Am 22. Dezember hatte es mich nach fast 2 Jahren nun auch erwischt. Ich bekam zwei falsche 100 Soles Gedscheine ausgehaendigt. Zuvor habe ich immer nur Geschichten gehoert. 200 Soles sind umgerechnet 50 Euro, die in Peru einen Gegenwert von ueber 500 Euro haben. Denn fuer 50 Euro koennte ich zum Beispiel ueber 2 Wochen in einem Hostel schlafen. Im Internet lass ich Sprueche von: "Grundsätzlich gilt die Devise: "Wer sich eine Blüte andrehen lässt ist selber schuld!"" Darueber aergere ich mich, da es nicht (immer) stimmt. Was ist aber, wenn man die Blueten von der Bank bekommt??? Zuvor hoerte ich oft, dass es unmoeglich sei, da alle Scheine geprueft werden. Trotzdem hoerte ich immer wieder die anderen Geschichten, dass der ATM die Falschscheine ausspuckte. Das Unmoegliche ist nun mit mir passiert. Ich hob bei der Scotiabank Geld ab, da es bei allen anderen Banken ein niedriges Tageslimit gab. 

Bei Mehrfachabhebung wuerden die Gebuehren unverhaeltnismaessig hoch sein und das Risiko wuerde bestehen, dass die meine Bank wegen Bankkartenbetrugsverdacht die Karte sperrt. Das ist zwei Bekannten passiert. Im Nachhinein haette ich lieber die hohen Gebuehren bezahlt. Selbstverstaendlich ging ich sofort in die Scotiabank hinein und verlangte den Umtausch der Geldscheine. Felsenfest wollten die Angestellte mir die ganze Zeit klar machen, dass es unmoeglich sei. Es sei noch nie vorgekommen und alle Geldscheine werden markiert. Es stimmte, doch ausgerechnet meine beiden Scheine hatten keine Markierung. So doof sind die Leute auch nicht und markieren die Blueten. Dann wuerde der Verdacht auf sie zurueckfallen. Der Auffueller der ATMs, Prosegur, oder die Leute von der Geldtransportfirma mischen absichtlich Falschgeld unter. 

Die Chefin lachte mich einfach nur aus. Fuer ihr doofes Grinsen haette ich ihr gerne... Aber ich habe keine Chance. Bei der Polizei holte ich mir meine Vermutung, dass es einfach nichts bringt. "Die Banken sind fuer Falschgeld nicht verantwortlich zu machen." In Zukunft kann man nur noch mit Begleitung eines Polizisten oder eines Bankangestellten Geld vom Automat holen. In meinem Hostel sagte mir der Boss, dass immer wieder Backpacker ihr Leid klagen und erzaehlen, dass sie Falschgeld aus dem ATM bekamen. In der Unterhaltung kam eine Australierin hinzu und sagte mir, dass sie auch Falschgeld bekam. Auch sie bekam das Falschgeld von der Scotiabank. Die Bank soll eigentlich einen guten Ruf haben. Aber warum erwischt es immer wieder Backpackern. Die Bankangestellten versuchten mir weiss zu machen, dass mir jemand die Scheine untergejubelt hatte. Wie denn bitte schoen? Der einzige Kampf gegen die Bangster ist es, sie oeffentlich zu brandmarken. Sei es bei der Deutschen Botschaft zum Beispiel in Lima oder bei Reisefuerern, wie Lonely Planet, Stefan Loose, Michael Mueller, Polyglott und wie sie alle heissen. Inzwischen habe ich erneut Geld bei der Scotiabank holen muessen. Aber diesmal bat ich einen Angestellten sofort nach dem Abheben, die Geldscheine zu ueberpruefen. Diesmal ging alles gut. Damals in Bolvien hatte ich mir einen grossen Batzen US Dollar am Automaten geholt. Den allerletzten 100 Dollarschein wollte ich mir aufheben. Nun musste ich feststellen, dass auch dieser eine Bluete ist. Mein Schaden durch Papiergeld aus Bankautomaten belaeuft sich nun auf US$170. Es bleibt abzuwarten... Nein, natuerlich nicht, da ich nun wirklich nur noch Geld in Begleitung eines Bankangestellten holen werde.

Der Titicaca-See ist der höchstgelegene See der Erde. Er liegt auf einer Höhe von 3.810 m über dem Meeresspiegel, ist 194 km lang und 65 km breit und hat eine maximale Tiefe von 365 m. Mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometern passt der Bodensee etwa 15 Mal hinein. Titicaca bedeutet zu deutsch: "Grosse graue Katze". Wenn man einen grossen Schluck aus der Flasche nimmt, dann erkennt man, wenn man das Satelietenfoto auf den Kopf stellt, eine Katze.

Auf der Sonneninsel angekommen,...
...wurde ich gleich von den Eintrittsgeldsammler in Empfang genommen. Nach einem Fruehstueck machte ich mich auf den Weg auf. Ein weisser Hund wich mir nicht mehr von der Stelle und wurde mein treuer suesser Begleiter.
...auf die Wiese zu fuehren. Es war ein wunderschoener Tag, obwohl es noch am Morgen bewoelkt war und etwas geregnet hatte. Deshalb schleppte ich einen Regenjacke mit mir rum, umwohl die Sonne brannte.
Die Insellandschaft und das leuchtende dunkelblaue Wasser sahen phaenomenal aus.




...beschloss ich ab und zu Parallelwege zu nehmen. Wie erhofft, sah ich Dinge, die ich sehen wollte, wie die vielen schoenen Kakteenblueten...
...und Dinge, die ich nicht sehen wollte. Hinter einem Huegel versteckten sie Plastikflaschen, die sie mit Steinen beschwerten.
Auf den Bergwiesen sah ich viele Schafsherden, die ganz gemuetlich grasten, wenn mein Hund sie nicht immer verjagt haette.
Es gibt im deutschen das Sprichwort mit dem schwarzen Schaf der Familie. Mit war die Realitaet noch nie so bewusst geworden. In fast jeder Schafsherde auf der Sonneninsel gab es ein schwarzes Schaf.
Inzwischen kamen mir die ganzen Touristengruppen entgegen gelaufen. Da wusste ich, dass ich eine gute Wahl getroffen hatte. Mit einem Grinsen im Gesicht liefen wir den Weg immer weiter zu den alten Inka Ruinen. Wie erhofft, waren alle Touristen verschwunden und ich konnte mir den heiligen Ort alleine anschauen.
Als ich dann noch ein Panoramafoto machen wollte,...
...sah ich eine Gruppe, die auf den heiligen Ruinen rumspazierten. 


Ueberall wurden neue Touristengebaeude gebaut. Trotzdem schien fast alles geschlossen zu sein. Mit Unterstuetzung fand ich ein kleines Hostel. Nach einer kurzen Rast, machte ich mich nochmal auf. Ich wollte, wenn ich mich schon auf der Sonneninsel befinde, den Sonnenuntergang sehen. Dazu kletterte ich einfach den Felsen hinter dem Dorf hoch und ging mit dem Kompass in der Hand in Richtung Westen. Im Osten sah ich die Wolken behangenen Schneeberge...
Am naechsten Morgen weckten mich um 7 Uhr mehrere Hotelgaeste, die sich genau vor meiner Tuer unterhielten. Ich wollte eigentlich ausschlafen, lecker Fruehstuecken gehen und dann die Faehre gegen Mittag zurueck zum Festland nehmen. Als ich den Regenhimmel entdeckte, entschied ich mich schnell um und nahm die erste Faehre, die um 8 Uhr startete. Nach einem nachgeholten Fruehstueck auf dem Festland ging ich etwas in der Stadt umher. In Copacabana steht eine gewaltige beruehmte Basilika,...


1583 wurde die Jungfrau aus Holz geschnitzt...
...und die 1605 beschlossene Unterkunft wurde 1820 fertig gestellt. Im Jahre 1925 wurde die Barbiepuppe vom Vatikan heilig gesprochen.
Genau vor dem Eingang der Basilika findet fast taeglich die Cha'lla statt. 














Und zum Schluss noch etwas Geschichte. Von 1879 bis 1884 gab es im Dreilaendereck Chile, Bolivien und Peru den sogenannten Salpeterkrieg. In der Atacamaregion hatten alle 3 Laender Territoriumansprueche und waren gierig nach dem wertvollen Rohstoff Salpeter. Bolivien verstoss gegen das Abkommen mit Chile, keine Steuern auf den Abbau von Salpeter zu erheben. Somit startete Chile den Krieg gegen Bolivien und dann auch noch gegen Peru, da ein Buendnisabkommen zwischen Bolivien und Peru gab. Zum Schluss gewann Chile den Krieg und verlagerte die Staatsgrenze weit nach Norden. Bolivien verlor seinen Zugang zum Meer und Peru den suedlichen Teil. Die ganze Geschichte kann man 