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Dienstag, 17. August 2010

Einreise nach Belize

Am 15. August nahm ich den Bus von Flores, Guatemala, nach San Ignacio, Belize. Den Morgen ueber ging es mir nicht sehr gut und wollte erst noch eine Nacht im tollen "Los Amigos" Hostel verbringen. Ich wollte aber weiter. Mit dem Tuktuk fuhr ich zum Busbahnhof nach Santa Elena. Da ich wusste, dass die kurze Fahrt 5 Quetzales kostet und ich passend bezahlte, konnte der Fahrer von mir nicht den bis zu dreifachen Preis verlangen. Auf dem Terminalplatz kaufte ich mir mein Mittagsessen und fand auch schnell meinen Minibus zur Grenze nach Belize. Wie wird eigentlich Belize ausgesprochen? Im spanischen sagen sie alle BelizE. Also das "E" wird mitgesprochen. Da aber Belize zu England gehoerte (Britisch-Honduras) und eines der drei Nationalsprachen englisch ist, wird Belize wie im Englischen ausgesprochen, ohne "E". An der Grenze angekommen, spuehrte ich eine andere Atmosphaere. Die meisten hatten eine schwarze Hautfarbe. Zuvor war ich von dunkelhaeutigen Menschen umgeben. Eine Bar spielte Reggae Musik. Nur der Marijuana-Geruch hat gefehlt. Bei den Geldwechslern tauschte ich meine letzten Quetzales in Belize Dollar und ging zum Immigrationsoffice. Der nette Beamte verlangte von mir 20Q (rund 2 Euro) Ausreisegebuehr. Wieder einmal war es gut, kein Geld im Portemonnaie zu haben und den ATM-Trick durchzufuehren. Schon wie bei der Einreise nach Guatemala wusste ich, dass ich nichts zu bezahlen habe. Ich teilte ihm das mit und er legte meinen Reisepass zur Seite und stempelte alle anderen nach mir in der Reihe ab. Ein Mann in der Reihe meinte zu mir, dass es doch nur 20Q seien. "Ist doch nicht viel." Ich fragte ihn nach US$5. Die wollte er mir nicht geben. "Sind auch nur US$5!" Wenn ich nichts bezahlen muss, dann bezahle ich keinen Cent. Nach wenigen Minuten bekam ich meinen Reisepass ausgehaendigt und durfte gehen. Die Touristen nach mir teilte ich ihnen mit, dass sie auch nichts zu bezahlen haetten. Wie ich spaeter erfuhr, fragte der Beamte bei den beiden nicht nach einer Ausreisegebuehr. Mehrere Backpacker berichteten mir spaeter, dass wirklich alle das Korruptionsgeld bezahlt haben. In Belize bekam ich schnell und unkompliziert meinen Einreisestempel.
Von der Grenze aus gab es keinen Bus zur Stadt "San Ignacio". Dutzende Busse standen herum, jedoch keiner zur naechsten Stadt?!? Der Taxipreis lag bei 30B$ (US$15)!!! Ich habe mich vorher informiert und wusste, dass ich maximal 5B$ bezahlen muss. Mit den Backpackern von zuvor teilte ich mir ein Taxi und bezahlte 7B$. Somit kam ich doch noch recht guenstig nach San Ignacio.

Sonntag, 15. August 2010

Flores und die Tempel von Tikal

Flores, der Ausgangspunkt zur Tempelanlage "Tikal", erreichte ich am 11. August. Ich war muede, durchgeschitzt und stank. Ich liess mich mit einem Taxi zum Hostel "Los Amigos" bringen. Es soll das coolste Hostel in Flores sein. Zudem gehoert es mit 35 Quetzales (3,50 Euro) zu den guenstigsten Hostels auf der Halbinsel. Als ich abends das Hostel betrat, fuehlte ich mich wie in einem Traum. Im gemuetlichen Garten brannten ueberall Kerzen und die Backpacker tranken Cocktails in den Haengematten. Ich bekam das letzte Bett im 8er Dormroom. In dem hauseigenen Restaurant gab es NUR (leckeres) vegetarisches Essen. Mit einem Mojito begoss ich meine Ankunft. Da die meisten Tikalabfahrten in den Morgenstunden starten, gingen die meisten Backpacker schon um 21.30 Uhr ins Bett. Ich goennte mir einen Ruhetag. Ich schlief einigermassen aus und guckte mir die letzten Episoden von "The Big Bang Theory" an. Die lustige amerikanische Sitcom ist nichts fuer jedermann. Einer der Eigentuemer, ein merkwuerdiger Kautz, gestattet keine Sendungen im Fernseher anzugucken. Nur Dokomentationen sind erlaubt. Seine Collection mit 100 Dokos steht kostenlos zur Verfuegung. Die Reinigungsfrauen lachten erst ueber meine Sendung und dann ueber ihren Boss. Die Halbinsel Flores ist recht langweilig. In den Gassen befinden sich einige Geschaefte, in denen die Besitzer sich langweilten. Nichts aufregendes.Also verbrachte ich lieber den Tag im Hostel. Mit dem leckeren Essen und den vielen netten Backpackern ging die Zeit schnell rum. Diesmal musste ich auch fruehzeitig schlafen gehen. Ich hatte mir einen Transport fuer den naechsten Morgen nach Tikal gebucht. Eigentlich wollte ich den 7 Uhr Bus nehmen, jedoch nahm ich einen Bus frueher. Um 4 Uhr morgens sind 5 Leute in meinem Zimmer aufgestanden und fingen nun an, ihre Taschen zu packen. Ich konnte nicht mehr einschlafen. Mit dem Minibus fuhr ich dann zum Sonnenaufgang zum 60 km entfernten Tikal. Die Fahrt dauerte 90 Minuten. 8.30 Uhr war eine gute Zeit. Noch nicht viele Touristen wollte sich die ab 900 v.Chr. gebaute Maya-Anlage besichtigen. Die letzte Datierung einer Stele Tikals stammt aus dem Jahr 879, womit Tikal einer der am längsten überlebenden klassischen Maya-Städte war. Rund 700 Jahre lang war sie vergessen. Der Regenwald holte sich sein Terrain zurueck. Wahrscheinlich fuehrte eine schwerwiegende Dürreperiode in Yucatán, die zwischen 800 bis 830 einsetzte, zum Untergang. Rund 200 Jahre herrschte extrem trockenes Klima. Heute kann man auf der Anlage gerade mal 30% der etwa 65 Quadratkilometern besichtigen, welche über dreitausend Bauten aufweist. Ich konzentrierte mich auf die Highlights.


Besonders gefreut hat es mich, dass ich endlich so viele Tukane gesehen habe. Auch viele lustige Affen sah ich in den Baeumen sitzen, essen und hangeln.
Ab 12 Uhr verschwanden all die Leute von den Tagestouren.
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Nun konnte ich sogar Fotos ohne Menschentrauben machen.
Ich blieb noch etwas und beschloss den 13 Uhr Bus zu nehmen. Diesen gab es nicht, so dass ich eine Stunde warten musste. Na schoen! Dafuer war ich aber einer der Ersten im Bus und bekam noch einen Sitzplatz. Im Hostel angekommen stillte ich erstmal meinen Hunger. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen. Gemuetlich verbrachte ich erneut den Nachmittag und den Abend. im Hostel. Die Hitze laesst einen laehmen. Wieder einmal habe ich so viele neue Leute kennengelernt und bei leckeren Cocktails laesst es sich auch gut unterhalten. Da mir das Hostel so sehr gefiel, beschloss ich noch eine Nacht zu bleiben. Diesmal liessen sie mich im Dorm ausschlafen. Den Morgen liess ich ruhig angehen. Ich bestellte mir einen Café und versank in meinem Buch. Gegen Mittag gab es ein Unwetter, so dass ich mich nicht mal schuldig fuehlen muss, weil ich den ganzen Tag faul im Haus verbrachte. Nach der 4. Nacht checkte ich am Morgen aus und nahm ein Tuktuk zum Busterminal. Schnell fand ich den Minibus zur Grenze nach Belize und ergatterte mir den Beifahrersitz.

Donnerstag, 12. August 2010

Busfahrt von Cobán nach Flores

Am 11. August lief ich zum lokalen Busbahnhof, von dem die Busse nach Flores abfahren. Auch in Cobán gab es verschiedene Busabfahrtstellen, natuerlich in der Stadt verstreut. Da ich den Vormittag im Internetcafé verbrachte, kam ich sehr spaet los. Ich fand gluecklicherweise einen Bus, der direkt nach Flores durchfuhr. Mit 70Q (7 Euro) war er relativ guenstig. Ich suchte mir einen Fensterplatz aus. Der Minibus wurde immer voller, so dass ich nur seitlich aus dem Fenster rausgucken konnte. Die Landschaft rauschte so schnell an mir vorbei, so dass ich mein Auge/ Gehirn die Landschaft nicht wahrnehmen konnte. Die Folge war, dass mir bei diesem Formula One Race fuchtbar schlecht wurde. Durchgeschwitzt und kreideweiss sass ich in der Falle. Welch ein Glueck, dass der Bus fuer eine Pause anhielt. Ich nutzte meine Chance und fragte um den Beifahrersitz. Ich bekam den Sitz neben dem Fahrer. Ich konnte unmoeglich 7 bis 8 Stunden im hinteren Teil des Busses ueberstehen. Welch ein weiteres Glueck, dass der Regen einsetzte. Ich hielt meinen Kopf aus dem Fenster und bekam ein angenehme kalte Dusche. Blitzschnell wurde ich muede und fiel in einen Schlaf. Als ich aufwachte, hatte mein Gesicht wieder Farbe bekommen. Die rasante Fahrt und die schweren Medikamente gaben mir auf der Fahrt den Rest. Muede erreichte ich Santa Elena. Ein befreundeter Taxifahrer vom Busfahrer brachte mich und 2 Backpacker auf die Halbinsel Flores.

Cobán

Am 10. August wollte ich die lange Reise von Lanquin nach Flores unternehmen. Dazu nahm ich am Morgen zunaechst ein Bus nach Cobán. Nicht so wie bei der Hinfahrt, war der Minibus ausgesprochen leer. Diesmal bei Tageslicht konnte ich mir die Landschaft anschauen. Ueberall, so weit das Auge reicht, wurden die schoenen Waelder gegen Monokulturen ausgetauscht. Von Schoenheit kann ich nicht mehr sprechen. Mit blutes das Herz. Ich weiss jedoch, dass die Ureinwohnern, besonders durch den Druck der Amerikaner, zu leiden hatten und noch heute leiden. Ihre einzige Chance zu ueberleben ist es, die schwer zugaenglichen Berghaenge zu roden und zu bewirtschaften. Auf den guatemalischen Strassen kann man die Folgen durch Landrutsch sehen. In Cobán angekommen fuehlte ich mich nicht gut weiterzureisen. 7 oder 8 Stunden in einem anderen Bus zu sitzen, war zu viel fuer mich. Ich hatte immer noch Bauchschmerzen und alles Nahhafte ging sofort durch. Busfahrten konnte ich nur ueberstehen, wenn ich nichts vorher gegessen und getrunken habe. Das schwaecht ungemein. Meine Medikamente schlugen nicht an. Die helfen bei den Symptomen, jedoch wird die Ursache(n) nicht behoben. Ich ging zu einer Apotheke und bat auf spanisch um Rat. Nur sehr schwierig verstanden wir uns. Zufaelligerweise war gerade ein Arzt beim Einkauf in der Apotheke. Der in Cuba studierte Arzt half mir beim Uebersetzen. Auch er fand 4 Wochen zu lang fuer die Geschichte. Er brachte mich zu einem Labor in einem Krankenhaus. Nach einer Probe bekam ich innerhalb von 15 Minuten das Resultat. Ich habe E. Coli! Der Gedanke, dass ich irgendwo etwas gegessen habe, wobei die Person nach dem Toilettengang sich nicht die Haende gewaschen hat, empfinde ich als ekeleregend. Jedoch habe ich eine andere Vermutung. In Albertos Haus in San Salvador trank der Hund und die Katze vom Wassergehaelter. Mit diesem Wasser musste ich damals mein Geschirr abspuelen. Da es Wasser nur abends gibt, ist es in Salvador ueblich, dieses in grosse Wasserbehaelter aufzubewahren. Ich werde die Wahrheit niemals rausfinden. Mit dem Resulat ging ich zum Arzt. Er hatte seine Praxis im hinteren Teil der Apotheke. Dr. Semi legte vor dem laden eine flotte Nummer aus Parkett.


Ich bakam eine grosse Tuete voll mit Medikamenten und eine Spritze in den Po. Inzwischen war es schon Nachmittag und suchte mir ein Hostel in der Stadt. Ich blieb nur kurz auf dem Zimmer und ging ein wenig umher. Cobán ist ueberhaupt nicht sehenswert. Ich verbrachte einige Stunden im Internet und telefonierte herum.
Am naechsten Morgen wurde ich schon um 5 Uhr morgens von Babygeschrei geweckt. Ich checkte aus und lief zum Busbahnhof.

Mittwoch, 11. August 2010

Lanquin und Semuc Champey

Am 8. August erreichte ich nach einer langen Busfahrt Lanquin. Der Ort befindet sich in der Mitte von Guatemala. Aus dem Busfenster sah ich fast nur von Menschenhand zerstoerte Natur. Vor allem Maismonokulturen erstreckten sich auf den Bergen und Huegeln. Und genau hier zieht es Touristen aus allen Himmelsrichtungen an. Auch ich wurde nicht verschont. Die Reisefuehrer schwaermen von den "Grutas de Lanquin", ein 100km langgestrecktes Hoehlensystem - was ich aber langweilig finde- und eben das 10km entfernte "Semuc Champey". Semuc Champey bedeutet so viel wie "der Ort, wo sich die Wasser verstecken". Es ist eine natuerliche Kalksteinbruecke, auf der der Rio Cahabon auf einer Laenge von 200m hindurch fliesst. Ein Nebenfluss spuehlt die Sinterterrassen mit glasklarem Wasser. Durch Kalziumkarbonat, das aus dem Kalkstein gewaschen wird, erhaelt das Wasser seine tuerkis-gruenliche Farbe. Einige Backpacker, die ich spaeter traf, meinten, dass Semuc Champey ein Naturwunder sei. Darueber kann ich nur schmunzeln. Jedoch wenn dadurch die Natur weitgehend nicht zerstoert wird, dann lass uns alle beten. Nach einer angenehmen Nacht in Hotel stand ich gutgelaunt auf. Die Regenwolken der letzten Nacht waren verschwunden, so dass der Himmel blau strahlte. Ich besorgte mich Brot und Wasser (mein Magen...) und wollte nun einen Bus nehmen. Die 10km zu Fuss sind unglaublich hart, wie ich es auch spaeter gesehen habe. Nur mit Gluck fand ich einen bezahlbaren Transport. Der erste Fahrer wollte 50 Q (5 Euro). Ich wollte lieber einen normalen lokalen Transport finden.Eine Junge zeigte mir den Abfahrtsort, jedoch wollten sie mich nicht mitfahren lassen und stellten auf: "Ich nicht verstehen!". Nur mit Muehe konnte ich freundlich bleiben. Dann sah ich eine Touristengruppe und fragte, ob ich fuer 10Q mit auf die Ladeflaeche springen darf. Ich durfte und kam so doch noch nach Semuc Champey. Als ich den Eingang betrat traf mich der Schock. Vor wenigen Tagen hatten sie den Eintrittspreis von 30 auf 50Q angehoben. US$6 Eintritt fuer eine Flussbesichtigung fand ich uebertrieben. Wenn sie den Preis nur um 10Q angehoben haetten, so wie beim nationalen Preis, dann haette ich den Eintritt noch bezahlen koennen. Ich hatte extra alle Wertsachen um Hotel gelasen und hatte dementsprechend nur wenig Bargeld dabei. Die Frau im Hostel und meine Reisefuehrer gingen auch von 30Q aus. So durfte ich den ganzen Weg wieder zurueckfahren. Von Tag zu Tag fuehle ich mich unwohler in Guatemala und ueberhaupt nicht willkommen. Den Tag verbrachte ich in der Haengematte im Hotel und lass viel in meinen Buechern. Ich informierte mich ueber die traurige Geschichte von Guatemala. Beim Leben war ich ganz schoen geschockt und versuchte etwas die Mentalitaet zu verstehen. 80% der Landbewohner sollen weniger als US$1 verdienen. Wie koennen sie sich eine US$1,40 teure Busfahrt leisten? In einer Spielhoelle verspielten die Kinder all ihr Geld in einer Maschine.Die Maedchen mussten wohl mit den Muettern arbeiten. Seltsam fand ich, dass es keine Bananen auf dem Marktplatz gab. Stattdessen gab es Tischdecken mit der Deutschlandflagge.Ich machte mir einen ruhigen Tag in der Haengematte und wusch meine Sachen. Ich strich immer mehr Staedte von meiner Reise durch Guatemala, die ich eigentlich sehen wollte. Inzwischen habe ich die Beschreibungen in den Reisefuehrern verstanden. Ich verstand, was zwischen den Zeilen stand.

Montag, 9. August 2010

12 Stunden Busfahrt und 6x umsteigen, erreichte ich Lanquin

Am 8. August stand ich kurz nach 6 Uhr auf. Ich packte meine Sachen zusammen und ging zum Busbahnhof. Eigentlich ist es ueberhaupt kein Busbahnhof. Die Busse in Guatemala stehen bzw. halten auf der Strasse. Panajachel zu verlassen ist sehr schwierig. Darum hatte ich bei der Hinfahrt von Antigua aus einen Shuttlebus genommen. Ein Shuttelbus nach Ciudad de Guatemala wollte ich diesmal nicht nehmen, weil er mit US$22 zu teuer war. Also nahm ich den ersten Chickenbus. Dieser fuhr nicht durch, so dass ich umsteigen musste und dann nocheinmal. Nach 3 Bussen kam ich in Ciudad de Guatemala an. Wie auch in Lima, Peru gibt es keinen grossen Busterminal. Alle Busunternehmen sind in der Stadt verstreut und koennen nur mit dem Taxi zurueckgelegt werden. Wer hatte mir bloss damals berichtet, wie guenstig Taxifahrten sind?!? 50Q (5 Euro) fuer ca. 10 Minuten fand ich ausgesprochen teuer. Zum Glueck lernte ich eine Amerikanerin im Bus kennen, so dass wir uns ein Taxi teilen konnten. Eine Polizeistreife stoppte unser Taxi und verlangte unsere Reisepasse. Spaeter wurde mir bewusst, dass die Polizisten alle Daten aufgenommen haben, dass spaeter, wenn etwas passiert, der Taxifahrer schnell gefunden wird. Es ist eine Abschreckung Touristen auszurauben. Um nach Lanquin zu kommen, musste ich erst nach Cobán fahren. Die Fahrt dauerte ca. 5 Stunden. Erst um 16 Uhr erreichte ich Cobán. Mein naechster und letzter Bus sollte um 16.30 Uhr abfahren. Erst um 17.30 Uhr ging es los. Ich hatte mir einen Sitzplat gesichert, doch dann wurde mir gesagt, dass ich die "0" auf dem Ticket zu stehen habe und darum die Fahrt ueber stehen soll. 2 1/2 Stunden sollte ich stehen, obwohl ich den Auslaenderfahrtpreis bezahlt habe?!? Eine Sitzreihe bestand aus 4 Plaetzen, die aber fuer 5 Passagiere verkauft wurden. Mit den Kindern auf dem Schoss gezaehlt, waren wir 8 Leute pro Sitzreihe!!! Der letzte Bus am Tag wurde ueberbeladen. Viele Passagiere hielten sich von draussen fest und sassen spaeter auf dem Dach. Es war eng und ungemuetlich. Es waere mir bestimmt egal gewesen, wenn ich einen normalen Fahrtpreis bezahlt haette. Auslaender muessen in Guatemala jeweils mehr bezahlen. Am Ende des Tages habe ich US$17 fuer die 6 Fahrten im Chickenbus bezahlt. Vergleichsweise in Zentralamerika ist es recht teuer. Chickenbusse sind Busse, bei denen Menschen fuehlen koennen, wie Huehner in Kaefige gehalten werden. Weit nach Sonnenuntergang kam ich endlich in Lanquin an. Ich hatte mir vorher das Backpacker-Hostel "El Retiro" rausgesucht. Jedoch wurde ich von einem "El Portal"-Mitarbeiter abgefangen. Das Hostel befand sich unmittelbar am "Semuc Champey" und ist 10km von Lanquin entfernt. Ich bat um 10 Minuten, damit ich mir erst das andere Hostel angucken kann. Ich entschied mich spontan fuer das erste Angebot und lief zurueck. Ich traf unterwegs einen Fahrer vom "El Portal" Hostel, der aber gerade Feierabend hatte. Dann suchte ich bestimmt 40 Minuten den Mann vom Hostel. Ich lief jeweils zu den Orten, an denen er gesichtet wurde. Er befand sich nicht mehr in Lanquin. Vollkommen durchgeschwitzt und muede fand ich schliesslich ein guenstiges Hotel. Ich bekam fuer 35Q ein einfaches Einzelzimmer. Das Dormbett im 10er Dorm haette genauso viel gekostet. Nach einer Dusche ging ich ohne Abendbrot ins Bett. Mein Magen spielte immer noch verrueckt. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen. Dadurch war die Fahrt einigermassen ertraeglich.

Panajachel und Lago de Atitlán

Die Fahrt im Shuttelbus von Antigua nach Panajachel, am 6. August, empfand ich gar angenehm und schnell. Die guatemalischen Strassen befinden sich in einem schlechten Zustand. Sie waren teilweise ueberschwemmt, mit Steinen gesaeht und haben viele Schlagloecher. Auf der Fahrt nah ich einen schweren Busunfall. Ein Chickebus nach Panajachel prallte mit vielen Fahrzeugen zusammen. Mehrere Krankenwagen standen umher. Ich haette unter Umstaenden genau in diesem Bus befinden koennen. Kaum aus dem Shuttlebus ausgestiegen, stiegen schon ungeduldig neue Passagiere zurueck nach Antigua ein. Die Uebernachtungskosten in der touristischen Stadt sind etwas hoeher, als in anderen Staedten. Meine Reisefuehrer empfahlen mir einige guestige Hostels. Sie waren in einem erbaermlichen Zustand und waren zu teuer. Trotz einem Schild mit 25Q verlangten sie 50Q. Sie weigerten sich einen Hostelgast aufzunehmen, wenn sie dafuer mit dem Zimmerpreis runtergehen muessten. So hatten sie eben keinn Gaeste und kein Einkommen. Ich nahm mir dann ein Hotelzimmer mit TV und mit einer nicht funktionierenden heissen Dusche. Bei einer Hoehenlage von 1.500 Metern kann es abends schon etwas kuehler werden. Diesmal wiess ein Schild hin, dass mein Zimmer angeblich Q125 pro Nacht kostet. Solche Zimmerpreisschilder werde ich noch oft zu sehen bekommen. Ich blieb nur kurz auf dem Zimmer und lief die Haupteinkaufsstrasse hoch und runter. Haendler boten massenweise Produkte an. Die Qualitaet ist oft nur sehr einfach, minderwertig. Scheinbar verkauften alle Haendler die gleichen Produkte. Aber Panajachel ist nicht fuer seine Maerkte bekannt.Viel mehr ist die Stadt fuer seine direkte Lage am "Lago de Atitlán" bekannt, umrahmt mir drei majestaetischen Vulkanen (Tolimán, Atitlán und San Pedro). Alexander von Humboldt bezeichnete ihn "als schoensten See der Welt". Bestimmt durch die wolkenverhangenden Vulkanen konnte ich seine Aussage nicht bestaetigen. Ich hatte fuer den naechsten Tag eine Bootstour gebucht.

Fuer 80Q (8 Euro) werde ich von 8 Uhr morgens bis 15.30 Uhr zu 3 von insgesamt 15 Indianerdoerfer gebracht. Waerend es in der Nacht geregnet hat, brannte die Sonne. Meine Sonnencreme hatte ich dummerweise im Hotel gelassen und nahm stattdessen eine Jacke und einen Regenponcho mit. Ich holten mit einen fetten Sonnenbrand auf dem Deck des Bootes. Bevor es losging, lief ich ein wenig durch die Strassen von Panajachel und schaute den Einheimischen zu.
Die Doerfer San Pedro, Santiago und San Antonio fand ich ausgesprochen langweilig. Duzende Geschaefte befanden sich auf beiden Strassenseiten. Im Spalier stehend wurde ich angesprochen. Wenn mir wirklich etwas gefallen hatte und ich um Ruhe bat, redeten sich auf mich wild ein. Ich gab es auf und suchte mir eine ruhige Bank und wollte das Treiben aus der Ferne beobachten. Meine Auszeit gewaehrte nicht lange. In Schare kamen Verkaeufer angelaufen. In Australien damals war so etwas ungewoehnlich und wirkte (hoffentlich) es nicht so nervig. Jedoch hier in Zetralamerika kaempfen die Menschen uns Ueberleben. Nur auf dem Boot hatte ich eit und Ruhe zum Lesen. Was mich wirklich verwundert hat war, dass alle Haeuser grau waren. Ein graues Meer. Ich glaube, wenn die Guatemaler die Haeuser bunt streichen wuerden, dann saehe es richtig toll aus. Einige reiche Auslaender haben sich dieses Gruendstueck ergattert.
In der Regenzeit ist es um den See herum schoen gruen. Jedoch in der Trockenzeit verwandeln sich die Berghaenge in einen verbranntes braun. Alexander von Humboldt lebte von 1769 bis 1859. Sicherlich wuerde er heute seine Meinung aendern. Den ganzen Nachmittag hat es geregnet. Unter meinem Pocho geschuetzt ging ich shoppen. Ausserdem suchte ich mir einen Transport nach Languin bzw. Semuc Champey fuer den naechsten Morgen. Die Shuttlebusangebote lagen bei US$40 bis US$50. Ich zog es doch lieber vor, einen normalen Chickenbus zu nehmen.