Samstag, 8. Mai 2010

Meine Ersten Schritte in Costa Rica, Golfito

Am 6. Mai verliess ich Bocas und nahm einen Bus erst nach David und dann einen weiteren Bus zur panamesisch-costaricanischen Grenze "Paso Canoas". Kaum war ich endlich nach langer anstrengender Busfahrt angekommen, von der Karibik im Norden nach Sueden zum Pazifik, fing es wie aus Kuebeln an zu regnen.
Willkommen in Costa Rica. Zum Glueck stand ich unter einem Dach und konnte meine Blicke schweifen lassen. Normalerweise sind die Staatsgrenzen oede und einsam. Nicht jedoch hier. Da in Costa Rica die Produkte, inklusive Lebensmittel, viel teurer sind, fahren die Costaricaner zum Grosseinkauf ueber die Grenze und nutzen auch die Duty Free Angebote. Doch heute fiel der Einkauf im wahrsten Sinne ins Wasser.
An der Grenze lernte ich Ash (indischer Englaender, der auch Deutsch spricht) kennen, der auch zur Penisula de Osa fahren wollte. An diesem Tag war es nicht mehr moeglich, weil keine Busse oder Faehren mehr dort hinfahren. Wir entschieden uns fuer die Faehrfahrt am naechsten Morgen und fuhren dazu erst nach Neily und dann nach Golfito, am Golfo Dulce. Wir teilten uns ein Zimmer in dem ganz einfachen Hostel "Cabinas El Tucan". Ash besuchte Costa Rica erneut und klaerte mich ueber das typische Essen auf. Das Nationalgericht ist Pinto. Das ist Reis mit weinroten Bohnen gemixt. Es wird eher zum Fruehstueck mit Ei gegessen. Wir waren von der langen Fahrt sehr muede und gingen fruehzeitig schlafen. Golfito ist ein mehr und mehr an Bedeutung verierender Bananenhafen. In der herunterkommenden Stadt befanden sich viele Kneipen und Diskotheken. Wie ich spaeter lass, befindet sich hier ein Rotlichtmilieu und soll abends gefaehrlich sein. Golfito war von 1938 bis 1985 das Hauptquatier der Aktivitaeten der Firma "United Fruit Company". In den 1980er veranlassten Absatzschwierigkeiten, steigende Steuern, Arbeiterunruhen etc. das Unternehmen zum Rueckzug vom Golfo Dulce. United Fruit Company ist heute besser unter dem Namen "Chiquita" bekannt. Ihm wird Ausbeutung in Bananenplantagen, Kinderarbeit, sexuelle Belästigung, Einsatz von gefährlichen Pflanzengiften vorgeworfen. Bei "UFC" haengt ebenfalls viel Dreck. Am naechsten Morgen nahm ich die Faehre nach Puerto Jiménez.

Freitag, 7. Mai 2010

Archipiélago de Bocas del Toro

Mit dem Nachtbus ereichte ich am 3. Mai die Stadt Almirante. Es war gerade mal 6 Uhr morgens und ich hatte kaum im Nachtbus geschlafen. Mit einem Taxi wurde ich zum Hafen gebracht. Ein Speedboottaxi brachte mich dann auf die Karibikinsel Colón, die im Archipiélago de Bocas del Toro liegt. Von den San Blas Inseln nicht genug, befinde ich mich schon wieder auf irgendwelchen karibischen Inseln. Die Batterien sind aufgeladen und meine Waesche ist gewaschen. Doch ganz so einsam sind die Insel de Bocas nicht. Es geht hier sehr touristisch zu. Ich checkte im Hostel Heike ein. Der Besitzer ist der selbe wie im Luna's Castle in Panama City, in dem ich zuvor war. Doch leider ist "Heike" nicht so umwerfend. Fuer US$10 die Nacht kann ich schon Toilettensitze, mehr Komfort und schnelleres Internet erwarten. Zudem wird die schoene gemuetliche Dach-Terrasse um 22 Uhr geschlossen. Bei dieser Hitze ist die Terrasse im der Nacht der beste Platz zum Chillen. Genug gemeckert. Nee, eine Besonderheit kommt noch. Der Name "Heike" ist etwas seltsam, wenn man genau hinschaut. Der Buchstabe "H" wird im spanischen nicht gesprochen. Im Spanischen muesste man also "Eike" dazu sagen. Im Englischen hingegen wird das "H" am Anfang gesprochen, jedoch das "E" am Ende wie "I" ausgesprochen. Also "Heiki". Wie dem auch sei, habe ich hier eingecheckt und habe mich erstmal aufs Ohr gelegt. Erst am fruehen Nachmittag stand ich auf und lief ein wenig in der Stadt herum. Es gibt scheinbar fast so viele Supermaerkte wie Hostels. Ich wollte mir Wasser kaufen, jedoch dominiert das Getraenkeangebot nur mit Coca-Cola Produkten. Aufgrund der Geschaeftspolitik verzichte ich auf CC. Statt dessen schnappte ich mir ein eiskaltes Bier. Besonders merkwuerdig ist das Wasserangebot in Panama generell. Es gibt fast nur filtriertes Wasser zu kaufen. Es ist Tabwater, welches technologisch aufbereitet wurde. Die eine Marke heisst sogar "Los Alpes" und die Flasche bedeckt ein Foto von den Alpen. Troztdem ist es minderwertiges Wasser aus Panama und nicht aus Deutschland. Alternativen gibt es schon. Es gibt panamesisches Regenwaldwasser, Fidschi-Wasser (also Wasser von den Fidschi Inseln) oder franzoesisches Vitel. Ist alles nur ne Frage des Preises. Zusammengefasst gibt es scheinbar in Panama kein mit Mineralien bestehendes hochwertiges Wasser zu normalen Preisen zu kaufen. In Deutschland kostet die 1,5 Literflasche 35 Cent. Hier muss man mindestens 1,40 Euro berappen, wenn man sich gesund ernaehren will. Am ersten Tag lief ich nur ein wenig umher und organisierte meine Ausfluege auf andere Inseln. Ich entschied mich am naechsten Morgen, die Red Frog Beach Tour zu buchen. Sie beinhaltet ebenfalls den Besuch der Delphin Bucht und 2 Schnorchelplaetze. Zuerst ging es aber zur Delphinbucht. Wir waren nicht die Einzigen. Ich habe bis zu 7 Boote aufeinmal gezaehlt. Es war wirklich nicht mehr schoen. Fuer die Tiere muss es eine Zumutung sein!?!
Dann ging es zum Cay Coral Spot. Unweit von einem Restaurant, in dem wir Mittagessen fuer bis zu US$25 vorbestellen konnten, befand sich der erste Schnorchelspot. Auch hier kam ich mir eher wie bei einem Winterschlussverkauf vor.
Mein erster Eindruck bestaetigte sich aber nicht. Unterwasser sah es phantastisch aus. Auf dem weissen Sandboden wuchsen farbenfrohe Korallen. Solche Korallen habe ich noch nicht gesehen. Nach 90 minuetiger Zwangsmittagspause in dem teuren Restaurant, ging es nun endlich zum Red Frog Beach. An diesem Beach befinden sich rot-schwarze giftige Froesche. Ich lief wirklich 2 Stunden in einem Labyrinth von Wegen umher, jedoch sah ich nicht einen Einzigen. Jedenfalls keinen Einzigen, der in Freihheit lebt. Am Strand......verkaufte ein Junge seinen gefangenden Frosch fuer Fotos. Bei US$3 Eintritt haetten sie ruhig einen Wegeplan ausgeben koennen. Ich fragte mich durch und lief einen alten Weg durch den Jungel. Alles was ich nur fand, waren Hinweisschilder, dass das Verlassen der Wege verboten ist. Auf der Suche guckte ich die ganze Zeit nach unten. Ein Mann machte mich aufmerksam, dass in einem Baum ein Faultier sitzt. Das ist mein erstes Faultier, welches ich in meinem Leben gesehen habe.Nun hat sich der Ausflug doch gelohnt. Ich folgte den Hinweisschildern zum Hafen und erreichte den falschen Hafen.Auch der Zweite war nicht der, an dem ich angekommen war. Nun musste ich den ganzen Weg zurueck zum Beach laufen und dann weiter zum richtigen Hafen. Mit 30minueter Verspaetung erreichte ich die Gruppe. Den letzten Schnorchelausflug liessen sie dann ausfallen. Am naechsten Morgen regnete es. Ich hatte mir vorgenommen, zum Playa Estrella zu fahren. Zum Glueck verschwanden die Regenwolken und ich konnte doch noch den Bus nach Boca del Drago nehmen. Nach einstuendiger Busfahrt kam ich an einem haesslichen Beach an. Ich wusste aber schon vorher, dass ich ca. 15 Minuten laufen muss, bis ich am Playa Estrella ankomme. Mit jedem Meter verschoenerte sich die Insel. Dann fand ich endlich die Seesterne. Sie schimmerten orange aus dem Wasser. Kurzzeitig kann man sie auch aus dem Wasser nehmen...
...und Faxen machen. Das Badevergnuegen war nicht sehr besonders. Der Boden war schlammig und ich musste aufpassen, nicht auf die Seesterne zu treten. Wahrscheinlich dem Naehrstoffangebot zu Folge, leben die Seesterne hier. Die Busse fuhren alle 2 Stunden wieder zurueck nach Bocas Town. Am fruhen Nachmittag deshalb fuhr ich auch schon wieder zurueck in die Stadt. Gemuetlich auf der Terrasse, fasste ich meinen Entschluss, wie ich nun nach Costa Rica einreisen werde. Ich musste meinen Plan aufgrund eines Gebirges ohne Strassen verwerfen. Es sollte nun mein letzter Tag in Panama sein, obwohl es in der Nacht......und am Morgen stark geregnet hatte und ich nicht kritschnass im Wssertaxi sitzen wollte. Am spaeten Morgen strahlte die Sonne mitten in einem blauen Himmel. Ohne Probleme nahm ich das Wassertaxi zum Festland. Ein Minibus stand fuer die letzten Passagiere (also mich) bereit. Ich stieg ein und fuhr erst nach David und dann zur Grenze Paso Canoas.

Montag, 3. Mai 2010

wieder zurueck in Panama City

Am 30. April kam ich mit dem Jeep gegen Mittag in meinem Hostel Luna's Castle an. Ich freute mich wirklich wieder in Panama City zu sein.
Oder vielleicht war mir die Stadt auch egal. Ich wollte ein richtiges Bett, eine Dusche und einen Supermarkt, in dem ich all die Produkte kaufen kann, die ich moechte. Meine telefonsiche Reservation hatte geklappt und ich bekam ein Bett im besten Raum (7) im Hostel. Gegenueber von meinem Bett befand sich ein Spiegel an der Wand. Etwas schuechtern schaute ich hinein. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie ich aussah. 6 Tage hatte meine Haut keinen Rasierer gesehen. So schlimm sah ich ja gar nicht aus. Meine Haut ist brauner und die Haare sind heller geworden. Dann schnappte ich mir frische Sachen und entfernte unter der Dusche die Salzkruste von meinem Koerper. Seit 6 Tagen hatte ich naemlich auch keine Dusche gesehen. Es war ein herrliches Gefuehl. Es hielt nicht lange an, da in Panama City 33 Grad Celsius sind. Gerne wuerde ich jetzt ins karibische Meer springen. Entweder, oder sage ich nur!?! Ich lief am Nachmittag zur Einkaufsstrasse, machte einige Besorgungen und goennte mir ein grosses Eis bei meiner Stammeisdiele. Im Supermarkt kaufte ich mir Lebensmittel und kochte mir ne riesengrosse Gemuesepfanne mit Kokosmilch.
Auf den Toiletten im Hostel lernte ich wieder eifrig mein Allgemeinwissen.Nach einer viel zu kurzen Nacht im Hostel checkte ich im Internet, bei Indymedia, ob der Naziaufmarsch am 1. Mai 2010 in Berlin Prenzlauer Berg geglueckt ist. Es freute mich sehr, dass tausende Menschen erfolgreich dagegen gekaempft haben. Richtig schockiert war ich einige Tage spaeter, als ich bei web.de persoenliche faschistische Meinungen lass, als ein Nazigegner von einem Polizisten ins Gesicht getreten wurde. In Panama City gibt es auch einen Tag der Arbeit. Die Demonstrationen fielen jedoch sehr klein aus.
Ich war auf dem Weg zum Busbahnhof, um mir ein Busfahrtticket zu Bocas del Toro zu kaufen. Tag der Arbeit bedeutet nicht, dass da auch gearbeitet wird. Erst um 13 Uhr sollte der Ticketschalter geoeffnet werden. Ich verbrachte die Wartezeit auf dem "Cerro Ancon". Von diesem Berg aus, hat man einen tollen Blick auf die Stadt. So habe ich es jedenfalls gehoert. Mit einem Taxi fuhr ich zum Berg. Ich hatte erwartet, dass man ganz gemuetlich hochlaufen kann. Doch es gab keine Wanderwege. Nur eine haessliche Strasse fuer Autos fuehrte hinauf. Als ich dann oben war, bekam ich keinen kompletten Rundumblick. Zaeune verhindern das Rumlaufen.

Neustadt

Altstadt

Ozeanfrachter, die zum Panama Kanal wollen
Ich wollte mich nicht zufrieden geben und versuchte einen anderen Weg/Ausblick zu finden. Dazu sprang ich ueber einen Zaun und kroch im Gebuesch herum. Die Baeume und Zweige verhinderten den Erfolg. Stattdessen fand ich nur einen tollen Frosch.
Wieder zureuck am Busbahnhof erwartete mich eine grosse Menschenschlange. Nach fast 45 Minuten warten, bekam ich endlich mein Ticket fuer den naechsten Tag. Im Hostel verbrachte ich erneut viel Zeit vor dem Computer und sortierte und bearbeitete all meine Fotos der letzten Wochen. Mit dem Taxi ging es dann am Sonntag abends zum Busbahnhof und fuhr ueber Nacht zum Archipiélago de Bocas del Toro.