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Montag, 13. September 2010

Puerto Escondido

Am 8. September um 7 Uhr morgens erreichte ich den Busbahnhof von Puerto Escondido. Die Stadt, direkt am Pazifik liegend, lockt Surfer und Sonnenhungrigen an. So auch mich. Die Busfahrt von Oaxaca aus war der Horror. Die Busfahrtgeschichten dazu sind wahr. Die Strecke ist gefaehrlich kurvenreich, so dass ich mir einen Sitzplatz in der ersten Reihe genommen habe. Eigentlich ging alles gut, bis ein Mann mitten in der Nacht den Bus betrat und sich genau neben mich setzte. Er hatte in ekliges suesses Parfuem aufgetragen, so dass ich nicht mehr ohne Wuergreiz atmen konnte. Ich kotzte mir sie Seele aus dem Leib und machte ihm klar, dass er verdammt nochmal stinkt. Ich hielt mir die Nase zu, damit ich mich beruhigen konnte. Nach einm Busstop, blockierte ich beide Sitze, stellte mich schlafend und zwang dadurch Stinky zum Platzwechsel. Ab jetzt konnte ich wieder frei atmen, trotz der vielen Kurven, und fiel in einen tiefen Schlaf. Am Busbahnhof nahm ich mir ein Taxi zur Cabañas Edda. Fuer 70 Pesos bekam ich eine einfache Holzhuette und ging sofort schlafen. Mittags erwachte ich und stellte fest, dass die Sonne schien und dass es recht warm ist. Nach Wochen durfe ich meine kurze Hose und die Flip Flops anziehen. Die letzten 10 Tage soll es nur geregnet haben und heute der erste sonnenreiche Tag ist. Welch ein Timing? Ich lief am Meer entlang und beobachtete die Surfer. Die hohen Wellen hier sind nichts fuer Anfaenger und am Nachbarstrand befinden sich weltklasse Wellen. Ich kaufte mir frischen Fisch am Meer und ging zu "Super Che".
Super Che ist ein Supermarkt mit Traumblick aufs Meer. Dort deckte ich mich mit Lebensmittel und Getraenke ein. Voll beladen lief ich den langen, aber schoenen Weg zureuck zum Hostel.Nachmittags wagte ich mich auch mal ins Wasser. Meterhohe Wellen knallten in sekundentakt auf meinen Koerper. Starke Unterwasserstroemungen zogen mich zur Seite. Die Kraefte, die auf mich wirkten, sind kam anzukaempfen. Ich blieb, jedenfalls versuchte ich es, in Ufernaehe. Zum Abschluss genoss ich den Sonnenuntergang.
Zum Abendbrot machte ich mir in der Kueche im Hostel meinen Fisch und chillte den Abend in der Haengematte, mit einer Flasche Corona Bier und einem Buch von Dostojewski. Am naechsten Morgen schlief ich lange aus und machte einen ruhigen Tag. Ich lief in Puerto Escondido umher und genoss lieber jetzt hier zu sein, als in der High Season, wenn alles voll ist. Am Busbahnhof kaufte ich mir fuer den naechsten Tag ein Busticket nach Ciudad de Mexico. Leider wird die Fahrt wieder ueber Oaxaca gehen. Darum sicherte ich mir fuer die kurvenreiche Fahrt wieder einen Sitz in der ersten Reihe. Abends verzog sich der Himmel und ich suchte mir in der Haengematte, unter dem Dach, Schutz vor dem Regen. Ein stahlender blauer Himmel begruesste mich am Morgen. Ich packte meinen Rucksack zusammen und begab mich nochmal an den Strand. Die letzte Gelegenheit liess ich mir nicht nehmen. Mein Bus nach Mexico City fuhr erst um 17:15 Uhr ab. Dadurch sass ich in der Zwickmuehle. Ich haette schon laengst auschecken muessen, aber wollte nicht irgendwo warten. Also machte ich mein Ding und checkte heimlich erst um 16 Uhr aus. Mit dem lokalen Bus fuhr ich zum Marktplatz und lief die 2 Blocks zum Busterminal. Relativ puenktlich kam der Reisebus. Mit 445 Pesos war er wirklich guenstig zu den bis zu 900 Pesos teuren Reisebusse. Die 18stundige Busfahrt ging los.

Freitag, 20. August 2010

Good Bye Central America, Welcome North America

Spontan beschloss ich am 19. August, auf der Faehre in Caye Caulker, nach Mexico zu reisen. Belize ist wirklich zu teuer und hat "nichts" zu bieten, was die Preise rechtfertigen koennte. Den Stopp in der Stadt "Orange Walk" strich ich von meiner Liste und nahm, nachdem ich mit der Faehre in Belize City ankam, den Bus nach Chetumal. Zum Glueck bezahlte ich meine Fahrtickets im Bus und nicht vorher am Hafen. Somit habe ich viele Dollar gespart. Das ersparte Geld konnte ich gleich an der Grenze zu Mexico abgeben. Ich hatte gelesen, dass ich 30B$ (US$15) Ausreisegebuehr bezahlen muss. Nun wollten sie aber 7,50B$ Umweltsteuer hinzu. Mit Druck nahmen die Frau hinter dem Schalter all meine Muenzen. Ich wusste, dass sie keinen Geldautomaten an der Belize-Grenze hatten. Als ich meinen Ausreisestempel im Reisepass hatte, wechselte ich vor dem Gebaeude etwas Geld in mexicanische Pesos, dass ich zufaelligerweise nun doch gefunden habe. Ab jetzt wurde es total caotisch. Mit dem Reisebus fuhren wir nun durch's Niemandsland, zur Grenze nach Mexico. Er herrschte ein grosser Stau, so dass wir alle austiegen und zur Immigration liefen. Nach all die Formalitaeten warteten wir auf den Bus. Nach bestimmt 45 Minuten kam endlich der Bus. Anstatt nun einzusteigen, teilte uns der Fahrer mit, dass er unsere Taschen irgendwo dahinten abgeladen hat. Ich ging also erneut durch die Grenzstation und fand am Strassenrand einige Taschen liegen. Etwas wuetend, aber beruhigt, dass nichts passiert ist, nahm ich meinen Rucksack und ging den langen Weg zureuck zum Reisebus. Dieser durfte selbstverstandlich nicht an der Grenze halten. Komplett durchgeschwitzt betrat ich den Bus. Mein Bauchnabel hatte sich in einen See verwandelt. Die AC verschaffte etwas Abkuehlung. Von der Grenze aus fuhr ich nun in die Stadt "Chetumal". Am Busbahnhof wechselte ich den Bus nach Tulum. Wie ich schon vorher gelesen habe, laeuft in Mexico alles zivilisiert ab. Einfache Busse gab es nicht mehr. Ab nun habe ich nur noch die Wahl zwischen erster Klasse und zweiter Klasse. Ich entschied mich fuer die guestigere zweite Klasse, aber verbrachte die Stunde Wartezeit im mit Klimaanlage gekuehlten Warteraum. Ich konnte geschickt den Aufpasser austricksen. Nun hatte ich nur noch eine 4stuendige Busfahrt vor mir. Die meiste Zeit ueber habe ich geschlafen, so dass die Stunden im Bus sehr schnell vorrueber gingen.

Dienstag, 17. August 2010

Einreise nach Belize

Am 15. August nahm ich den Bus von Flores, Guatemala, nach San Ignacio, Belize. Den Morgen ueber ging es mir nicht sehr gut und wollte erst noch eine Nacht im tollen "Los Amigos" Hostel verbringen. Ich wollte aber weiter. Mit dem Tuktuk fuhr ich zum Busbahnhof nach Santa Elena. Da ich wusste, dass die kurze Fahrt 5 Quetzales kostet und ich passend bezahlte, konnte der Fahrer von mir nicht den bis zu dreifachen Preis verlangen. Auf dem Terminalplatz kaufte ich mir mein Mittagsessen und fand auch schnell meinen Minibus zur Grenze nach Belize. Wie wird eigentlich Belize ausgesprochen? Im spanischen sagen sie alle BelizE. Also das "E" wird mitgesprochen. Da aber Belize zu England gehoerte (Britisch-Honduras) und eines der drei Nationalsprachen englisch ist, wird Belize wie im Englischen ausgesprochen, ohne "E". An der Grenze angekommen, spuehrte ich eine andere Atmosphaere. Die meisten hatten eine schwarze Hautfarbe. Zuvor war ich von dunkelhaeutigen Menschen umgeben. Eine Bar spielte Reggae Musik. Nur der Marijuana-Geruch hat gefehlt. Bei den Geldwechslern tauschte ich meine letzten Quetzales in Belize Dollar und ging zum Immigrationsoffice. Der nette Beamte verlangte von mir 20Q (rund 2 Euro) Ausreisegebuehr. Wieder einmal war es gut, kein Geld im Portemonnaie zu haben und den ATM-Trick durchzufuehren. Schon wie bei der Einreise nach Guatemala wusste ich, dass ich nichts zu bezahlen habe. Ich teilte ihm das mit und er legte meinen Reisepass zur Seite und stempelte alle anderen nach mir in der Reihe ab. Ein Mann in der Reihe meinte zu mir, dass es doch nur 20Q seien. "Ist doch nicht viel." Ich fragte ihn nach US$5. Die wollte er mir nicht geben. "Sind auch nur US$5!" Wenn ich nichts bezahlen muss, dann bezahle ich keinen Cent. Nach wenigen Minuten bekam ich meinen Reisepass ausgehaendigt und durfte gehen. Die Touristen nach mir teilte ich ihnen mit, dass sie auch nichts zu bezahlen haetten. Wie ich spaeter erfuhr, fragte der Beamte bei den beiden nicht nach einer Ausreisegebuehr. Mehrere Backpacker berichteten mir spaeter, dass wirklich alle das Korruptionsgeld bezahlt haben. In Belize bekam ich schnell und unkompliziert meinen Einreisestempel.
Von der Grenze aus gab es keinen Bus zur Stadt "San Ignacio". Dutzende Busse standen herum, jedoch keiner zur naechsten Stadt?!? Der Taxipreis lag bei 30B$ (US$15)!!! Ich habe mich vorher informiert und wusste, dass ich maximal 5B$ bezahlen muss. Mit den Backpackern von zuvor teilte ich mir ein Taxi und bezahlte 7B$. Somit kam ich doch noch recht guenstig nach San Ignacio.

Donnerstag, 12. August 2010

Busfahrt von Cobán nach Flores

Am 11. August lief ich zum lokalen Busbahnhof, von dem die Busse nach Flores abfahren. Auch in Cobán gab es verschiedene Busabfahrtstellen, natuerlich in der Stadt verstreut. Da ich den Vormittag im Internetcafé verbrachte, kam ich sehr spaet los. Ich fand gluecklicherweise einen Bus, der direkt nach Flores durchfuhr. Mit 70Q (7 Euro) war er relativ guenstig. Ich suchte mir einen Fensterplatz aus. Der Minibus wurde immer voller, so dass ich nur seitlich aus dem Fenster rausgucken konnte. Die Landschaft rauschte so schnell an mir vorbei, so dass ich mein Auge/ Gehirn die Landschaft nicht wahrnehmen konnte. Die Folge war, dass mir bei diesem Formula One Race fuchtbar schlecht wurde. Durchgeschwitzt und kreideweiss sass ich in der Falle. Welch ein Glueck, dass der Bus fuer eine Pause anhielt. Ich nutzte meine Chance und fragte um den Beifahrersitz. Ich bekam den Sitz neben dem Fahrer. Ich konnte unmoeglich 7 bis 8 Stunden im hinteren Teil des Busses ueberstehen. Welch ein weiteres Glueck, dass der Regen einsetzte. Ich hielt meinen Kopf aus dem Fenster und bekam ein angenehme kalte Dusche. Blitzschnell wurde ich muede und fiel in einen Schlaf. Als ich aufwachte, hatte mein Gesicht wieder Farbe bekommen. Die rasante Fahrt und die schweren Medikamente gaben mir auf der Fahrt den Rest. Muede erreichte ich Santa Elena. Ein befreundeter Taxifahrer vom Busfahrer brachte mich und 2 Backpacker auf die Halbinsel Flores.

Montag, 9. August 2010

12 Stunden Busfahrt und 6x umsteigen, erreichte ich Lanquin

Am 8. August stand ich kurz nach 6 Uhr auf. Ich packte meine Sachen zusammen und ging zum Busbahnhof. Eigentlich ist es ueberhaupt kein Busbahnhof. Die Busse in Guatemala stehen bzw. halten auf der Strasse. Panajachel zu verlassen ist sehr schwierig. Darum hatte ich bei der Hinfahrt von Antigua aus einen Shuttlebus genommen. Ein Shuttelbus nach Ciudad de Guatemala wollte ich diesmal nicht nehmen, weil er mit US$22 zu teuer war. Also nahm ich den ersten Chickenbus. Dieser fuhr nicht durch, so dass ich umsteigen musste und dann nocheinmal. Nach 3 Bussen kam ich in Ciudad de Guatemala an. Wie auch in Lima, Peru gibt es keinen grossen Busterminal. Alle Busunternehmen sind in der Stadt verstreut und koennen nur mit dem Taxi zurueckgelegt werden. Wer hatte mir bloss damals berichtet, wie guenstig Taxifahrten sind?!? 50Q (5 Euro) fuer ca. 10 Minuten fand ich ausgesprochen teuer. Zum Glueck lernte ich eine Amerikanerin im Bus kennen, so dass wir uns ein Taxi teilen konnten. Eine Polizeistreife stoppte unser Taxi und verlangte unsere Reisepasse. Spaeter wurde mir bewusst, dass die Polizisten alle Daten aufgenommen haben, dass spaeter, wenn etwas passiert, der Taxifahrer schnell gefunden wird. Es ist eine Abschreckung Touristen auszurauben. Um nach Lanquin zu kommen, musste ich erst nach Cobán fahren. Die Fahrt dauerte ca. 5 Stunden. Erst um 16 Uhr erreichte ich Cobán. Mein naechster und letzter Bus sollte um 16.30 Uhr abfahren. Erst um 17.30 Uhr ging es los. Ich hatte mir einen Sitzplat gesichert, doch dann wurde mir gesagt, dass ich die "0" auf dem Ticket zu stehen habe und darum die Fahrt ueber stehen soll. 2 1/2 Stunden sollte ich stehen, obwohl ich den Auslaenderfahrtpreis bezahlt habe?!? Eine Sitzreihe bestand aus 4 Plaetzen, die aber fuer 5 Passagiere verkauft wurden. Mit den Kindern auf dem Schoss gezaehlt, waren wir 8 Leute pro Sitzreihe!!! Der letzte Bus am Tag wurde ueberbeladen. Viele Passagiere hielten sich von draussen fest und sassen spaeter auf dem Dach. Es war eng und ungemuetlich. Es waere mir bestimmt egal gewesen, wenn ich einen normalen Fahrtpreis bezahlt haette. Auslaender muessen in Guatemala jeweils mehr bezahlen. Am Ende des Tages habe ich US$17 fuer die 6 Fahrten im Chickenbus bezahlt. Vergleichsweise in Zentralamerika ist es recht teuer. Chickenbusse sind Busse, bei denen Menschen fuehlen koennen, wie Huehner in Kaefige gehalten werden. Weit nach Sonnenuntergang kam ich endlich in Lanquin an. Ich hatte mir vorher das Backpacker-Hostel "El Retiro" rausgesucht. Jedoch wurde ich von einem "El Portal"-Mitarbeiter abgefangen. Das Hostel befand sich unmittelbar am "Semuc Champey" und ist 10km von Lanquin entfernt. Ich bat um 10 Minuten, damit ich mir erst das andere Hostel angucken kann. Ich entschied mich spontan fuer das erste Angebot und lief zurueck. Ich traf unterwegs einen Fahrer vom "El Portal" Hostel, der aber gerade Feierabend hatte. Dann suchte ich bestimmt 40 Minuten den Mann vom Hostel. Ich lief jeweils zu den Orten, an denen er gesichtet wurde. Er befand sich nicht mehr in Lanquin. Vollkommen durchgeschwitzt und muede fand ich schliesslich ein guenstiges Hotel. Ich bekam fuer 35Q ein einfaches Einzelzimmer. Das Dormbett im 10er Dorm haette genauso viel gekostet. Nach einer Dusche ging ich ohne Abendbrot ins Bett. Mein Magen spielte immer noch verrueckt. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen. Dadurch war die Fahrt einigermassen ertraeglich.

Panajachel und Lago de Atitlán

Die Fahrt im Shuttelbus von Antigua nach Panajachel, am 6. August, empfand ich gar angenehm und schnell. Die guatemalischen Strassen befinden sich in einem schlechten Zustand. Sie waren teilweise ueberschwemmt, mit Steinen gesaeht und haben viele Schlagloecher. Auf der Fahrt nah ich einen schweren Busunfall. Ein Chickebus nach Panajachel prallte mit vielen Fahrzeugen zusammen. Mehrere Krankenwagen standen umher. Ich haette unter Umstaenden genau in diesem Bus befinden koennen. Kaum aus dem Shuttlebus ausgestiegen, stiegen schon ungeduldig neue Passagiere zurueck nach Antigua ein. Die Uebernachtungskosten in der touristischen Stadt sind etwas hoeher, als in anderen Staedten. Meine Reisefuehrer empfahlen mir einige guestige Hostels. Sie waren in einem erbaermlichen Zustand und waren zu teuer. Trotz einem Schild mit 25Q verlangten sie 50Q. Sie weigerten sich einen Hostelgast aufzunehmen, wenn sie dafuer mit dem Zimmerpreis runtergehen muessten. So hatten sie eben keinn Gaeste und kein Einkommen. Ich nahm mir dann ein Hotelzimmer mit TV und mit einer nicht funktionierenden heissen Dusche. Bei einer Hoehenlage von 1.500 Metern kann es abends schon etwas kuehler werden. Diesmal wiess ein Schild hin, dass mein Zimmer angeblich Q125 pro Nacht kostet. Solche Zimmerpreisschilder werde ich noch oft zu sehen bekommen. Ich blieb nur kurz auf dem Zimmer und lief die Haupteinkaufsstrasse hoch und runter. Haendler boten massenweise Produkte an. Die Qualitaet ist oft nur sehr einfach, minderwertig. Scheinbar verkauften alle Haendler die gleichen Produkte. Aber Panajachel ist nicht fuer seine Maerkte bekannt.Viel mehr ist die Stadt fuer seine direkte Lage am "Lago de Atitlán" bekannt, umrahmt mir drei majestaetischen Vulkanen (Tolimán, Atitlán und San Pedro). Alexander von Humboldt bezeichnete ihn "als schoensten See der Welt". Bestimmt durch die wolkenverhangenden Vulkanen konnte ich seine Aussage nicht bestaetigen. Ich hatte fuer den naechsten Tag eine Bootstour gebucht.

Fuer 80Q (8 Euro) werde ich von 8 Uhr morgens bis 15.30 Uhr zu 3 von insgesamt 15 Indianerdoerfer gebracht. Waerend es in der Nacht geregnet hat, brannte die Sonne. Meine Sonnencreme hatte ich dummerweise im Hotel gelassen und nahm stattdessen eine Jacke und einen Regenponcho mit. Ich holten mit einen fetten Sonnenbrand auf dem Deck des Bootes. Bevor es losging, lief ich ein wenig durch die Strassen von Panajachel und schaute den Einheimischen zu.
Die Doerfer San Pedro, Santiago und San Antonio fand ich ausgesprochen langweilig. Duzende Geschaefte befanden sich auf beiden Strassenseiten. Im Spalier stehend wurde ich angesprochen. Wenn mir wirklich etwas gefallen hatte und ich um Ruhe bat, redeten sich auf mich wild ein. Ich gab es auf und suchte mir eine ruhige Bank und wollte das Treiben aus der Ferne beobachten. Meine Auszeit gewaehrte nicht lange. In Schare kamen Verkaeufer angelaufen. In Australien damals war so etwas ungewoehnlich und wirkte (hoffentlich) es nicht so nervig. Jedoch hier in Zetralamerika kaempfen die Menschen uns Ueberleben. Nur auf dem Boot hatte ich eit und Ruhe zum Lesen. Was mich wirklich verwundert hat war, dass alle Haeuser grau waren. Ein graues Meer. Ich glaube, wenn die Guatemaler die Haeuser bunt streichen wuerden, dann saehe es richtig toll aus. Einige reiche Auslaender haben sich dieses Gruendstueck ergattert.
In der Regenzeit ist es um den See herum schoen gruen. Jedoch in der Trockenzeit verwandeln sich die Berghaenge in einen verbranntes braun. Alexander von Humboldt lebte von 1769 bis 1859. Sicherlich wuerde er heute seine Meinung aendern. Den ganzen Nachmittag hat es geregnet. Unter meinem Pocho geschuetzt ging ich shoppen. Ausserdem suchte ich mir einen Transport nach Languin bzw. Semuc Champey fuer den naechsten Morgen. Die Shuttlebusangebote lagen bei US$40 bis US$50. Ich zog es doch lieber vor, einen normalen Chickenbus zu nehmen.

Donnerstag, 5. August 2010

Abschied von San Salvador, Busfahrt nach Antigua, Guatemala

Am 4. August musste ich Abschied von El Salvador nehmen. Mich zog es nach Antigua, Guatemala. Ich befand mich nun ueber 7 Wochen in El Salvador. Ich mag das Land, wenn auch nicht mein Traumland zum Leben ist. Es ist anders. Und die Menschen sind so grossartig, trotz der Gewalt auf den Strassen. Der Abschied von Claudia und ihrer Familie fiel mir sehr schwer. Natuerlich auch von Alberto, der mich in Panama City zu sich eingeladen hatte. Ich bin extra schon um 7.30 Uhr aufgestanden, doch erst nach 10 Uhr kam ich los. Eigentlich wollte ich den oeffentlichen Bus zum Busterminal nehmen, doch Manuel, Claudias Bruder, brachte mich zum Terminal. Statt einer Stunde, brauchten wir nur 10 Minuten. Die Mutter “Delfine“ war wirklich sehr trauig und nahm mich oft in den Arm. Sie hat mich gleich mal fuer Dezember eingeladen. Im Dezember ist in El Salvador ein ganzer Monat Ferien. Genauso wie in dieser Woche jetzt. Im ganzen Land haben die Leute frei und verstopfen die Strassen. Am Busterminal bekam ich sofort einen Expressbus nach Sonsonate. Das war wirklich gut so. Ich brauchte 5 Busse nach Antigua. Die letzten beiden Busse waren die letzten am Tag. Erst nach 20 Uhr erreichte ich die Stadt, von der ich viel Gutes gehoert habe. Ich fand mit Glueck ein guenstiges Hostel in einem Dormroom. Ein Hosel voller Touristen. Auch auf den Strassen sind so viele Touristen. Eigentlich ueberall. Komisches Gefuehl. Nach so langer Zeit bin ich nicht mehr einzigartig und falle nicht auf der Strasse auf. Waehrend viele Menschen in Zentralamerika (mit Grund) etwas gegen Amerika hat, ist Guatemala von amerikanischen Einfluesse ueberschwemmt. Ich habe so viele amerikanische Produkte aus dem Busfenster gesehen und die Einheimischen laufen in amerikanische T-Shirts rum. Guatemala ist auf dem ersten Eindruck teuer. Besonders die Busfahrten. Mit 3 Dollar fuer eine Stunde fand ich den Preis uebertrieben. Ich wurde aber gewarnt, dass Busfahrer von Touristen gerne einen erhoehten Fahrtpreis verlangen. Einmal konnte ich der Schaffner auftricksen. Die Petze wurde sofort mit Puta beschimpft. Der Grenzuebergang in „La Hachadura“ verlief ganz OK.
Die beiden Immigrationsbueros waren sehr weit auseinander. Das erste Stueck bin ich noch gelaufen, doch dann brachte mich ein Fahrradtaxi fuer meine letzten US-Cents zur anderen Seite. Auf der guatemalischen Grenze...
...wollte der Beamte von mit 5 Dollar Eintrittsgeld. Nicht schoen wieder dachte ich erst. Ich guckte cool und selbstbewusst. Ich zeigte ihm ruhig, dass ich schon in Nicaragua bezahlt habe. Ich kenne das CA-4 Abkommen und weiss, dass ich nur einmal in 90 Tagen Eintritt bezahlen muss. Der Beamte nahm meinen Reisepass und stempelte ihn ohne etwas zu sagen ab. Ich bekam nur einen Aufenthalt von 15 Tagen. Ich hatte gehofft, dass ich 3 Wochen in Guatemala bleiben darf. Ich werde wahrscheinlich das Visa ueberziehen. Es kostet mich ca. 1 Euro pro Tag Strafe. In Guatemala City koennte ich mein Visa verlaengern. Jedoch moechte ich nicht bis zu 3 Tage warten.

Dienstag, 22. Juni 2010

Abenteuerbusfahrt nach Honduras hoch drei… und wieder zurueck nach El Salvador

Am Montag, den 21. Juni, verliess ich das Haus von Alberto und machte mich auf den Weg zur Grenze nach Honduras. Ich hatte geplant, eine Rundfahrt in Honduras durchzufuehren. Dazu wollte ich erst die Copán Ruinas besichtigen und danach ueber “Gracias” die “La Ruta de Lenca” bis zur salvadorischen Grenze entlangfahren. Doch erstes kommt es anders und zweitens als man denkt! Gegen 9 Uhr fuhr ich mit dem Bus zum Busbahnhof. Die Passagiere waren so nett zu mir. Sie stellten viele Fragen und zeigten mir die Bushaltestelle, die zum Busterminal aussteigen soll. Da ich mich meistens hinter den Busfahrer setze, war ich der letzte Passagier im Bus. Der Mann, der vor mir lief, entschied sich um und setzte sich wieder hin. Komischerweise setzte er sich quer zum Bus, liess mich durch und stand hinter mir wieder auf. Ich hatte mir dabei nichts gedacht, bis ich im Busterminal nach meinem Portemonnaie greifen wollte. Ich wurde zum ersten Mal das Portmonai gestohlen. Normalerweise gebe ich grosse Acht, besonders wenn viele Leute um mich herum sind. In Bussen halte ich das Portemonnaie oft in meiner Hand. Aber diesmal steckte ich es in meine Hosenbeintasche, bei der der eine Knopf kaputt gegangen war, weil gerade mal 8 Leute im Bus sassen. Intuitiv hatte ich am Morgen in mein Portemonnaie nur US$ 11 reingesteckt und meine Visa-Banksparkarte. Ich beware meine Bankkarten stets in unterschiedlichen Taschen auf. Dumm nur, dass ich gerade die Postbanksparkarte aufgeladen habe und jetzt nicht mehr an das Geld rankomme. Ich konnte nichts daran mehr aendern und stieg in den Bus zur Grenze nach Honduras. Unter all den fliegenden Haendlern die Lebensmittel verkaufen, stieg eine junge Frau ein und verkauft Portemonnaie fuer US$1. Somit hatte ich ruckzuck ein neues Portemonnaie und gab den Meisterdieben eine neue Chance, mich zu beklauen. Die Fahrt nach “El Poy” zog sich lange hin. Erst gegen fruehen Nachmittag erreichte ich den Grenzuebergang. Im Immigrationsoffice zeigte ich mein Passport und dachte, dass alles ganz reibungslos vonstatten geht. So war es nicht. Erpresserisch wurde mir die Einreise nach Honduras verwehrt, weil ich mich weigerte ein weiteres Mal Eintritt fuer Honduras zu bezahlen. Laut dem CA-4 (Central America 4) Abkommen duerfen Touristen 90 Tage in Nicaragua, Honduras, El Salvador und Guatemala aufhalten und muessen nur einmal Eintritt bezahlen. Auf dem Weg nach El Salvador wurde schon einmal auf mich eingeredet, dass ich US$3 Eintritt bezahlen muss. Ich habe die Dame hinter der Glasscheibe im Immigrationsoffice gefragt, ob ich den jedes Mal Eintritt bezahlen muss. Wenn es dicke kommt, muesste ich naehmlich 5 Mal Eintritt bezahlen. Die Dame aber tat so, als ob sie nichts verstehe. Nun weiss ich warum. Nun aber stand ich an der Grenze und die Maenner von der Immigration liessen mich perdu nicht durch. Von Mal zu Mal wollten sie mir einen Beweis erbringen, dass es dieses Gesetz nicht gaebe. Doch das konnten sie nicht. 24 Touristen hatte die Grenze an diesem Tag nach Honduras ueberschritten. Sie zeigten mir die Belege. Darauf meinte ich, dass 24 Touristen sich nicht mit den Gesetzen auskennen. Ich verlangte, mit der Polizei sprechen zu duerfen. Die Polizei von Honduras befand sich hinter der Grenze, so dass ich erst bezahlen sollte und dann wieder zurueck kommen muesste. An der Grenze sprach ich mit der salvadorischen Polizei. Die Beamten waren sehr nett und freundlich. Sie bestaetigten mir das Abkommen und belaechelten die Vorgehensweise der Kollegen aus Honduras. Mir blieb also nichts anderes uebrig zu bezahlen oder wieder umzukehren. Da ich auf Erpressungen empfindlich reagiere und manchmal ein Sturrkopf bin, drehte ich mich um und verzichte lieber auf Honduras, wenn sie es so wollen. Ich bin nicht auf Honduras angewiesen, da ich auch ueber El Salvador nach Guatemala einreisen kann. Nun hatte ich ein Problem, weil ich zuvor meine Dollar in Limpira getauscht habe. Nun musste ich sie wieder in Dollar wechseln. Der erneute Umtauschverlust haette mich ueber US$4 gekostet und somit waere der Verlust hoeher als die Einreisegebuehr. Doch ich wollte genau in einer Woche erneut an diesem Grenzuebergang stehen. Und dann eventuell nochmal. Als ich gerade darueber nachdachte, kamen zwei junge Norweger an. Diese fragte ich, ob sie mir meine Limpira aufkaufen wollen. Sie willigten ein und ich bekam sogar auch einige Quetzales (Waehrung in Guatemala). Fuer die Geste schenkte ich ihnen eines meiner Lonely Planets fuer Mittelamerika. So waren zum Schluss alle zufrieden und mein Frust ueber das Immigrationsbuero und ueber den Diebstahl verflog allmaehlich. Ich setzte mich in den Bus wieder zurueck nach San Salvador. Spontan entschie dich mich um und beschloss einige Tage in Suchitoto zu verbringen. Die alte Stadt befand sich auf dem halben Weg zu San Salvador. Was ist wohl das Dritte, werden Sie sich wohl fragen!?! In Suchitoto bekam ich via Email aus Deutschland endlich eine Information, was denn mit meinem Zwischenmieter sei. Seit 1 Monat habe ich kein Kontakt und seine Rechnung lief nun auf 1000 Euro an. Seine Freunde wissen auch nicht von ihm. Er ist seit einem Monat spurlos verschwunden und sie ”rechnen mit dem Schlimmsten”. So wie es aussieht, werde ich einen Schaden in Hoehe von 2200 Euro erleiden.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Lago Coatepeque

Am Morgen, des 14. Junis, verliess ich das Haus von Alberto in San Salvador. Alle Mitbewohner hatten das Haus schon fruehzeitig verlassen, weil sie an diesem Montag wieder auf Arbeit oder in der Universitaet erscheinen mussten. Ich machte die Tuer hinter mit zu und fuhr mit dem Bus zum Busbahnhof. Wenn der Busfahrer mir im ersten Bus Bescheid gesagt haette, dann haette ich nicht einen zweiten Bus zum Busbahnhof nehmen muessen. Kaum angekommen, fand ich sofort meinen Bus zum Tempel "San Andrés", zu dem ich zuerst wollte, bevor ich weiter zum Lago Coatepeque fahre. Waehrend der Busfahrt lass ich in meinem Reisefuehrer, dass der Tempel "San Andrés" montags geschlossen ist. Deshalb verschob ich den Besuch auf den Rueckweg nach San Salvador. So weit, so gut. Der Busfahrer hielt genau vor dem Eingang vom Tempel und rief mich raus. Ich musste durch den ganzen Bus auf Spanisch schreien, dass montags der Tempel geschlossen sei und dass ich weiterfahren moechte. Nun wussten alle im Reisebus, dass es einen Auslaender unter ihnen gibt. Gegen 14 Uhr erreichte ich den Lago Coatepeque. Warum es ein See sein soll, kann ich nicht beantworten. Er sieht eher wie eine Lagune im Vulkankrater aus. Er ist 6 Kilometer breit und 120 Meter tief. Da alle von See sprechen, werde ich die Lagune faelschlicherweise See nennen. Ich hatte mir ein guenstiges Backpackerhostel rausgesucht, welches mir auch von zwei Seiten her empfohlen wurde. Es handelt sich um das Amacuilco Guest House. Es befindet sich direkt am See. Die Besitzer vom Anwesen, die auch einen kleinen Kiosk haben, sahen wirklich reich aus. Auf dem Mega-Sony-Fernseher laesst sich bestimmt die Fussballweltmeisterschaft super angucken. Kaum hatte ich das Grundstueck betreten, kam ich in eine unangenehme Situation. Die Besitzerin konnte sich erstmal nicht um mich kuemmern, weil sie in dieser Sekunde festgestellt hat, dass eines der Hundewelpen gestorben ist. Sie fing an zu weinen. Noch mir feuchten Augen zeigte sie mir ein einfaches Zimmer, von dem der Dreck von der Decke auf die Betten fiel. Da werde ich wohl schoene Traeume bekommen.Das Dormbett sollte US$9 die Nacht kosten. Ich handelte sie auf US$7 herunter. Ich wusste, dass alle anderen Ho(s)tels am See teurer waren. Das Grundstueck mit all den vielen Katzen ist wirklich riesengross. Der Berghang fuehrt hinunter zum Ufer. Ueber einen Holzsteg gelangte ich auf eine Plattform, von der ich einen wahnsinnigen Rundumblick hatte. Ich setzte mich auf eines der Stuehle und versank in eines meiner Buecher,... ...wenn ich nicht wild umherspringe.
Der Sunset war ganz "OK".Am Abend suchte ich mir ein guenstiges Restaurant und wurde erst bei einem Familienbetrieb mit vielen dicken Frauen fuendig. Da wusste ich schon, dass die Portionen reichlich sein werden. Gesaettigt ging ich zum Hostel zureuck und spielte den Abend ueber Pool und guckte Fernsehen. Auf dem Heimweg wurde ich durch Geschreie vor einer Kirche aufgehalten. Was ich dort erblickte, fand ich nicht mehr „normal“. Am naechsten Morgen kam ich nur schwer aus dem Bett. Das harte Kissen hatte bei mir eine Genickstarre verursacht. Mein Moskitospray hatte in der Nacht gute Arbeit geleistet, da es kein Moskitonetz gab. Die Versuchung am Morgen in den See zu springen war sehr gross. Also nahm ich mir mein Handtuch und lief zum Steg. Nach einigen schoenen Fotos vom See...
...sprang ich hinein.Ich wusste nicht, ob ich noch ne Nacht bleiben sollte. Die Aussicht und das Hostelambiente waren wirklich toll. Jedoch wollte ich nicht noch eine Nacht in diesem ueberteuerten schmutzigen Zimmer verbringen. 4 Dollar waeren angebracht und nicht 7 bzw. 9 Dollar. Also machte ich mich fertig, checkte aus und wartete auf der Strasse auf den Bus. Fast eine Stunde musste ich auf ihn warten, bis ich weiter in den Westen von El Salvador vordringen konnte.

Freitag, 11. Juni 2010

Fahrt von Nicaragua, ueber Honduras, nach El Salvador

Am 9. Juni habe ich den Absprung aus León geschafft. Ich packte meinen Rucksack und verliess nach dem letzten Pancakefrueckstueck das Hostel. Mit dem Colectivo fuhr ich erst zum Busbahnhof und dann weiter zur Stadt Chichigalpa. Von hier aus ging's weiter zur Grenze nach Honduras. Kaum hatte ich das Grenzgebiet erreicht, draengten sich die Fahrradtaxifahrer um den Minibus und guckte gierig ins Wageninnere. Die Rosine im Kuchen war ich. Sie wollten alle mein Fahrer sein und pruegelten sich fast um mich. Wenn das so ist, dann wusste ich schon, dass sie bei mir einen erhoehten Preis verlangen werden. Schnell erkundigte ich mich im Minibus ueber die Preise. Es waren 10 bis 15 Cordoba (rund 50 bis 75 US-Cent). Kaum ausgestiegen wurde ich hin- und hergerissen. Ein Fahrer hatte meinen Rucksack vom Dach auf sein Fahrrad gebracht. Am einfachsten war es, nun diesen Fahrer zu waehlen. Er verlangte 1 Dollar. Ich wollte nicht so sein und gab im meine Zusage. Nach ca. 2 Minuten Fahrtzeit befand ich mich an der nicaraguaischen Grenzseite. Im Haeuschen erledigte ich die gewohnten Formalitaeten, damit ich ordnungsgemaess ausreise. Der Mann am Schalter bearbeitete alle Leute schnell vor mir. Als er bei mir war, verlangte er nur bei mir 2 Dollar Ausreisegeld. Ich sagte ihm, dass ich nicht damit einverstanden bin, weil niemand hier 2 Dollar bezahlen musste. Ausserdem habe ich bei der Einreise schon 8 Dollar bezahlt, in denen meiner Meinung die 2 Dollar Ausreisekosten enthalten sind. Im Lonely Planet schrieben sie 5 Dollar Eintritt, 1 Dollar DutyFree Area Kosten und 2 Dollar Ausreise. Und 8 Dollar habe ich bezahlt. Auf meiner Quittung stand nur 5 Dollar, so dass ich diese nicht gebrauchen konnte. Ich war wirklich wuetend ueber die Bestimmungen in Nicaragua und weiss, dass ich nie wieder einen Fuss in dieses Land setzen werde. Von allen Seiten redeten sie auf mich ein. Ich gab nach und bezahlte schliesslich. Ich hatte noch Cordoba uebrig. Der Mann am Schalter wollte umgerechnet 2,50 Dollar, wenn ich in Cordoba bezahlen moechte. Irgendwie klappte es noch und ich konnte mit dem Fahrradtaxi weiterfahren. Nun sagte aber der Fahrer, dass hier Schluss sei und dass er den Dollar haben moechte. Ich war mir nicht ganz sicher, jedoch wusste ich, dass die Fahrt noch weiterging. Fuer die kurze Strecke, die man laufen koennte, bezahlt man doch nicht einen Dollar. Ich liess mich erneut beschwatzen, bezahlte und stieg aus. Der Fahrer lachte und fuhr genau den Weg, den ich nun laufen soll. Er hatte mich reingelegt und nun sah ich die Fahrradtaxen an mir vorbei fahren, waehrend ich die Bruecke laufen musste. Mein Ruecksack war schwer und die Sonne brannte. Trotz dem Aerger genoss ich ueber die Bruecke zu laufen, weil dass fuer mich immer ein toller Gefuehl ist, im Niemandsland zu sein.
Ich habe niemanden gesehen, der auch gelaufen ist. Das war irgendwie schmerzvoll. Am Schalter von Honduras gab ich meinen Reisepass. Ich bekam keinen Stempel. Dafuer aber die Aufforderung 2 Dollar Eintritt zu bezahlen. Ich fragte sie mehrmals auf Spanisch, ob ich jetzt bei jeder Einreise nach Honduras 2 Dollar bezahlen muess. Sie tat so, als ob sie mich nicht versteht. Im Bus spaeter las ich im Lonely Planet warum. Ich haette nicht nochmal Eintritt bezahlen muessen. Es gibt die sogenannte CA4-Regelung. Im CentralAmerica-4-Staatenbuendnis wurde geregelt, dass man in diesen Laendern sich 90 Tage aufhalten darf und dass man nur einmal Eintritt bezahlen muss. Ich darf also 90 Tage lang so oft ein- und ausreisen, wie ich moechte. Von El Triunto aus nahm ich einen Bus erst nach Choluteca und dann weiter nach El Amatillo, zur Grenze nach El Salvador. Waehrend der Busfahrt las ich im Lonely Planet, dass die Grenze um 17 Uhr schliesst. Meine Uhr zeigte schon 18 Uhr an und mir wurde klar, dass ein Abenteur auf mich wartet. In El Amatillo angekommen, brannten ueberall die Lampen und die Grenzbeamten verteilten weiterhin Stempel. Der Mann vom Immigration Office war sehr nett und erklaerte mir nochmal die 90 Tagesregelung. Einen Bus in die naechste Stadt gab es nicht mehr. Zwei Taxifahrer standen schon gierig bereit, mich fuer 8 Dollar die paar Kilometer zur naechsten Stadt zu bringen. Die Hostels in meinem Reisefuehrer soll es nicht mehr geben… habe sie am naechsten Tag doch gesehen. Ich ging die Strasse entlang und fragte mich nach Hotels durch. Drei aeltere Damen an einem Imbissstand boten mir Abendbrot an. Ich lehnte erstmal ab, weil ich zuerst eine Unterkunft benoetige. Es war inzwischen laengst dunkel geworden und es soll jetzt auch gefaehrlich sein. Die eine Dame meinte, dass ich bei ihr im Haus schlafen koennte. Es kostet 5 Dollar. Ich gab ihr meine Zusage und orderte Abendbrot. Fuer einen kleinen Teller mit Bananen, Brot und ekliger Sosse verlangten sie 2 Dollar. In Sued- und Zentralamerika bekommt man ueberall fuer 1 bis 1,50 Dollar einen grossen gemischten Teller. Es war also ueberteuert. Jedoch stoerte es mich nicht, weil sie mir ueber die Nacht helfen wollten. Dafuer gebe ich gerne mit grossem Herz ein paar Dollar mehr aus. Stutzig wurde ich nur, als die eine Dame sich so "komisch" benahm, als sie die ersten 2 Dollar in der Hand hielt. Es war so als ob: "Hier schaut, wie ich ihn verarscht habe!". Sie wollte nun auch gleich die 5 Dollar einnehmen. Da blockte ich, weil ich erst das Zimmer sehen wollte. Waehrend ich ass, sprachen sie davon, dass ich hier im Imbissstubenstand schlafen soll. Dort befand sich eine Haengematte und eine Toilette. Es sah alles widerlich, keimisch aus. Sie wollten mich ueber Nacht einschliessen. Um 5 Uhr morgens wuerde jemand kommen, mich wecken und mich rauswerfen. Das alles fuer 5 Dollar. Im Grenzgebiet lagen die Hotelpreise bei 15 Dollar die Nacht. Das wussten die Damen vom Grill selbstverstaendlich. Zwei Maenner kamen hinzu und wir kamen ins Gespraech. Der eine Mann versuchte auf mich einzureden, dass 5 Dollar wirklich guenstig sei. Ich erwiederte jedoch, dass ich fuer 5-6 Dollar die Nacht in Sued- und Mittelamerika ein richtiges Hostelbett bekommen koennte. Trotzdem beharrte er auf seinen Standpunkt und ich auf meinen. Ich bot den Damen 3 Dollar die Nacht an. Sie sprachen um den heissen Brei und es wurde immer spaeter. Sie wollten mich wirklich reinlegen bzw. hatten es schon fast geschafft. Ich ging zu einem Hotel, machte ein Dackelgesicht und drueckte den Preis auf 8 Dollar. Als ich das Hotel bzw. das Zimmer sah, wusste ich, dass auch 8 Dollar viel zu viel waren. Das Bettlacken sah nicht frisch gewechselt aus und der Keim haftete an allen Ecken. Kaum hatte ich eingecheckt, da fing es wie aus Eimern an zu regnen. In dieser Situation, haette ich wohl 15 Dollar bezahlen muessen. Regen treibt die Preise wie ueblich nach oben. Ich war so muede, dass mich der staendige Stromausfall nicht stoerte. Ich machte einfach die Augen zu und verarbeitete diesen Tag in meinen Traeumen.

Samstag, 3. April 2010

Abenteuerbusfahrt von Machachi (Ecuador) nach Popayán (Kolumbien)

Am 1. April verliess ich am Morgen das Papagayo Hotel und fuhr erst mit dem Bus nach Machachi und dann weiter nach Quito. Es war ein herrlicher Tag. Trotz der Wolken schien die Sonne. Das tat richtig gut, da mein Koerper sich noch nicht entschieden hat, eine Erkaeltung ausbrechen zu lassen oder nicht. Am Busbahnhof in Quito kaufte ich mir ein Busticket nach Tulcán, zur kolumbianischen Grenze. Um 12.50 Uhr sollte der Bus kommen. Die Stunde, die ich warten musste, verbrachte ich mit dem Mittagessen. Puenktlich kurz vor 12.50 Uhr erreichte ich das Gate zum Bus. Ich setzte mich zu den anderen Leuten und wartete auf den Bus. Als er auch nach 20 Minuten nicht auftauchte, wurde ich ein wenig nervoes. Ein Paerchen neben mir warteten aber auch auf den Bus und viele weitere ebenso. Mir blieb nicht anderes uebrig, als ruhig sitzen zu bleiben. Ich ueberbrueckte die Zeit damit, dass ich mich fragte, ob Schafe organischer Abfall sind oder nicht?!?
Nach 90 Minuten kam endlich der Bus nach Tulán und das grosse Gedraenge ging los. Ich war immer noch der Meinung, dass ein Bus ausgefallen war und nun die Passagiere von 2 Bussen einen Bus stuermen wollten. Nun stellte sich aber heraus, dass der 12.50er Uhr Bus rechtzeitig gekommen war und ich nicht eingestiegen war. Es muss wohl frueher abgefahren sein, denn ich und das kolumbianische Paerchen haben den Bus nicht gesehen. Jedenfalls durften wir nicht einsteigen und sollten auf einen anderen Bus warten. Da kaum auch gleich ein anderer nach Tulán. Doch auch diesen durften wir nicht nehmen und den naechsten auch nicht. Die Busse kamen nun in Minutentakt. Den einen haetten wir aber nehmen koennen, wenn wir im Office das Ticket umtauschen wuerden. Telefonisch war das abgesprochen, doch die Securities Leute liessen uns nicht zum Office durch. Ich glaubte, wir hatten heute den 1. April?!? Es stand das lange Osterfest an und viele Leute wollte an diesem inzwischen Donnerstag Nachmittag zu den Familien fahren.
Um 15.40 Uhr kam erneut ein Bus. Ich stieg einfach ein und liess mich auf keine Diskussionen ein. Es herrschte ein harter Kampf um die Plaetze. Immer wieder bestand jemand auf seinen Sitz und der grosse Sitztausch began. Ich hatte Glueck und fand einen freien Platz. Der Busfahrer war beschaeftigt, die Passagiere ohne Ticket rauszuwerfen. Mein Ticket, mit einer Zeit von vor 3 Stunden, hat er zum Glueck akzeptiert und liess mich mitfahren. Den Plan, heute noch nach Kolumbien zu kommen, habe ich schon aufgegeben. Um 21.30 Uhr erreichte ich Tulcán und nahm mir ein nettes einfaches Hotel. Kaum eingecheckt, holte ich mir ein Abendbrot und ging danach zurueck ins Hotel. Am naechsten Morgen stand ich frueh auf. Nach einem reichhaltigen Fruehstueck suchte ich mir die Busverbindungen zur Grenze. Nach langem suchen und rumgelaufe,...
...fand ich schliesslich die Minibusse, die zur ca. 6,5 km entferten Grenze "Tulcán-Ipiales" fahren. Mitten im Niemandsgebiet... ...liess uns der Fahrer raus. Zuerst lief ich auf der Bruecke zurueck nach Ecuador...
...und holte mir meinen Ausreisestempel. Dann lief ich zum Immigrationsbuero auf der kolumbianischen Seite.
Es ging alles reibungslos und einfach. Es war wirklich eine "Basis des Friedens".
Mit dem Geldwechsel hatte ich grosses Glueck. Ich lernte eine Argentinierin kennen, die gerade aus Kolumbien kam und ihre Pesos in Dollar tauschen wollte. So hatten wir beide einen guten Umtauschkurs. Nun konnte ich mit einem anderen Minibus in meine erste kolumbianischen Stadt "Ipiales" fahren. Am Busterminal angekommen, wollte ich mir sofort ein Busticket nach Popayán kaufen, doch es fuhren an diesem Karfreitag nur wenige Busse. Der frueheste Bus, den ich nehmen konnte, fuhr um 15 Uhr. Ich sollte also 3 Stunden warten. Die Zeit verbrachte ich im Internetcafé. Mit einem Mittagessen unter dem Arm, betrat ich den Bus. Er war komplett voll und sah recht luxurioes aus. Darum hatte ich wohl US$18 bezahlen muessen. Colectivos sind zwar guenstiger, doch es fuhren heute keine. Kaum ging die Fahrt durch eine wunderschoene spektakulaere Schlucht los, kamen wir schon in eine Polizeikontrolle. Verdaechtige Gepaeckstuecke wurden herausgeholt und geoeffnet. Die Prozedur dauerte eine Ewigkeit. Nun sollte es eigentlich weitergehen, doch nach wenigen Minuten kam schon die naechste Buskontrolle. Ich laechelte den bewaffnetten Polizisten an und er brachte nur ein strenges "Passaporte" hervor. Laecheln war wohl verboten?!? Der Busfahrer war gerade draussen bei den Polizisten, als auf einmal jemand laut "Helado" schrie. Alle im Bus erschraken sich zu Tode. Ich habe den Hitlerbart tragenden Mann erst gar nicht verstanden. Es war ein Eisverkaeufer, der uns einen Schrecken einjagen wollte und somit auf einen besseren Verkauf hoffte. Nun konnte unsere Fahrt endlich weitergehen. Ich wunderte mich, dass die Polizisten nicht auf eine eventuelle Flucht von Leuten vorbereitet waren. Ich sollte mich irren. Nach wenigen Metern waren im Abstand von 100 Metern bewaffnete Polizisten. Ich fuehlte mich fast wie im Krisengebiet und meine Gelassenheit verflog allmaehlich. Es sollten noch viele Kontrollen kommen. In der Stadt "Pasto" holten sie viele Leute raus, die sich durchsuchen lassen mussten. Bei denen sahen sah es so aus, als ob sie das kannten. Synchron zeigten sie alle Stellen des Koerpers. Ich sah auch einmal einen Taxifahrer, der beim Reden beide Arme nach oben hielt. Die Polizisten hatte ihre Hand am Revolver und waren jederzeit zu einem Schusswechsel bereit. Irgendwann erwachte ich aus meinem Schlaf, weil genau vor uns die Strasse gesperrt war. Eine Osterprozession fand genau vor dem Bus statt. Zur Osterzeit finden viele Paraden in Suedamerika statt. Nach ueber 30 Minuten langem Warten durften wir endlich weiterfahren. Ich wollte nur noch in Popayán ankommen. Doch eigentlich auch nicht, weil ich nicht nachts ein Hotel suchen moechte. Erschrocken guckte ich auf die Uhr, als ich endlich Popayán erreichte. Es war kurz vor 1 Uhr. Also mitten in der Nacht. Eigentlich haette ich um 21 Uhr ankommen sollen. Ich suchte mir eine Bank im bewachten Busbahnhof, schloss meine Taschen an die Bank an (habe langes Kabelschloss) und schlief auch recht schnell ein. Willkommen in Kolumbien.