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Freitag, 20. August 2010

Good Bye Central America, Welcome North America

Spontan beschloss ich am 19. August, auf der Faehre in Caye Caulker, nach Mexico zu reisen. Belize ist wirklich zu teuer und hat "nichts" zu bieten, was die Preise rechtfertigen koennte. Den Stopp in der Stadt "Orange Walk" strich ich von meiner Liste und nahm, nachdem ich mit der Faehre in Belize City ankam, den Bus nach Chetumal. Zum Glueck bezahlte ich meine Fahrtickets im Bus und nicht vorher am Hafen. Somit habe ich viele Dollar gespart. Das ersparte Geld konnte ich gleich an der Grenze zu Mexico abgeben. Ich hatte gelesen, dass ich 30B$ (US$15) Ausreisegebuehr bezahlen muss. Nun wollten sie aber 7,50B$ Umweltsteuer hinzu. Mit Druck nahmen die Frau hinter dem Schalter all meine Muenzen. Ich wusste, dass sie keinen Geldautomaten an der Belize-Grenze hatten. Als ich meinen Ausreisestempel im Reisepass hatte, wechselte ich vor dem Gebaeude etwas Geld in mexicanische Pesos, dass ich zufaelligerweise nun doch gefunden habe. Ab jetzt wurde es total caotisch. Mit dem Reisebus fuhren wir nun durch's Niemandsland, zur Grenze nach Mexico. Er herrschte ein grosser Stau, so dass wir alle austiegen und zur Immigration liefen. Nach all die Formalitaeten warteten wir auf den Bus. Nach bestimmt 45 Minuten kam endlich der Bus. Anstatt nun einzusteigen, teilte uns der Fahrer mit, dass er unsere Taschen irgendwo dahinten abgeladen hat. Ich ging also erneut durch die Grenzstation und fand am Strassenrand einige Taschen liegen. Etwas wuetend, aber beruhigt, dass nichts passiert ist, nahm ich meinen Rucksack und ging den langen Weg zureuck zum Reisebus. Dieser durfte selbstverstandlich nicht an der Grenze halten. Komplett durchgeschwitzt betrat ich den Bus. Mein Bauchnabel hatte sich in einen See verwandelt. Die AC verschaffte etwas Abkuehlung. Von der Grenze aus fuhr ich nun in die Stadt "Chetumal". Am Busbahnhof wechselte ich den Bus nach Tulum. Wie ich schon vorher gelesen habe, laeuft in Mexico alles zivilisiert ab. Einfache Busse gab es nicht mehr. Ab nun habe ich nur noch die Wahl zwischen erster Klasse und zweiter Klasse. Ich entschied mich fuer die guestigere zweite Klasse, aber verbrachte die Stunde Wartezeit im mit Klimaanlage gekuehlten Warteraum. Ich konnte geschickt den Aufpasser austricksen. Nun hatte ich nur noch eine 4stuendige Busfahrt vor mir. Die meiste Zeit ueber habe ich geschlafen, so dass die Stunden im Bus sehr schnell vorrueber gingen.

Caye Caulker Islands

Am 17. August erreichte ich Belize City, von dort ich aus eine Faehre nach Caye Caulker nahm. Der Busterminal befand sich auf der anderen Seite der Stadt. Auf der Karte sah es viel zu weit zum Laufen aus. Ich haette mal vorher im Reisefuehrer die Beschreibung durchlesen sollen und vor allem auf den Massstab gucken sollen. So aber nahm ich mir fuer 7B$ (US$3,50) ein Taxi zum Hafen. Ich gab meinen Rucksack auf, lief etwas umher...
...und ass in einem Imbissstand ausgezeichneten Curryfisch. Nach 45minuetiger Fahrt betrat ich die Karibikinsel Caye Caulker. Nach dem Hurricane "Hattie" den Split schuff, besteht die Insel heute aus zwei Teilen. In meinem Reisefuehrer hatte ich mir die guenstigste Unterkunft rausgesucht. Im Bella's Backpackerhostel war das Zelten auf dem Grundstueck erlaubt. Zum ersten Mal, seitdem ich mir ein Zelt in San Salvador gekauft habe, konnte ich es nun benutzen. Die Besitzerin war vollkommen gestresst und strahlte eine Hinterhaeltigkeit aus. Sie hatte sich wohl in einen Belizer verliebt und hat 3 Kinder gezeugt. Diese zerrten an ihren Nerven und schrie die ganze Zeit nur rum. Ich baute mein Zelt auf und laechelte immer, wenn ich die Besitzerin sah. Bloss nicht auffallen. Den Nachmittag ueber ging ich auf der Hauptstrasse spazieren...
...und informierte mich ueber Schnorcheltouren im zweitgroessten Reef der Welt. Es gab einige Touranbieter, aber alle Backpacker schwaermen immer nur von einer Agentur: "Raggamuffin". Mit einem Segelboot ging es zu 3 verschiedenen Schnorchelplaetzen. Ich wollte jedoch nicht sofort die Tour buchen, sondern mich erstmal informieren und am naechsten Morgen wiederkommen. Auf der "Hey Buddy, & What's up?!?-Insel" befanden sich viele Touristen und dann eben diese coolen Typen. Viele waren betrunken, mit Marijuana zugedroehnt oder auf Pille. Es nervte mich tierisch. Fast jedes Restaurants hatte frischen Lobster im Angebot. Fuer ein Lobstergericht verlangten sie zwischen 15 und 30B$. Da die Leute vom 15B$ Restaurant betrunken waren, entschied ich mich fuer die 20B$ (US$10). Das Essen war wirklich lecker, aber viel zu wenig. Ich war danach immer noch so hungrig. Ich kann mir schwer vorstellen, dass alle Lobster aus dem freien Meer kommen. Sie kommen bestimmt von einer Farm, aus dem Meer. Zum Gericht gab es Rumpunch. Manchmal auch unbegrenzt. Rum ist hier wirklich guenstig und stark. Im chinesischen Supermarkt kaufte ich mir eine Pepsi. Als ich zum ersten Zug ansetzte musste ich mich uebergeben. Die Pepsi war vergammelt. Auch bei den anderen Dosen war das Mindesthaltbarkeitsdatum um ueber 1 Jahr abgelaufen. Die Chinesen. Auf der Insel habe ich 5 chinesische Supermarkte gezaehlt. Viele Produkte im Supermarkt waren abgelaufen. Oft sah ich, dass sie das Mindesthaltbarkeitsdatum einfach weggewischt haben. Die Chinesen haben die Gewalt ueber die Preise und geben dadurch den Ton an. Den Satz: "Auf einer Insel ist es teurer" kann ich nicht mehr hoeren. Ich glaube das nicht. Sie besitzen das Monopol, bestimmt auch auf dem Festland. Die Straende rund um die Stadt waren nicht schoen. Ueberall wuchs Seegras. Wie ich gelesen habe, sind sie nicht schaedlich. Ganz im Gegenteil. Sie produzieren viel Sauerstoff und ist eine Nahrungsquelle fuer viele Tiere. Jedoch zum Baden ist es unangenehm.
Am naechsten Morgen stand ich fruehzeitig auf und ging zum Raggamuffin Office. Inzwischen waren beide Touren ausgebucht, so dass ich entweder ein Tag warten muss oder woanders buchen kann. Ich folgte all den Empfehlungen und machte einen Ruhetag. Es war erneut ein heisser Tag. Ich fruehstueckte in Ruhe und fuhr mit dem Kanu etwas hinaus. An den Stellen, wo kein Seegras wuchs, wagte ich den Sprung ins Wasser. Abends zum Sonnenuntergang schnappte ich mir erneut das Kanu und folgte dem Sonnenuntergang.Das Hostel schimmerte in der Sonne goldig.
Ich fuhr immer weiter auf's Meer raus. Als ich umdrehte, bekam ich einen grossen Schreck. Der Wind brachte mich geschwind zum Ufer weg. Als ich das Kanu umdrehte, kam ich keinen Zentimeter voran. Panik stieg hoch. Diagonal gepaddelt kam ich dem Ufer immer Naeher und mein Herz beruhigte mich, als ich im Windgeschuetzten Teil befand. Auf der einen Seite war der Wind gefaehrlich, aber in der Nacht habe ich die Abkuehlung genossen. Ohne den Wind, waere wohl kein Schlaf moeglich gewesen. In meinem Zelt hatte ich keinen Ventilator. Am dritten Tag stand ich erneut auf, bezahlte meine Tour am Morgen und hatte nun einige Stunden Zeit zum Fruehstuecken. Um 10.30 Uhr ging ich zum Strand und bekam mein Segelboot zugeteilt. Bestimmt 15 Leute fanden Platz. Mit gespannten Segeln stichen wir in See. Bei Reggaemusik genossen wohl wir alle die Atmosphaere. Das zweite Segelboot musste kurz nach dem Start wieder umkehren, weil jemand seine Schnorchelausruestung vergessen hat. Wir hatten 3 Schnorchelspots, an denen das Schnorcheln erlaubt war. Am ersten Spot durften wir selber ins Wasser springen.
Ich zog meine Bahnen und war vollkommen enttaeuscht. Die Korallen und die Farbenpracht hatte ich mir anders vorgestellt. Es war langweilig. Ich fragte mich, warum ich darum extra nach Belize gekommen bin. Aber es gab ja noch zwei andere Spots. Nach einem grossen Fruechtesnack fuhren wir zur Stelle mit den Haien. Als wir ankamen, standen schon viele Boote herum. Der Captian schmiss einige Fische ins Meer. Sofort zogen es Haie, Stingrays und Fische an.
Die Haie kaempften um den Fisch. Ich zog schnell meine Schnorchelsachen an und sprang ins Wasser. Diese Haie sind ungefaehrlich. Das zeigte uns auch der eine Crewmitglied, der einen Hai hochnahm. Alle durften den Hai mal anfassen. Spaeter habe ich viele Haie unter Wasser gestreichelt. Auch einen Stingray durfte ich mal anfassen. Jedoch nicht am Stachel. Die Situation war erstmal recht aufregend, jedoch machten wir danach nichts weiteres. An diesem Teil des Riffs werden Tag ein Tag aus Haie und Stingrays gefuettert. Nach einem Lunch segelten wir nun zum letzten Spot. Eigentlich war ich zu sehr vollgefressen. Trotzdem sprang ich ins Wasser. Ranger sassen in Booten und passten auf, dass niemand hier alleine schorchelt. In Zweiergruppen mussten wir nun dem Fuehrer folgen. Staendig sagte mein Fuehrer etwas und zeigte uns etwa. Das staendige hoch- und runtergucken nervte. Einmal sah ich einen tollen Fisch und folgte ihm etwas. Promt bekam ich meinen Anschiss. Spektakulaer war ein Loch im Riff, durch das man tauchen konnte. Es war viel zu tief. Da ich nur einmal die Chance hatte, nutzte ich sie. Dafuer bekam ich sogar Applaus. Danach ging es wieder zurueck auf's Segelboot. Nun sollte die Party starten. In einer grossen Wasserflasche wurde ein Cocktail angesetzt. Wieviele Rumflaschen hinein kamen, habe ich nicht zaehlen koennen. Staendig bekam ich mein Glas mit "Limonade" gefuellt. Ich war bestimmt ganz schoen angetrunken. Grosses Lob an beide Crewleute. Sie rauchten zwar einmal heimlich Pot, jedoch ruehrten sie nichts vom Alkohol an. Schwankend erreichte ich mein Hostel. Andere Hostelleute waren auf dem anderen Segelboot und brachten eine Rumflasche mit. Die Party ging im Hostel weiter. Bis zum Schluss blieb ich nicht und begab mich fruehzeitig in mein Zelt. Das war auch gut so. Ich wollte ja am naechsten Morgen fruehzeitig aufstehen. Auf der Strasse diskutierten einige Leute um kurz nach 6 Uhr morgens ueber Krieg, Deutschland, Hitler usw. Sie waren wohl auf "Turkey"?!? Ich baute mein Zelt ab und verstaute alle Sachen in meinem Rucksack. Rechtzeitig bekam ich die Faehre nach Belize City.

Dienstag, 17. August 2010

San Ignacio

Am 15. August erreichte ich meine erste Stadt in Belize: "San Ignacio". Alles, was ich vorher gehoert hatte, stimmt. Leider. Belize ist teuer. Aus dem Taxi ausgestiegen, suchte ich mir ein Hostel. Fuer rund US$10 bekam ich ein einfaches Zimmer. Der Name "Central Hotel" klingt nach etwas besserem. Der aeltere Besitzer Kenny war ziemlich nett und wusste, dass er zu den guenstigen Hostels gehoerte. Ich bezahlte ihm die 20B$ und ging etwas in der Stadt spazieren, von denen viele Backpacker meinen, dass man die Stadt unbedingt sehen muss. Es war Sonntag, so dass fast alle Geschaefte geschlossen hatten. Kenny meinte, dass die Chinesen beim Spielen waren und dass ab 17 Uhr viele Geschaefte wieder oeffneten. Erst spaeter verstand ich, was er meinte. Alle Supermaerkte im Ort befanden sich in raffgierigen Haenden von Chinesen. Nur selten stand ein Preis am Produkt, so dass ich sofort 10 Preisanfragen hatte. Durch das schlechte Englisch verstand ich nicht mal die Wucherpreise richtig und kaufte mir eklige Getraenke. Nie wieder Dr. Peppers! Beim Inder ass ich mein Abendbrot. Abends chillte ich den Abend auf der Terrasse und beobachte das Leben der Menschen an der Karibikkueste. Die Atmosphaere war sehr eigenartig. Staendig wurde ich mit "coolen" Spruechen angesprochen. Alkoholiker sassen den ganzen Tag auf der Strasse. Viele Belizer versuchten etwas Provision, mit den Touristen zu verdienen. Es war eine verkrampfte Situation, weil sie so super cool rueberkommen mussten. Ich wusste schnell, dass ich nur einen Tag bleiben werde. Fuer den ersten Eindruck war es ganz nett und ich wuerde es jedem empfehlen. Die Tour zu den Actun Tunichil Muknal (ATM) Hoehlen nahm ich nicht teil. Fuer mindestens US$60 wollte ich mir keine Maya-Knochen in einer Hoehle angucken. Am Morgen wachte ich mit Bauchkraempfen auf. Trotz der Medikamente ging es meinem Magen immer noch schlecht. In der Pharmazie fragte ich um Rat. Da in Belize Englisch gesprochen wird, konnte ich mich super verstaendigen. Meine Medikamente, die ich taeglich einnahm, sollen wirkungslos sein. Bevor ich auf die Frau in der Pharmazie hoerte, beschloss ich nochmal im Labor eine Probe abzugeben. Nach 30 Minuten hatte ich das Resultat. Ich hatte immer noch E. Coli, weitere Bakterien und Pilze im Bauch. Mit dem Resultat ging ich zu einem Arzt, der mir neue Medikamente verabreichte. Fuer die 10 Minuten Konsultation + Medikamente bezahlte ich 130B$ (US$65). Er hatte fuer die Medikamente den doppelten Preis im Vergleich zur Apotheke verlangt. Hoffentlich bekomme ich alle Ausgaben von meiner Versicherung erstattet. Unsicher mit meinem Bauch nahm ich um 11 Uhr den Bus nach Belize City. Es war furchtbar heiss.

Einreise nach Belize

Am 15. August nahm ich den Bus von Flores, Guatemala, nach San Ignacio, Belize. Den Morgen ueber ging es mir nicht sehr gut und wollte erst noch eine Nacht im tollen "Los Amigos" Hostel verbringen. Ich wollte aber weiter. Mit dem Tuktuk fuhr ich zum Busbahnhof nach Santa Elena. Da ich wusste, dass die kurze Fahrt 5 Quetzales kostet und ich passend bezahlte, konnte der Fahrer von mir nicht den bis zu dreifachen Preis verlangen. Auf dem Terminalplatz kaufte ich mir mein Mittagsessen und fand auch schnell meinen Minibus zur Grenze nach Belize. Wie wird eigentlich Belize ausgesprochen? Im spanischen sagen sie alle BelizE. Also das "E" wird mitgesprochen. Da aber Belize zu England gehoerte (Britisch-Honduras) und eines der drei Nationalsprachen englisch ist, wird Belize wie im Englischen ausgesprochen, ohne "E". An der Grenze angekommen, spuehrte ich eine andere Atmosphaere. Die meisten hatten eine schwarze Hautfarbe. Zuvor war ich von dunkelhaeutigen Menschen umgeben. Eine Bar spielte Reggae Musik. Nur der Marijuana-Geruch hat gefehlt. Bei den Geldwechslern tauschte ich meine letzten Quetzales in Belize Dollar und ging zum Immigrationsoffice. Der nette Beamte verlangte von mir 20Q (rund 2 Euro) Ausreisegebuehr. Wieder einmal war es gut, kein Geld im Portemonnaie zu haben und den ATM-Trick durchzufuehren. Schon wie bei der Einreise nach Guatemala wusste ich, dass ich nichts zu bezahlen habe. Ich teilte ihm das mit und er legte meinen Reisepass zur Seite und stempelte alle anderen nach mir in der Reihe ab. Ein Mann in der Reihe meinte zu mir, dass es doch nur 20Q seien. "Ist doch nicht viel." Ich fragte ihn nach US$5. Die wollte er mir nicht geben. "Sind auch nur US$5!" Wenn ich nichts bezahlen muss, dann bezahle ich keinen Cent. Nach wenigen Minuten bekam ich meinen Reisepass ausgehaendigt und durfte gehen. Die Touristen nach mir teilte ich ihnen mit, dass sie auch nichts zu bezahlen haetten. Wie ich spaeter erfuhr, fragte der Beamte bei den beiden nicht nach einer Ausreisegebuehr. Mehrere Backpacker berichteten mir spaeter, dass wirklich alle das Korruptionsgeld bezahlt haben. In Belize bekam ich schnell und unkompliziert meinen Einreisestempel.
Von der Grenze aus gab es keinen Bus zur Stadt "San Ignacio". Dutzende Busse standen herum, jedoch keiner zur naechsten Stadt?!? Der Taxipreis lag bei 30B$ (US$15)!!! Ich habe mich vorher informiert und wusste, dass ich maximal 5B$ bezahlen muss. Mit den Backpackern von zuvor teilte ich mir ein Taxi und bezahlte 7B$. Somit kam ich doch noch recht guenstig nach San Ignacio.