kingston gekommen war, so schnell verschwand er auch wieder. Die beiden schwedischen Frauen checkten am Morgen aus und zogen weiter nach Osten. Nun war ich mit dem franzoesischen Paerchen alleine hier. Sie hatten ein Mietwagen und fuhren zu irgendwelchen Straenden. Gerne waere ich mitgekommen, hatte aber den Morgen vertroedelt und musste dadurch alleine die Straende entdecken. Das Meer direkt vor dem Haus sah einladend aus. Es war aber zu gefaehrliche. Die starken Stroemungen haetten einen auf's offene Meer getrieben. Rundherum war alles Privatbesitz. Ich hatte keine Moeglichkeit, an einen Strand zu kommen. Oliver empfahl mir ein Hotel in der Naehe, vor dem ich schwimmen gehen darf. Also lief ich erst die Strasse entlang und dann weiter am Strand. Auch diese Straende sehen nicht freizugaenglich aus. Jedoch hatte ich zuvor um Erlaubnis gefragt. Ich stiess auf eine Gruppe von Jugendlichen. Das Gespraech verlief ganz nett, aber nur, weil ich Deutscher bin. Der eine von der Gruppe hat eine deutsche Freundin und liebt deshalb das ganze Land Deutschland. Angst hatte ich keine. Der eine fragte mich um Geld. Meine Standardanwort schnellte zurueck, dass ich zum Strand niemals Geld oder andere Wertsachen mitnehme, dass doch klar sei. "Er ist Deutscher, ihn fragen wir nicht nach Geld!", meinte der Deutschliebende. Geschickt versuchte ich mich zu verabschieden. Doch es klappte nicht recht. Nun bekam ich schon Frauen und etwas zu rauchen angeboten. Nun musste ich aber gehen. Das naechste Grundstueck war ein Hotel. Hinein kam ich nicht. Ein Security-Mann hielt mich zurueck. Das teuerste Hotel der Stadt. Die Nacht kostet ca. US$2000. Da ich das Hotel nicht gefunden habe, ging ich wieder zurueck zum Haus. Nun lief ich die andere Richtung der Strasse vom Haus entlang. Nach einigen Kilometern kam ich an einem schoenen Lookout mit Blick auf eine Bucht vorbei.
Jedoch fuehrte kein oeffentlicher Weg hinab. Es waren alles Privathaeuser. Doch dann entdeckte ich ein altes, nicht mehr in Betrieb bestehendes Hotel. Der Security-Mann erlaubte mir den Zugang zum Beach. Darum lief ich durch das Geisterhotel, in dem noch ein Bingospiel auf dem Tisch steht und die Buchstaben von der Wand an der Rezeption herabfielen. Ich lief weiter zum Strand und sprang ins Meer. Den Abend verbrachte ich gemuetlich im Haus mit Lesen und Schreiben. Der dritte Tag waere ein guter Tag zum auschecken gewesen. Es war bewoelkt und zum Strand war es zu weit entfernt. Ich hatte aber zuvor bei Oliver fuer drei Naechte bezahlt. Die Franzosen sind am Morgen abgereist. Nun hatte ich erneut ein Haus alleine. Ich chillte auf der Terrasse und abends setzte ich mich vor den Fernseher. Fruehzeitig stand ich am naechsten Morgen auf und machte mich auf den Weg nach Negril.

Samstag, 25. September 2010

Port Antonio

Am Morgen des 21. Septembers verliess ich New Castle (Blue Mountain) und fuhr nach Port Antonio, an der Karibikkueste, im Nordosten von Jamaika. Der schnellste Weg waere auf direktem Wege nach Norden, also durchs Gebirge, gewesen. Jedoch fahren keine Busse oder Routetaxis. Ein Taxifahrer bot mir an, fuer US$50 mich nach Port Antonio zu bringen. Das war mir eindeutig zu teuer und beschloss notfalls, zur Nordkueste zu trampen. Nachdem ich ueber 30 Minuten gewartet hatte, aenderte ich meinen Plan und beschloss, dass erste Auto zu nehmen, dass fuer mich anhaelt. Die Richtung war mir nun egal. Hauptsache weg hier. Wie der Zufall es wollte, nahmen mich zwei Jamaikaner auf ihrem Pickup nach Kingston mit. Sie liessen mich vor den Routetaxis raus, die mich zum Half-Way-Tree-Busterminal brachten. Sofort bekam ich einen der letzten Plaetze im Minibus, der mich nach Port Antonio brachte. Das Gefuehl in mir, dass Meer zu sehen, war unbeschreiblich. Mit breitem Grinsen im Gesicht genoss ich die Fahrt. Kaum angekommen, wurde ich schon zugetextet. Ich sollte auf jemanden warten und dann in ein fremdes Auto steigen. Ich liess mich erneut nicht beirren. Von Kingston aus hatte ich beschlossen, ein weiteres Haus von Oliver in Anspruch zu nehmen. Er ueberliess mir sein Haus fuer US$10 die Nacht. Da niemand anders hier war, hatte ich eben mein eigenes Haus auf Jamaika. Und das fuer gerade mal US$10. Das klingt so unglaublich, wie der Werbesatz: "Enjoy Quickly".Und ich dachte immer, dass Jamaika teuer waere. War es auch, doch ich hatte Glueck das Oliver mir einen guten Preis anbot. Schliesslich fand ich die "Villa Barcelona", die sich nur 5 Minuten vom Busterminal befand. Der Nachbar und Hausaufpasser zeigte mir das Haus und liess mich dann alleine zurueck. Ich ruhte mich nach der langen Fahrt erstmal aus. Lange verweilen konnte ich nicht, da ich den Nachmittag nutzen wollte. Aber so richtig kam ich nicht voran. So viele Jamaikaner wollten mir mir sprechen und mir irgendwelche Gefallen tun. Naja?!? Ich kaufte auf dem Marktplatz Fisch, Curry, Kokonussmilch und Gemuese. Daraus machte ich mir ein leckeres Essen. Draussen, vor dem Fenster, regnete es ununterbrochen. Regen, Regen und Regen. Die ganze Nacht und den ganzen naechsten Tag regnete es. Ich blieb im Haus und chillte. Am spaeten Nachmittag unterbrach der Regen, so dass ich einige Besorgungen unternehmen konnte. Lange waehrte nicht der Frieden. Genaesst kam ich wieder zurueck. Am Morgen des dritten Tages schien die Sonne und die Regenwolken waren verschwunden. Ich beschloss, zum Strand zu fahren. Die Straende in Port Antonio sind zu vernachlaessigen, aber rund um der Stadt sind schoene Straende zu finden. Ich setzte mich in den Bus zur Boston Bay. Der Fahrer fuhr an der Bucht vorbei und sagte mir nicht Bescheid. Irgendwann auf der Fahrt erblickte ich einen tollen Strand, mit dem Namen "Long Bay". Toll war er schon, jedoch erfuhr ich erst jetzt, dass ich einen langen Weg zurueck zur Boston Bay haben werde. Doch zuvor wollte ich die Kulisse geniessen.
Ein Mann "biss" mir mein rechtes Ohr ab. Kaum war ich geflohen, kam schon der naechste auf mich zu. Also nichts wie weg. Wieder einmal durfte ich auf einem Ladeflaeche eines Pickups springen. Sie fuhren aber nur rund 2 Kilometer und hielten direkt an einer Bushaltestelle. Von hier aus wollte ich eigentlich laufen, aber ich bekam ein guenstiges Taxi. Erschrocken guckte ich auf die Strasse und realisierte, dass es zu Fuss Stunden gedauert haette. Endlich an der Boston Bay angekommen, war ich sofort vom tuerkisen Wasser fasziniert. Nach wenigen Sekunden wurde ich aus dem Traeumen gerissen. Diesmal kaute ein anderer Mann an meinem anderen Ohr. Es war der Surfbrettverleiher und wollte mir fuer US$20 die Stunde ein Brett verleihen. In Lateinamerika kostete der Ausleihtag ab US$10!!! Ich handelte ihn auf US$12 fuer 2 Stunden herunter. Mit meinem Geld verschwand er sein Haus, in dem viele junge Jamaikaner Karten um Geld spielten. Zu dem roch es stark nach Heilkraeutern. Mit vollem Elan und Energie gleitete ich ueber und unter die Wellen. Wenn ich mich aufs Board legte, kippte es jedesmal um. Das Board hatte keine Balance und die Ursache war wahrscheinlich die defekte Stelle, an denen Luftblasen aufstiegen. Das Innere vom Surfbrett hatte sich mit Wasser vollgezogen und war dadurch unbrauchbar geworden. Ich versuchte es noch ein paar Mal und gab dann auf. Ich haette Mal lieber auf mein Gefuehl hoeren sollen, anstatt auf: "Es wird schon klappen!". Ich hatte ja nur US$ 12 bezahlt und war nicht mal darueber veraergert. Mit dem Routetaxi ging es wieder zurueck nach Port Antonio. Nach einer wohltuenden Dusche ging ich in der Stadt spazieren. Die jungen Jamaikaner sehen alle so gefaehrlich aus, aber eigentlich sind sie, so weit ich es beurteilen kann, sehr nett und wollen nur etwas Geld verdienen. Angstfei und laecheln bewegte ich mich durch die Strassen und Gassen und werde immer wieder zum Haendeschuetteln eingeladen, Worte wie "Respekt, Freedom etc. " kamen immer aus dem Mund vom Gegenueber. Im Haus wieder angekommen, langweilte ich mich. Der Fernseher funktionierte nicht mehr und das Radioprogramm nervte. Der Radiomoderator drehte staendig waehrend der Songs die Lautstaerke hoch und runter, sagte etwas oder sang die unterdrueckte Songzeile selber. Nach 3 Naechten hatte ich genug. Ich zog weiter und nahm dazu mehrere Busse und Taxen zur Stadt "Ocho Rios".

Montag, 13. September 2010

Puerto Escondido

Am 8. September um 7 Uhr morgens erreichte ich den Busbahnhof von Puerto Escondido. Die Stadt, direkt am Pazifik liegend, lockt Surfer und Sonnenhungrigen an. So auch mich. Die Busfahrt von Oaxaca aus war der Horror. Die Busfahrtgeschichten dazu sind wahr. Die Strecke ist gefaehrlich kurvenreich, so dass ich mir einen Sitzplatz in der ersten Reihe genommen habe. Eigentlich ging alles gut, bis ein Mann mitten in der Nacht den Bus betrat und sich genau neben mich setzte. Er hatte in ekliges suesses Parfuem aufgetragen, so dass ich nicht mehr ohne Wuergreiz atmen konnte. Ich kotzte mir sie Seele aus dem Leib und machte ihm klar, dass er verdammt nochmal stinkt. Ich hielt mir die Nase zu, damit ich mich beruhigen konnte. Nach einm Busstop, blockierte ich beide Sitze, stellte mich schlafend und zwang dadurch Stinky zum Platzwechsel. Ab jetzt konnte ich wieder frei atmen, trotz der vielen Kurven, und fiel in einen tiefen Schlaf. Am Busbahnhof nahm ich mir ein Taxi zur Cabañas Edda. Fuer 70 Pesos bekam ich eine einfache Holzhuette und ging sofort schlafen. Mittags erwachte ich und stellte fest, dass die Sonne schien und dass es recht warm ist. Nach Wochen durfe ich meine kurze Hose und die Flip Flops anziehen. Die letzten 10 Tage soll es nur geregnet haben und heute der erste sonnenreiche Tag ist. Welch ein Timing? Ich lief am Meer entlang und beobachtete die Surfer. Die hohen Wellen hier sind nichts fuer Anfaenger und am Nachbarstrand befinden sich weltklasse Wellen. Ich kaufte mir frischen Fisch am Meer und ging zu "Super Che".
Super Che ist ein Supermarkt mit Traumblick aufs Meer. Dort deckte ich mich mit Lebensmittel und Getraenke ein. Voll beladen lief ich den langen, aber schoenen Weg zureuck zum Hostel.Nachmittags wagte ich mich auch mal ins Wasser. Meterhohe Wellen knallten in sekundentakt auf meinen Koerper. Starke Unterwasserstroemungen zogen mich zur Seite. Die Kraefte, die auf mich wirkten, sind kam anzukaempfen. Ich blieb, jedenfalls versuchte ich es, in Ufernaehe. Zum Abschluss genoss ich den Sonnenuntergang.
Zum Abendbrot machte ich mir in der Kueche im Hostel meinen Fisch und chillte den Abend in der Haengematte, mit einer Flasche Corona Bier und einem Buch von Dostojewski. Am naechsten Morgen schlief ich lange aus und machte einen ruhigen Tag. Ich lief in Puerto Escondido umher und genoss lieber jetzt hier zu sein, als in der High Season, wenn alles voll ist. Am Busbahnhof kaufte ich mir fuer den naechsten Tag ein Busticket nach Ciudad de Mexico. Leider wird die Fahrt wieder ueber Oaxaca gehen. Darum sicherte ich mir fuer die kurvenreiche Fahrt wieder einen Sitz in der ersten Reihe. Abends verzog sich der Himmel und ich suchte mir in der Haengematte, unter dem Dach, Schutz vor dem Regen. Ein stahlender blauer Himmel begruesste mich am Morgen. Ich packte meinen Rucksack zusammen und begab mich nochmal an den Strand. Die letzte Gelegenheit liess ich mir nicht nehmen. Mein Bus nach Mexico City fuhr erst um 17:15 Uhr ab. Dadurch sass ich in der Zwickmuehle. Ich haette schon laengst auschecken muessen, aber wollte nicht irgendwo warten. Also machte ich mein Ding und checkte heimlich erst um 16 Uhr aus. Mit dem lokalen Bus fuhr ich zum Marktplatz und lief die 2 Blocks zum Busterminal. Relativ puenktlich kam der Reisebus. Mit 445 Pesos war er wirklich guenstig zu den bis zu 900 Pesos teuren Reisebusse. Die 18stundige Busfahrt ging los.

Dienstag, 24. August 2010

Tulum und die Maya Ruinen von Tulum

Am 20. August erreichte ich nach einer sehr langen Busfahrt meine erste mexikanische Stadt "Tulum". Die Stadt liegt an der karibischen See und ist auch fuer seinen Mayatempel beruehmt. Weit nach Sonnenuntergang stand ich am Busbahnhof und musste mich erstmal zurecht finden. Mit meinem Reisefuehrer bewaffnet suchte ich mir ein Backpacker-Hostel aus, dass mich aber nicht ansprach. Ich brauchte unbedingt Internet und wollte nicht im Internetcafé Stunden verbringen. Auf der Strasse traf ich Vicky, die ich in Belize kennengelernt habe. Sie gab mir den Tipp vom "Rancho Tranquilo" Hostel. Es liegt etwas ausserhalb der Stadt, jedoch war es um 21.30 Uhr das Beste, was ich jetzt bekommen konnte. Meine erste Nacht in Mexico wurde durch ein aelteres Paerchen sehr kurz. Da sie schon um 21.30 Uhr ins Bett gingen, standen sie schon um 7 Uhr auf und machten ohne Ruecksicht das Licht im Zimmer an. Durch die Zeitumstellung von Central America nach Mexico fuehlte ich das es gerade mal 6 Uhr morgens. war. Dementsprechend war ich den ganzen Tag kaputt und kam nicht los. Es regnete viel, so dass ich den Tag verquatschte bzw. mit Lesen und Schreiben verbrachte. Im Internet konnte ich viele Emails beantworten. Erst am Nachmittag verzogen sich die Regenwolken, so dass ich meinen Fuss doch mal vor die Tuer setzte. Ich ging in der Bank Geld holen und danach zum Supermarkt, um Lebensmittel einzukaufen. Abens kochte ich mir mein Abendbrot, weil es in den Restaurants einfach zu teuer ist. Ausserdem ist es schwierig, vegetarisches Essen zu finden. Am naechsten Morgen stand ich fruehzeitig auf. Es scheint ein schoener, vor allem aber heisser, Tag zu werden. Nach einem Fruehstueck im Hostel ging ich zum Busbahnhof und nahm einen Bus zu den Maya-Ruinen von Tulum. Man geht davon aus, dass diese Stadt von ca. 1200 bis 1521 sehr wichtig war. Die Ruinen befinden sich direkt am Karibischen Meer. Vor dem Eingang sammelten sich mehrere Touristengruppen. Ich beeilte mich, damit ich noch vorher mein Ticket kaufen kann. Im Spiessrutenlauf schlengelte ich mich zwischen den vielen weiteren Touristengruppen. Nur selten hatte ich mal eine Chance, ein Foto ohne Touristen zu machen. Die Szenerie am tuerkisen Meer ist einach nur toll. Ich fand einen Weg ausserhalb vom Gelaende, zum Meer. Dort machte ich einige schoene Fotos mit dem Stativ.
Als ich wieder zurueck auf dem Gelaende war, wiess mich ein Guide hin, dass es verboten sei, ein Stativ zu benutzen. Ich wusste nun Bescheid und ging weiter. Gerade als ich fuer ein Paerchen ein Foto machte, kam ein anderer Mann wuetend auf mich zu und warf mich vom Gelaende. Der Guide hatte naemlich gemeldet, dass ich angeblich Fotos mit einem Stativ mache. Stative sind, wie schon gesagt, ausdruecklich verboten!!! In El Salvador wiesen grosse Schilder hin, dass Waffen verboten sind, aber Stative?!?Ich versuchte ruhig zu bleiben und meinte zu ihm, dass sie mir dann mein Eintrittsgeld geben sollen und ich dann ohne Probleme verschwinde. Ich wollte sowieso lieber zum Strand baden gehen. Am Eingang zurueck bekam ich kein Geld zurueck. Zureuck aufs Gelaende durfte ich nun auch nicht mehr. Die Stimmung heizte sich immer weiter auf. Auf einem kleinen Schild am Eingang wird hingewiesen, dass "professionelle Ausruestung" und "der Gebrauch von Staitven" eine Erlaubnis benoetigen. Ich habe es verstanden, dass das benutzen von Stativen verboten ist. Ich hatte mein Billig-Stativ schon laengst eingepackt. Sie wollten mich aber perdu nicht mehr mit einem Stativ im Ruecksack reinlassen. Es ist ein US$5 schrottreifes Stativ aus Bolivien. Sie boten mir an, dass ich das Stativ am Eingang abgeben darf. Da jedoch der Besitz, laut Hinweistafel, nicht verboten ist und ich nicht ca. 2 km bei dieses Hitze laufen wollte, um es spaeter wieder abzuhoen (Ausgang befand sich ca. 1 km vom Eingang und wieder zurueck), bestand ich auf Erstattung des Geldes oder den Zugang zum Gelaende. Inzwischen redeten immer mehr Angestellte auf mich ein, liessen mich aber nicht aussprechen und sagten mir, dass ich die Regeln respektieren soll. Nochmal, das Stativ war schon lange eingepackt. Ich versprach mehrmals die Regel einzuhalten. Nichts half. Der Besitz von Waffen und Bomben war hingegen erlaubt?!? Der Petzenguide kam nun hinzu und sagte schmierig: "Ich habe es Dir doch gesagt, dass das Benutzen von Stativen verboten ist!". Wieder versuchte ich zu sagen, dass ich es nicht benutzt habe. Er liess mich einfach nicht ausprechen und ging fort. Der kleine Boss behauptete nun auch, dass er mich dabei erwischt habe. Inzwischen kam der grosse Boss hinzu und alle drohten nun mit der Polizei und dass ich dann ins Gefaengnis komme. Nun komme ich sogar des Besitzes eines Statives wegen ins Gefaengnis. Mir ging das alles zu weit. Ich wollte doch einfach nur den schoenen Tag geniessen. Also ging ich fort und verzichtete auf das Highlight von Tulum. Der Weg zum Strand fuehrte am Ausgang vorbei. Ein Mann mit Walky Talky sass im Baum versteckt und beobachtete mich. Da wusste ich, dass er eine Anweisung erhalten hat. Als ich zum Richtung Ausgang lief, stand er aufgeregt auf. Ich ging auf ihn zu und fragte ihn nach dem Weg zum Strand, obwohl ich den Weg kannte. Kaum war ich wenige Schritte entfernt, da sagte er eine Nachricht mit dem Walky Talky durch. Es war wirklich wie im Kindergarten. Entlohnt wurde ich fuer alles am Strand. Weisser Strand mit tuerkisem Wasser. Ich fuehlte mich wie im Paradies. Genau das habe ich gesucht und gebraucht. Ich hatte einen einsamen Platz am Ende des Strands. Meine Neugier trieb mich, die Felsen am Meer langzulaufen. Somit fand ich einen legalen Weg zu den Ruinen Tulum. Ich war wohl nicht der Erste, der den kostenlosen Weg aufs Gelaende gefunden hat. Ich wollte es aber nicht uebertreiben und blieb lieber fern. Ich machte nur einige Fotos.Am unmittelbaren Strand, an den Ruinen, tummelten sich dutzende Touristen. Wie kann man soetwas schoen finden? Ich lief den Weg wieder zurueck und genoss einige Stunden am Strand und im Wasser. Am Nachmittag lief ich den Strand einfach mal nach Sueden. Je weiter ich kam, um so voller wurde der Strand. Die Hostels und Hotelanlagen hatten alle so klangvolle Namen wie "Paradiso", jedoch konnte ich kein Paradies-Feeling spuehren. Ueberall sonnten sich die Pauschaltouristen und tranken US$5 Cocktails. Auf der Hauptstrasse zurueck, bekam ich gerade noch so den Bus zurueck nach Tulum. Im Hostel war Totenstille. Darum nutzte ich die Gunst der Stunde und arbeitete viel am Computer. Erschrocken habe ich mich, als ich im Internet lass, dass heute, am 21. August, Christoph Schlingensief gestorben ist. Ich habe mit ihm in der Volksbuehne Berlin gearbeitet und haette beinahe in einem Stueck von ihm mitgewirkt. Je mehr Stuecke ich von ihm gesehen habe, um so negativer wurde meine persoenliche Meinung im Laufe der Jahre. Ueber Tote soll man ja nicht negativ sprechen. Darum sind die Zeitungen voll mit Lobigungen. Weil der Tag am Strand so schoen war, wollte ich unbedingt am naechsten Morgen nochmal hin. Ich ging wieder nach dem Fruehstueck zum Busbahnhof. Jedoch an diesem Sonntag fuhren wohl nicht so viele Busse. Ich musste 90 Minuten auf den Bus warten, der mich die 3-4 km gefahren haette. Die Collectivo-Fahrer verlangten einen 2,5fach hoeheren Fahrtpreis, so dass ich die letzten 30 Minuten auch noch warten konnte. Wenn ich es vorher gewusst haette, dann haette ich wohl eine andere Entscheidung getroffen. Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, dass alles im Leben einen Sinn hat und dass es vielleicht besser waere, nicht nochmal zum Strand zu fahren. Und so war es dann auch. Nach dem langen Fussmarsch zum Strand war ich enttaeuscht. Der weisse Sandstrand vom Vortag hatte sich in eine Muellkippe verwandelt. Ueberall lag Plastikmuell rum. Ebenfalls im Meer. Ich schwam etwas zwischen Oelkanistern, Folien und all dem anderen Plastikmuell. Lange hielt es mich nicht und ich fuhr nach wenigen Stunden wieder zurueck zum Hostel. Ich setzte mich erneut fuer viele Stunden an den Computer und schrieb hauptsaechlich am Blog. Durch einen Bekannte bekam ich den Reisetipp, zur Insel Holbox zu fahren. Noerdlich von der Insel kann man zur Zeit Whale Sharks sehen. Der Touranbieter bietet 100%ige Geldzurueckgabe, wenn man keine Whale Sharks zu Gesicht bekommt. Ich habe am Nachmittag eine Reservierungs-E-Mail geschrieben. Sonntags Nacht bekam ich gluecklicherweise eine schnelle Antwort, dass es fuer die naechste Woche keine freie Plaetze mehr gibt. Somit muss ich nicht den weiten Weg nach Norden machen. Dummerweise hatte ich mir aber zuvor zwei Bustickets gekauft. Umtauschen konnte ich es nicht. Also ging ich am Morgen fruehzeitig zum Busbahnhof und wartete auf Leute, die nach Cancun fahren wollten oder sogar auf die Insel Holbox. So frueh am Morgen wollte wirklich kein Backpacker starten. Als ich fast soweit war zu gehen, stoppte ein Taxi direkt vor dem Busterminal. Ein Paerchen wollte, welch ein Glueck, heute morgen nach Holbox reisen. Somit konnte ich ihnen mein Busticket, natuerlich mit Discount, verkaufen. Ich hatte beschlossen nun nach Mérida zu fahren. Ich hatte nur noch eine Stunde Zeit, um zu fruehstuecken, meine restlichen Sachen zu verstauen und erneut zum Busbahnhof zu laufen. Im Eiltempo habe ich alles noch geschafft und betrat rechtzeitig die Halle im Busterminal.

Donnerstag, 10. Juni 2010

León Ausflug zum Strand "Las Peñitas"

Die Nacht und den Morgen ueber hatte es am 4. Juni geregnet. Ich wusste nicht so recht, was ich machen soll. Ich kam nicht in Gang. Vielleicht war es auch mal ganz gut, den ganzen Tag mit einem Buch zu verbringen. Fuer mich war das eine neue Erfahrung. Wie kam man nur den ganzen Tag mit Lesen verbringen? Das fragte ich mich oft. Ich wusste eben noch nicht, was fuer Buecher mich interessieren. Die Wuestenblume und "Ich war Kindersoldat" hatte ich gerade verschlungen, da kam mir die naechste Lebensgeschichte in die Haende. Gerade erst davon gehoert und dann im Bookexchange im Hostel gefunden: "Abenteuer Urwald" von Ruediger Nehberg. Es hatte aufgehoert zu regnen und der Himmel war grau. Inzwischen war es schon Mittag und fuer lange Ausfluege zu weit. Darum beschloss ich, zum Pazifikstrand nach "Las Peñitas" (gesprochen: Las Panjitas) zu fahren. Dazu musste ich 7 Blocks zum kleinen Busbahnhof laufen. Wie auf Knopfdruck fing es auch schon wieder an zu regnen. Ich liess mich nicht beirren und lief die letzten Bloecke zum Bus. Kaum hatte ich meinen Sitz eingenommen, kam ein Regenguss herunter. Je naeher wir nach Westen fuhren, um so freundlicher wirkte das Wetter. Der Himmel klarte auf und die Sonne kam zum Vorschein. "Las Peñitas" ist neben dem Strandabenteuer auch der Eingang zum "Reserva Natural Isla Juan Venado". Erst im Bus lass ich mir im Lonely Planet die Bedingungen durch. Der Besuch ist nur mit einem Boot zu US$50 moeglich. Da ich auch nicht so viel Gled dabei hatte, fiel meine Entscheidung blitzschnell. Auch fuer US$30 haette ich ebenfalls den Tag lieber am Meer verbracht. Ich lief bei Ebbe ein wenig in der Bucht umher. Assfresser Voegel machten sich ueber Fische, einen Stingray und ueber einen Baby Hammerhai her. Bei so viel Fressen und Gefressen werden Feeling freute ich mich viel mehr ueber die kleinen Wasserschildkroeten im Wasser. Ich war wirklich enttaeuscht. Ich hatte mir den Ort interessanter vorgestellt.
Als ich noch die abgemagerte Hundemutter sah,...
...waere ich am liebsten sofort zureuck nach León gefahren. Dann beschloss ich zum Strand zu laufen und dort an einer gemuetlichen Stelle, weiter in meinem Buch zu lesen.
Ich setzte mich auf einen grossen Stein, direkt am Wasser, und began zu lesen.Als ich mich von den Zeilen loesen konnte, blickte ich auf und guckte 270 Grad umher.
In meinem Koerper fiel Anspannung, von der ich nicht gewusst habe, und merkte, wie ich aufwachte. Ein zufriedenes Gefuehl kroch durch meine Adern und Venen. Der Wind bliess mir um die Ohren. Und der Himmel verwandelte sich in ein Schauspiel, das ich nicht auf einem Foto wiedergeben kann. Auf der Hinfahrt hatte ich im Bus 2 Leute kennengelernt. Diese traf ich in spaeter in einem Restaurant wieder. Von der Terrasse aus, chillte ich den Nachmittag ueber. Meine Badesachen hatte ich im Hostel gelassen, da ich nicht wusste, dass man diese im Restaurant verstauen kann. Waehend die beiden anderen surften und schwammen, genoss ich den Ausblick aufs Meer.
Am Nachmittag wollten wir drei gerade den stuendlichen Bus zurueck nach León nehmen, als uns der Typ vom Restaurant fragte, ob wir denn nicht auf seinem Pickup mit nach Leon wollten. Da sagten wir sofort ja und ab ging die Fahrt. Die Fahrt gab uns so eine Art von Freiheit und Leichtigkeit. Die Sonne strahlte und die Leute am Strassenrand winkten uns zu. Um uns herum erblickte ich viele Vulkane. Die Felder waren durch die Regenzeit alle so schoen gruen.