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Freitag, 13. Juni 2008

Phnom Penh mit Fotos

Am 8. Juni kam ich mit dem Bus in Phnom Penh an. Phnom Penh war fuer mich ein Meilenstein. Eine Stadt mit ganz viel Historie. Leider klebt ganz viel Blut in der Stadt, aus der Zeit der Roten Khmer. Davon ist heute natuerlich nur noch wenig zu sehen. Einige Museen, wie das Tuol Sleng Prison Museum,...... halten die grauenhafte gaensehauterzeugene Geschichte fest. Mit dem Moto liess ich mich in die Innenstadt bringen. Schnell fand ich ein tolle Hotel. Ich bekam ein schoenes Zimmer mit Fernseher. Eigentlich braeuchte ich keinen Fernseher, aber zur Zeit lief im Fernsehen das NBA Basketballfinale, live aus den USA. In Deutschland kommt so etwas nicht. Auf dem Fernsehkanal Deutschen Welle kam auch noch die Dokomentation ueber Tamara Danz. Aber ich wollte ja nicht den ganzen Tag im Hotelzimmer verbringen. Ich lief in der Stadt umher und schaute mich auf den Maerkten um. In dieser Strasse gab es nur Geschaefte mit Motorradzubehoer. In einer anderen Strasse gab es nur Frisoere. Den einen habe ich dann auch mal ausprobiert. Die Verstaendigung war schlecht und der Haarschnitt sch***. Hotel befand ich nicht im Touristengebiet. Deshalb musste ich immer ein Moto nehmen oder laufen. Die Hinfahrt war immer ganz entspannend. Ich bezahlte meine 25 Dollarcent. Doch immer wenn ich zurueck wollte, verlangten die Fahrer zwischen 2 und 3 Dollar. Darum musste ich immer zuruecklaufen. Gesundheitlich war ich noch angeschlagen. Es ging mir immer noch nicht ganz gut. Trotzdem ging ich zum Sleng Prison Museum. Es war so schockierend und grausam. Wie konnte nur die Welt zusehen? An dieser Kreuzung gab es ein kleines Restaurant, in dem ich immer Fruehstueck gegessen habe. In einem Supermarkt fand ich nach Monaten wieder einmal Nutella. Diese brachte ich natuerlich mit und ass diese mit warmen Brot. Wenn es mal wieder regenete, sass ich eben etwas laenger drin.
Den Koenigspalast habe ich mir nicht angeschaut.Ich wollte keine US$6 bezahlen und mir dann die Reichtuemer anschauen. Interessant fand ich, dass ich eine Bibliothek gefunden habe. Unter der Herrschaft der Khmer Rouge wurden doch alle Buecher verbrannt.
Ich mochte Phnom Penh und verbrachte viel Zeit auf der Strasse und schaute mir die Leute an.
Mit einem Bus ging es dann am 12. Juni nach Saigon.


Sonntag, 8. Juni 2008

Sihanoukville

Am 1.6. erreichte ich Sihanoukville. Der alte Stadtname ist Kampong Som. Doch zu Ehren des Königs Norodom Sihanouks, der die Vietnamesen nach dem zweiten Weltkrieg aus dem Land vertrieb, wurde die Stadt nach ihm umbenannt. Sihanoukville ist für viele Kambodscha Touristen ein fester Bestandteil. Es gibt unzählig viele Strände am Meer, an denen man entweder ständig von Verkäufern angesprochen wird oder an denen man ungestört ganz alleine Baden kann. Sihanoukville wird immer mehr für den Tourismus ausgebaut. Bald, wenn noch mehr Hotelburgen gebauten werden, hat der Ort seinen Glanz verloren, den er meiner Meinung jetzt schon verloren hat, von denen alle schwärmen.
Desweiteren kommen viele Touristen in diesen Ort, weil man hier in der vietnamesischen Botschaft schnell und unkompliziert ein Visum für Vietnam beantragen kann. Mit dem Minivan angekommen, ließ ich mich von einem Motodriver überreden in das Chivas Shack Guesthouse einzuchecken. Es befand sich direkt am Meer und ist mit 2$ pro Nacht recht günstig.
Das Holzhaus hatte kleine muffige dunkle Zimmer, in denen man den Vormittag verschlafen kann. Leider befand sich das Guesthouse abgelegen, so dass ich versuchte, mir ein Fahrrad auszuleihen. Stundenlang bin ich rumgelaufen und fand schließlich ein Fahrrad mit dem ich die Stadt erkunden konnte. Ich wollte zum Marktplatz fahren und etwas zum Frühstück für den nächsten Tag einkaufen. Überall waren die Preise um 100% bis 200% teurer als in den anderen Städten. Beim Brotstand legte ich mich mit den Verkäufern an, die mich ungläubig anschauten. Dann kaufte eine Khmerfrau ein Brot zum überhöhten Preis. Etwas geschockt und peinlich gerührt mußte ich einsehen, dass wirklich alle Preise im Vergleich zu allen anderen Khmer- Städten doppelt so hoch waren. Mit dem Fahrrad fuhr ich noch ein wenig herum und verbrachte meine erste Nacht im Zimmer. Am nächsten Morgen war mein Brot verschwunden und es lag Rattenscheiße rum. Ich hatte die Brottüte mit einer Vorahnung am Moskitonetz befestigt. Die Ratte muß wohl die dünne Leine überklettert haben. Unglaublich raffiniert. Jedenfalls hatte ich kein Bestreben mehr, in diesem Guesthouse zu bleiben. Ich ging zu der Area, zu der ich schon von Anfang an wollte. Es befindet sich auf dem Telegraphenhügel mit einem schönen Blick auf den Sunset vom Zimmer aus.
Das Zimmer war mit 3$ nicht viel mehr teurer. Zudem gab es tolle günstige Restaurants. Etwas seltsam kamen mir die anderen Lokale schon vor. Die Eigentümer waren Franzosen mit vielen jungen aufreizenden Khmer Frauen. Ich befand mich mitten im Rotlichtmilieu. Na toll, holla die Waldfee! Am liebsten wollte ich hier schöne Tage verbringen und mal am Strand abschalten. Daraus wurde nichts, weil ich einige Meeresspezialitäten am Strand von den fliegenden Händlern gekauft hatte. Ich hatte mir eine ganz schlimme Lebensmittelvergiftung zugezogen. Im Delirium lag ich im Zimmer ganz alleine und ohne Fernseher. Ich wollte und konnte mich nicht weit weg vom Zimmer bewegen. Der kurze Ausflug zu den Geschäften war eine Tortour. Ich wußte aber, dass es lebensnotwendig war, etwas zu essen und viel zu trinken. Aus Laos hatte ich gelernt, unbedingt täglich eine Kokusnuss zu trinken, weil in ihr wichtige Nährstoffe drinstecken. Erst als ich nach mehreren Tagen ohne Besserung Antibiotika einnahm, ging es mir schlagartig besser. So langsam traute ich mich raus und verbrachte einige Stunden am Meer. An dem einen Strand war ein Haus, in das scheinbar ein Flugzeug reingestürzt war.
Nach 6 Tagen fühlte ich mich bereit, die Reise nach Phnom Penh in Angriff zu nehmen.

Dienstag, 3. Juni 2008

Kampot, Kep und Bokor- Nationalpark

Am 28. Mai erreichte ich mit dem Minivan die Stadt Kampot. Noch kurz vor der Innenstadt machten wir einen kurzen Stopp beim kambodschanischen „KFC“.

Durch Zufall fand ich ein schönes Hotelzimmer für 3$ die Nacht und plante meine nächsten Tagen. Es bot sich ein Ausflug zur Stadt Kep, damals als die „Côte d'Azur" Kambodschas bezeichnet und zum Nationalpark Bokor an. Die Stadt selber hatte für mich kaum eine Faszination. Obwohl es direkt am Fluß lag und ganz nett aussah.
In der Innenstadt befand sich, wie auch in jeder anderen kambodschanischen Stadt, ein riesiger Marktplatz. Innerhalb und um ihn herum war es recht betriebsam. Der Eigentümer von meinem Hotel bot verschiebene Tagestouren an. Ich verspürte Vertrauen, so dass ich für den nächsten Tag den Tagesausflug nach Kep buchte. Die Stadt Kep liegt direkt am Meer und läd zum Verweilen ein. Auf dem Weg dorthin...
...erfolge eine Besichtigung einer Pfefferplantage. Ich hatte noch nie zuvor eine Pfefferpflanze gesehen.
Ohne eine Besichtigung der Innenstadt von Kep ging es direkt auf ein kleines Boot, dasss uns auf eine Insel brachte.

An einem Tisch unter Palmen „genossen“ wir Fried Rice mit Gemüse. Endlich mal etwas anderes?!? Das Essen war trocken und nicht gerade vorzüglich. Der Hunger trieb es rein. Zum Nachtisch gab es Mangos und Jack Fruits. Nach dem Essen sprang ich ins Meer, denn ich wollte endlich schnorcheln. Das letzte Mal war ich in Thailand schnorcheln gewesen und ich konnte es kaum erwarten, es zu wieder holen. Kaum war ich unter Wasser, mußte ich aber feststellen, dass der Hoteltyp mich reingelegt hatte. Die Sichtweite war katastrophal. Ich konnte gerade mal meine Hand vor meinen Augen sehen. Doch eigentlich sah ich überhaupt nichts. Wieder draußen angekommen, schmiss ich die Ausrüstung hin. Wenn ich nicht schnorcheln konnte, dann wollte ich mit den anderen Tourteilnehmern schwimmen gehen. Schmerzhaft bissen uns immer wieder Krebse in den Zeh. Als ich auch noch die Bekanntschaft mit Seeigeln machte, wollte ich keinen Schritt mehr ins Meer machen. Die Anderen waren so nett und zogen die Stacheln aus meinem Zeh raus. Mit blutenden Füßen lag ich auf der Sonnenbank und verbrachte die nächsten Stunden auf ihr. Der Guide wollte uns gegen 15 Uhr wieder nach Hause bringen. Erst nach einem Inselaufstand stimmte er schließlich zu, auf den versprochenen Sonnenuntergang zu warten. So toll war er schließlich nicht, weil das Meer aufgewühlt war. Riesige Wellen knallten gegen das Boot, so dass wir alle ziemlich naß wurden und teilweise Angst hatten. Mit dem Van ging es wieder zurück zum Hotel. Es war mal wieder eine Touriabzocketour. Auf meine Beschwerde hin, gab mir der Owner einen Preisnachlass von 3$, so dass ich nur 12$ bezahlen mußte. Für die Bokor-Nationalparktour am nächsten Tag sollte ich auch nur 12$ bezahlen. Aber diesmal hoffte ich auf keine Touriabzocketour. Der Nationalpark lag ganz im Süden von Kambodscha, in dem sich wilde Tieger und Elefanten im Regenwald aufhalten. Desweiteren befindet sich auf dem Gipfel eine Geisterstadt. Vielen Gründe also diese Tour zu buchen. Da die Tour vom meinem Hotel ausgebucht war, mußte ich bei einer anderen Tour teilnehmen. Meine Enttäuschung verblasste schnell, als ich hörte, dass es die gleiche Tour war, jedoch mit weniger Teilnehmern. Wir fuhren zum Parkeingang. Jeder Teilnehmer mußte 5$ Eintritt bezahlen. Mit dem Wagen ging es dann die Straße hoch. Auf ihr fanden große Bauarbeiten statt. Eigentlich nichts ungewöhnliches, doch dann habe ich erfahren, dass die Straße auf 4 Spuren erweitert werden soll. Große alte Regenwaldbäume wurden gefällt und die Felsen am Wegesrand gesprengt. Elefanten oder Tiger werde ich heute wohl nicht, zu sehen bekommen. Der Grund für diese Bauarbeiten lagen an den Plänen, auf dem Gipfel ein Luxushotel zu errichten. Und das Mitten in einem Nationalpark. Da sage ich nur Korruption der Regierung. Auf dem Weg zum Gipfel hatte der alte kamdodschanische König ein Wochenendhaus mit atemberaubender Aussicht. Heute ist nur ein Ruine übrig und für jeden zugänglich. Weiter höher auf dem Gipfel befand sich die Geisterstadt. Die Kirche konnte ich schon von weitem sehen. Außer den Grundmauern, war nichts im inneren zu sehen.

Paar Minuten weiter mit dem Van...
...kamen wir am Casino an.
Es war ein riesiges Gebäude, in dem man leider nicht schlafen durfte. Ach, Schade eigentlich.
Wir konnten überall rumlaufen und die Zimmer erkunden. Auf der Terasse konnte ich verweilen und auf die vietnamesische Insel schauen.
Danach gab es ein köstliches Essen neben dem Casino. Die Ehefrau vom Tourführer hat für uns leckere Sandwiches geschmiert und dazu gab es frisch aufgeschnittene Annanas. Die anderen Tourteilnehmer mußten schon wieder Fried Rice essen. Als nächstes fuhren wir zum Wasserfall an dem wir baden sollten. Daraus wurde es nichts. Es waren nur 15 Minuten eingeplant. Wir sollten uns unter den Wasserfall stellen, obwohl es paar Meter weiter das Wasser tief herab stürzt. Die Steine waren glitschig und es gaben keinen sicheren Halt. Was für eine gefährliche Angelegenheit. Die Bücher, die ich eine Stunde zum Wasserfall getragen hatte, hätte ich also im Bus lassen können, weil ein Relaxen nicht eingeplant war. Die geplante Jungelregenwaldtour sollte nicht stattfinden. Erst bei einem Jungle- Aufstand, bot uns der Führer an, uns an einer Stelle rauszulassen und uns an einer anderen Stelle abzuholen. Er beschrieb uns den Weg durch den Jungle. Wir haben glücklicherweise den richtigen Weg gefunden und hatten unser Abenteuer, auch wenn keine Tiger auftauchten. Den Teilnehmern der anderen Tour wurde ebenfalls eine Jungletour angeboten, jedoch erzählten die Tourführer von giftigen Schlangen, so dass niemand mehr daran teilnehmen wollte. Es war ganz sicherlich ein Täuschungsmanöver, damit sie frühzeitig zurück fahren konnten. Die zweite Tour war eindeutig besser gewesen und hatte seine Höhepunkte. Am nächsten Morgen lief ich zum Busbahnhof, denn ich wollte einen Bus nach Sihanoukville nehmen. Dort hatte ich erfahren, dass keine Busse nach Sihanoukville fahren. Nur kleine Taxis fuhren dort hin. Ich wurde schließlich mit einem Fahrer einig, mußte aber stundenlang warten, bis es endlich los ging. Er befestigte meinen Rucksack am Auto neben einer Tüte mit lebendigen Hühnern. Aber besser, als sie auf dem Schoß zu haben, oder?

Mittwoch, 28. Mai 2008

Battambang

Am 25.05. war ich mit dem Bus in Battambang, die zweitgrößte Stadt des Landes, angekommen. Eigentlich hätte ich auch mit dem Boot ankommen können, aber der Preis für die Bootsfahrt auf dem Tonle Sap war mir zu teuer. Der Tonle Sap ist ein großer See mit einer Verbindung zum Mekong. Wirklich einmalig auf der Welt ist, dass sich die Fließrichtung sich im Laufe des Jahres verändert. In der Regenzeit fließt das Wasser immer mehr in den See, so dass er überläuft und die Felder ringsherum mit wichtigen Nährstoffen düngt. Zur Trockenzeit hingegen verlangsamt sich die Fließgeschwindigkeit immer mehr, kommt irgendwann zum Erliegen und fließt dann in die andere Richtung. In den zuvor überfluteten Reisfeldern bleiben die Fische hängen. Die Fischer brauchen, wenn das Wasser abfließt, die Fische nur noch abzuschöpfen. Die Busfahrt hat aber auch eine Besonderheit. Um von Siam Reap nach Battambang zu kommen, muss man erst in Richtung Norden zur thailändische Grenze fahren und dann um den See Tonle Sap herum wieder nach Süden. Der Straßenzustand von Siem Reap bis zur thailändischen Grenze ist katastrophal. Der Weg nach Süden nach Battambang wieder ganz normal. Es klingt komisch und unlogisch. Es hat aber eine ganz einfache Erklärung. In Seam Reap gibt es einen Flughafen und die thailändische Fluggesellschaft hat die kambodschanische Regierung bestochen, damit sie die Straße nicht saniert. Die Touristen aus Thailand sollen die Fahrt nicht dem Bus unternehmen, sondern das Flugzeug nehmen. Von der Fahrt nach Banlung schlimmeres erlebt, fand ich die Fahrt nicht so tragisch. In Battambang wollte ich einige Tage verbringen und mal etwas Ruhe gönnen. Jemand auf der Straße sprach mich an und empfohl mir ein Hotel in der Nähe. Das Hotelzimmer war echt toll. Ich es war hell, groß und leise, hatte einen Kühlschrank, einen Fernseher und ein großes Bad.
Das Zimmer befand sich direkt unter dem Dach, von dem ich abends den Sonnenuntergang genießen konnte.

Im Fernsehen liefen NBA Playoffs live Spiele aus den USA. Als alter Basketballfan hatte ich mir so etwas immer in Deutschland gewünscht. Die Stadt fand ich nicht besonders attraktiv, so dass ich lieber im Bett NBA schaute. Der alte Marktplatz war schmuddelig und die Uhr bestimmt seit Jahrzehnten ohne Funktion.
An der Uferpromenade...
...befanden sich unzählige Handy- und Kopiergeschäfte. Cafés zum Verweilten und Relaxen suchte man vergebens.
Im Internetcafé wurde schon wieder meine SD-Speicherkarte zerstört, so dass wieder alle Fotos auf der Karte verstört waren. Ich konnte später einige Fotos glücklicherweise noch retten. In dieser Stadt hielt es mich nur 2 Tage und dann wollte ich die Stadt schnell verlassen. Mein Bus nach Phnom Penh ging um 6 Uhr morgens, so dass ich kurz nach 5.15 Uhr mein Zimmer verließ. An der Rezeption beim Auschecken machten sie mir große Probleme. Ich hatte mich am ersten Tag auf einen Zimmerpreis geeinigt und am Abreisetag verlangten sie von mir einen höheren Preis. Der Hotelier veranlasste, dass alle Türen geschlossen wurden und dass sich jemand davor stellt. Er drohte die ganz Zeit mit der Polizei. Irgendwann ließ er mich gehen, so dass ich nur noch meinen Bus erreicht habe, weil ich mit vollem Gepäck gerannt bin. Mir ging es nicht um die 2$, sondern um das Prinzip, dass er nicht im nachhinein die Preise erhöhen darf. Die ganze Stadt hat mich nur noch genervt und ich war wütend, dass meine SD- Karte schon wieder zerstört wurde. Der Hotelier bestätigte nur noch meine Meinung. Egal. Ich saß im Bus und fuhr erstmal nach Phnom Penh und noch am selben Tag nach Kampot.

Sonntag, 25. Mai 2008

Siem Reap, die Stadt zu den unglaublichen Tempeln

Ich saß mit feuchten Klamotten im Bus und die Klimaanlage brummte die ganze Zeit. Der Busfahrer wollte von mir den vollen Fahrpreis haben, obwohl ich auf halben Wege eingestiegen war. Schließlich begnügte er sich mit dem halben Preis. Bei Sonnenuntergang kam ich in Siem Reap an. Ein Tuktuk- Fahrer fuhr mich zu einem Hotel, welches mir von vielen Leuten empfohlen wurde. Es war wunderschön, aber so viel Luxus wollte ich nicht haben. Gleich neben dem Hotel fand ich ein anderes tolles Hotel. War gar nicht so schwierig, denn die ganze Stadt bestand fast nur aus Hotels und Restaurants. Die Preise pro Nacht starteten ab 1$. Mein 3$- Zimmer war vollkommen ausreichend. Nicht weit entfernt befand sich ein japanisches Hotel mit einem gemütlichen Restaurant. Das Essen war lecker und günstig. Im Fernseher lief ein japanischer Sender mit chinesischen News. Der Dalai Lama befand sich gerade in Berlin, Germany. Sie zeigten Bilder vom Brandenburger Tor mit dem Dalai Lama. Da war ich nach Kambodscha gereist, saß in einem japanischen Restaurant und schaute chinesische News aus Berlin. Am nächsten Morgen, den 22. 5., machte ich mich früh auf. Ich lieh mir ein Fahrrad, weil ich die Tempelanlage mit dem Fahrrad erkunden möchte. Die unzähligen Tuktukfahrer nervten mich. Also fuhr ich ersteinmal zum Marktplatz. Nach der Frühstückssuppe kaufte ich mir einige Flaschen Wasser und Baguettes und packte alles in meinen Einkaufskorb am Fahrrad. Dann fuhr ich 6 km nach Norden zum Angkor Wat. Da ich einen speziellen Weg genommen hatte, kam ich nicht am Ticketschalter vorbei. Kaum angekommen, mußte ich wieder einen weiten Weg zurück fahren, um mir ein 3 Tagesticket zu kaufen. Meine erste Station war Angkor Wat.
Der Tempel wurde im 10. Jahrhundert unter Yasovarman I. errichtet. Desweiteren baute er zahlreiche Bewässerungsanlagen und Stauseen, was dazu beitrugen mehrmals im Jahr Reis ernten zu können. Diese erfolgreiche Landwirtschaft führte zu Nahrungsüberschüssen und brachte dem Khmer-Reich großen Reichtum und Einfluß in Asien. Angkor Wat war die vierte Hauptstadt der Khmer gewesen. Die erste Hauptstadt Sambor Prei Kuk befand sich nahe Kampong Thom. Die zweite Hauptstadt wurde im späten 9. Jahrhundert erbaut und befand sich ca. 12 km westlich von Siam Reap, in der Nähe vom heutigen Dorf Roluos. Dazu komme ich noch später. Und die dritte Hauptstadt war die Tempelanlage Koh Ker, ca. 120 km nordöstlich von Siem Reap. Mit großen Schritten lief ich durch den Eingang von Ankgor Wat. Kaum war ich drin erblickte mich ein junger Mann, der mich durch die Tempelanlage führen wollte. Ich lehnte freundlich ab, welches dann noch „freundlicher“ wurde. Ich wollte mich alleine durch die Tempel bewegen und die Atmosphäre in mich einsaugen. Mir wurde aber schnell langweilig, weil diese Tempel für mich keinen großen Reiz ausstrahlten. Wie ich später gelesen hatte, haben die Wissenschaftler keine Klarheit, zu welchem Zweck der Tempel errichtet wurde. Der Eingang befand sich nicht wie üblich im Osten, sondern im Westen: die Himmelsrichtung Yamas, des Gottes des Todes. Wieder aufs Fahrrad gestiegen, fuhr ich zum Phnom Bakheng, der sich nicht weit entfert befand. Es war ein hoher Berg, auf dem sich ein Tempel befand. In der Mittagssonne fiel mir jeder Schritt immer schwerer. Beliebt ist dieser Tempel bei Sonnenuntergang, wobei sich die Massen um den besten Sichtplatz kämpfen. Am Tage wollte ich ganz ungestört die schöne Sicht genießen. Wieder unten angekommen fuhr ich zu einem Highlight. Die Tempelanlage heißt Angkor Thom (große Stadt), die vierte Hauptstadt. Innerhalb großer Mauern... ...befindet sich der bekannte und eindrucksvolle Bayon- Tempel (Staatstempel), der im später 12. Jahrhundert errichtet wurde.
Das auffallendste architektonische Merkmal sind die Türme mit den 200 bis zu 7 Meter hohen lächelnden Gesichtern des Bodhisattva Lokeshvara. Sie zeigten in alle 4 Himmelsrichtungen.

Faszinierend bewegte ich mich durch die verschiedenen Wegen und Treppen. Über Jahrhunderte hin weg wurde der Tempel erweitert und war ein großer Abenteuerspielplatz. Etwas Ruhe und Erleichterung vor der Hitze brachte ein großer Regenschauer. Als dieser vorbei war, spazierte ich auf der Elefantenterasse. Von dort aus hatte ich einen schönen Blick auf andere kleinere Tempel. Danach ging es mit dem Fahrrad auf den Großen Rundweg (Grand Circuit) Auf aspaltierten Straßen konnte man über einen Rundweg mehrere größere Tempelanlagen in der näheren Umgebung anschauen. Die Kleine Rundtour beinhaltete nur den Angkor Wat und den Angkor Wat. Als erstes besuchte ich die buddhistische Tempelanlage Preah Khan (Heiliges Schwert) aus dem später 12. Jahrhundert. Jayavarman VII. erbaute den Ahnentempel Preah Khan in Erinnerung an seinen Vater Er diente als provisorische Hauptstadt bis zur Fertigstellung von Angkor Thom. Später befanden sich mehrere buddhistische Klöster und eine buddhistische Universität mit über 1000 Lehrern in der Stadt. Danach ging es zum Neak Pean („ineinandergewundene Schlangen“). Eine künstliche Insel im Zentrum vom günstilich geschaffenen Staubecken. Heute ist er ausgetrocknet und läßt eine Besichtigung zu. 2 Naga umgeben die Insel, wobei der Name entstanden ist. Weiter ging es mit dem Fahrrad zum Ta Som Tempel aus dem 12 und 13. Jahrhundert. Ta Som bedeutet "Ahne Som". Demnach habe König Jayavarman VII. den Tempel für seinen Lehrer und Mentor Som erbaut. Der hintere Teil war von Bäumen durchdrungen. Als nächstes fuhr ich zum Tempel East Mebon. Es war eine Stufenpyramide mit steilen Treppen auf die obersten Etagen, von der ich die Tempelanlage von oben bestaunen konnte.


Wieder heil unten angekommen fuhr ich zum Tomb Raider Tempel Ta Prom. Die Ruinen dienten als Kulisse für den Lara Croft Film. Der Ahnentempel von Jayavarman VII für seine Mutter war eindeutig mit dem Bayon der schönste Tempel. Am liebsten hätte ich mir noch ewig die Tempelanlage mitten im Jungle angeschaut. Die Baumwurzeln der Würgefeigen-Bäume sahen phantastisch aus.

Die meterhohe Wurzeln durchzogen die Anlage.

Ich befand mich wahrhaftig in einem Märchen. Schwer losgerissen fuhr ich zum Ta Keo, der riesigen Stufenpyramide...

...und dann kurz vor Sonnenuntergang zurück zum Phnom Bakheng, weil ich doch noch den Sonnenuntergang auf dem Berg sehen wollte. Ich hatte es nicht mehr geschafft und fuhr erschöpft zurück in mein Hotel. Am nächsten Morgen buchte ich einen Motodriver, der mich für die nächsten 2 Tage chauffiere. Ich wollte mir am ersten Tag die beiden Tempelanlage ganz im Osten von Siem Reap anschauen, wobei wir 120 km hin und 120 km zurück fahren mußten. Die erste Tempelanlage hieß Beng Mealea. Schilder wiesen auf ein Minenfeld rund um die Anlage hin und warnten vom Verlasser der Wege. Die Auswirkungen der Khmer Rouge sind heute immer noch präsent. Die Tempelanlage hatte Ähnlichkeiten mit der Tempelanlage Ta Prom ein Tag zuvor. Auch dieser wurde von der Vegetation verschlungen... ...und die großen Würgefeigenbäume hatten viele Mauern umgehauen. Über die Steine kletternd kam ich immer wieder in neue Räume und Gänge. Das große Labyrinth war recht aufregend. Viel Zeit für die Besichtigung hatte ich nicht, da wir noch einen weiten erschwerlichen Weg hatten. Ich wollte mir unbedingt die Tempelanlage Koh Ker anschauen, die etwas außerhalb vom Staat Siem Reap war. Als wir die Stadtgrenze überfuhren, verschlechterte sich die Straße urplötzlich. Wasser gefüllte Schlaglöcher und Schlamm säumten unseren Weg. Mein Po war schon auf dem Hinweg flach wie eine Flunder. Schließlich erreichten wir nach 2 Stunden die zweite Tempelanlage an diesem Tag mit dem Namen Koh Ker. Sie war die dritte Hauptstadt von der Age of Angkor Periode von 928 bis 944. Erbaut wurde sie vom König Jayavarman IV, der 941 verstarb und 3 Jahre später durch Angkor Wat als Hauptstadt abgelöst wurde. Interessant fand ich die Tempelanlage. Leider war sie überwiegend langweilig. Einige Fotos habe ich hier zusammengestellt. Ich war mit meinem Fahrer alleine auf dem Gelände, wenn ich das Minenräumungskomando vernachlässige, die Stück für Stück die Landfläche als kontaminationsfrei deklarierten.Wohl nicht viele Touristen wagten den langen Weg? Es war eine unheimliche Atmosphäre und dann noch der Regen, der den geschundenen Körper noch mehr forderte. Trotzdem habe ich die Fahrt genossen und fühlte mich wohl in der grünen rotbraunen Eidöde. Den Sonnenuntergang mußte ich mit Arschschmerzen auf dem Motorrad fahrend genießen. Auf den letzten Kilometern ging auch noch die vordere Scheinwerferlampe vom Motorrad kaputt. Ohne Licht fuhren wir die Strecke voller Risiko, weil wir einfach die Nase voll hatten. Erschöpft fiel ich ins Bett. Am nächsten Morgen hoffte ich auf einen kurzen Ausflug zu ein paar Tempeln, die nicht so weit entfernt waren. Eigentlich wollte ich am letzten Tag im Moto- Anhänger dösen und so die Fahrt genießen und nicht angespannt auf dem Rücksitz sitzen. Daraus wurde nichts, weil wir sonst zu langsam wären. Die erste Tempelanlage hieß Kbal Spean. Ich mußte vom Parkplatz aus ewig durch einen Wald laufen und war relativ schnell wieder am Ausgang. Gesehen hatte ich so gut wie gar nichts. Also alles nochmal von vorne. Die eine Angestellte von der Anlage zeigte mir einen Weg in den Urwald. Als der Weg immer kleiner und erschwerlicher wurde, kamen mir die Zweifel, ob der Weg den der Richtige sei. Wieder zurück lachte mich die Khmer aus, so dass ich fast vor Wut geplatz bin. Ich fand es rücksichtslos, Gäste einen falschen Weg zu zeigen. Also schnappte ich mir einen anderen Guide, der mich nun begleiten sollte. Mitten um Urwaldfloß ein Bach. Überall verstreut waren Figuren in den Felsen gehauen, die man auf dem ersten Blick nicht sieht. Teilweise mußte ich über einen umgefallenen Baumstamm balancieren, um dann auf der anderen Flußseite hinter einem Stein ein Frauengestallt im Stein zu sehen. Teilweise waren die Kunstwerke unter der Wasseroberfläche. Einmal sagte mein Guide, dass hier eine Fledermaus sei. Ganz unscheinbar war über mir im Felsen eine Fledermausgestalt gehauen. Danach meinte er, dass direkt auf dem Boden ein Frosch sei. Erschrocken sah ich es erst jetzt, obwohl ich mehrmals vorbeigelaufen war. Ohne ihn, hätte ich diesen Ort enttäuscht und mit negativer Erinnerung verlassen. Nach so vielen Tempelanlagen war dieser Ort mal entspannend. Nur wenige Besucher würden wirklich alle Reliefarbeiten finden und ganz alleine überhaupt nicht. Mit dem Moto ging es nun vom Banteay Srei. Diese Tempelanlage war echt fantastic.Alle Tempelanlagen wurden normalerweise nach Wünschen von Königen errichtet. Bei dieser hier, durfe ein Baumeister nach seinen Vorstellungen werkeln und legte großen Wert auf wunderschöne Feinheiten. Es machte großen Spaß, zwischen den Häusern hindurch zu gehen und auf die reizenden Frauengesichter zu schauen.Mit dem Moto ging es zur schönen Tempelanlage Banteay Samre. Sehr kompakt gebaut war es kaum möglich die Schönheit des Tempels auf einem Foto festzuhalten. Über viele Treppen konnte ich den quadratischen Tempel erkunden und entdecken. Bevor wir dann zum letzten Tempel gefahren sind, wollte ich mir das Minenmuseum anschauen. Eigentlich war nicht so viel Zeit, aber mein Interesse war grösser. Drinnen angekommen fiel ich in eine tiefe Melancholie. Die Berichte, Fotos und Erklärungen über Minen waren schockierend und sehr traurig. Mit Gänsehaut sah ich die Exponate und erinnerte mich an Geschichten der Khmer Rough, die ich gelesen hatte. Einige Besonderheiten der Geschichten waren hier zu sehen und spürbar. Normalerweise würde ich davon ausgehen, nicht unmittelbar von Minen betroffen zu sein. Die Realität sieht leider anders aus. Aber Millionen von Mienen sind auf der Erde verstreut. Sie stammen auch aus Deutschland...und verstümmeln oder töten noch heute Menschen oder Tiere. 42 Länder auf der Welt haben 1997 das Antiminenabkommen nicht unterzeichnet. Darunter waren die Länder: USA, Cuba, Finnland, Korea, China, Indien... Sie setzten nicht ihre Unterschrift unter das Abkommen, weil sie entweder Minen selber einsetzen oder sie herstellen. Auch in Zukunft werden diese tückischen Kriegsgeräte eingesetzt, die auch noch nach Jahrzehnten eine wahnsinnige Sprengkraft haben. Mit flauem Gefühl fuhren wir noch schnell zu der Roluos Gruppe, bevor die Sonne unterging. Roluos Gruppe ist der Sammelname für drei bedeutende Tempelbauten in der direkten Umgebung des Dorfes Roluos. Mit grossem Abstand zueinander hiessen die Anlagen:

Preah Ko

Bakong
und Lolei. Die im späten des 9. Jahrhundert datierenden Tempel wurden vom König Jayavarman II erbaut und war die zweite Hauptstadt des jungen Khmer Reiches. Den Bakong Tempel fand ich am interessantesten. Mit der Besichtigung der Roluos Gruppe war meine Tempeltour beendet. Mein Fahrer war ein netter alter Mann, der immer nett war, obwohl der Weg beschwerlich war.
An meinem letzten Abend in Siem Reap traf ich in der Stadt meinen australischen Kumpel wieder. Leider zum letzten Mal. Er hat in einer der typischen Protzigen Wechselbuden seine Dollar getauscht.