Samstag, 18. September 2010

Abschied von Mexico City, Mexico & Amerika, Flug nach Jamaika

Nach 14 Monaten auf dem amerikanischen Kontinent, sagte ich am 17. September "Good Bye" zu Mexico City, Mexico und zu Amerika. Hasta Luego! Vom Amigo Hostel im Zentrum von Mexico City brauchte ich nur 30 Minuten bis zum Flughafen. Ich folgte auf dem Flughafen den Schildern in Richtung "internationale Fluege". Die Strecke zog sich ganz schoen hin. Als ich endlich ankam, fand ich keinen Check-in. Also fragte ich nach und erfuhr, dass ich zum Terminal 2 muss. Aber wo ist er? Ich sollte den ganzen Weg wieder zuruecklaufen. Diesmal rannte ich aber den Weg und fragte mich Stueck fuer Stueck durch. Schliesslich bekam ich einen roten Bus gezeigt, der zum Terminal 2 faehrt. Der Fahrer wollte aber einen Dollar von mir. Ich hatte nur noch 90 Minuten zum einchecken. Entweder bezahlen oder Flug verpassen?!? Also reichte ich ihm einen 50-Dollarschein. Das Wechselgeld wollte er mir aber in Pesos geben. Das wollte ich nicht, da sein Wechselkurs schlecht ist und ich keine Zeit habe, seine Pesos wieder in Dollar zu tauschen. Ich wurde immer nervoeser. Ich fragte ihn, in welche Richtung es denn zum Terminal 2 geht. Ich bekam keine Antwort. Nun wurde ich gereizt. Ich fragte eine Angestellte vom Flughafen, die fuer den Service der Passagiere zustaendig ist. Auch sie wollte mir keine Antwort geben und blieb stumm oder kicherte. Ich fragte sie erst hoeflich. Dann ernster und flehend. Zum Schluss schrie ich sie an, warum sie mir nicht einfach sagen kann, wie ich zum Terminal 2 komme. Ich wollte nicht meinen Flug verpassen! Doch sie kicherte nur. Ich liess sie links liegen und fragte jemand anderen. Der Mann zeigte mir eine Treppe, die zu einem Shuttelzug fuehrte. Der Flughafenzug ist schnell und kostenlos. Nun war mir einiges klar. Die Servicedame wollte oder konnte mir nicht Zug zeigen, weil sie dadurch ihrem Bekannten einen Kunden abgeworben haette. Nach einigem hin- und herrennen fand ich endlich den Check-in. Vollkommen angespannt reichte ich der Dame, hinter dem Schalter, meinen Reisepass. Ich habe damit gerechnet, dass sie mir nun sagt, dass ich zu spaet sei. Sie aber guckte einige Sekunden auf die Uhr und ueberlegte. Dann aber bekam ich meine Bordkarte und durfte meinen Rucksack aufgeben. Ich war gerade so noch im gruenen Bereich. Dass das meine letzten Minuten in Mexico waren, war mir bei all dem Stress nicht richtig bewusst.
Wehmuetig guckte ich ein letztes Mal auf den Boden......und dann ein letztes mal auf Mexico City. Mit Aeromexico flog ich erst 3,5 Stunden nach Miami, bevor es weitere 1,5 Stunden mit American Airline nach Kingston, Jamaica ging. Vom Fenster aus sah ich kleine paradiesische Inseln.

Waehrend des Fluges brachten sie eine Episode von:
Der Flug war entspannend und beruhigend.

Wirklich interessant wurde es, als ich das Festland von Miami sehen konnte.
Ab hier waren es nur noch wenige Kilometer bis zum Flughafen.Nun befand ich mich schon wieder auf amerikanischen Gebiet. Ich liess die ganze Sicherheits-Prozedur ueber mich ergehen. Nach kurzer Verweildauer bestieg ich die American Airline Maschine in Richtung Jamaica.
Die Skyline von Miami sah recht eindrucksvoll aus.

Als wir Cuba ueberflogen......pochte mein Herz etwas schneller. Erst nach Sonnenuntergang... ...landete ich in Jamaica und war bereit fuer ein Abenteuer der besonderen Art.

Ausflug zur ehemaligen Stadt Teotihuacan

Am 14. September machte ich einen Ausflug zur ehemaligen Stadt “Teotihuacán”. Die Ruinen befinden sich rund 45 Kilometer nordoestlich von Mexico City. Zwischen 100 und 650 nach Christus war Teotihuacán das dominierende kulturelle, wirtschaftliche und militaerische Zentrum Mesoamerikas. Auf dem Hoehepunkt ihrer Entwicklung besaß die Stadt moeglicherweise bis zu 200.000 Einwohner und war damit zu ihrer Zeit die mit Abstand groeßte Stadt des amerikanischen Kontinents und eine der groeßten Staedte der Welt. Ab etwa 650 begann ihr Einfluss zu schwinden. Um 750 wurde die Stadt schließlich aus noch nicht vollstaendig geklaerten Gruenden weitgehend verlassen. Die Azteken gaben den bereits seit mehreren Jahrhunderten verlassenen Ruinen den bis heute fortlebenden Namen “Teotihuacan”, was so viel bedeutet wie : “wo man zu einem Gott wird”. Teotihuacán gehoert seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Mit dem oeffentlichen Bus kommt man ganz einfach und guenstig zu den Pyramiden, wie sie eigentlich in Mexico genannt werden. Schon auf der Hinfahrt konnte ich die Pyramiden erblicken und sofort beeindruckt. Auf dem Weg zum Eingang zeigten einige Akrobaten wieder Kunststuecke auf einem hohen Pfahl.
Ich nutzte die Chance und liess die Leute hier stehen, damit ich an den Ruinen mehr Ruhe hatte. Als erstes schaute ich mir den Tempel des Quetzalcoatl, der “Gefiederten Schlange“ an. Er war von aussen abgeschirmt und ist vergleichbar mit der Verbotenen Stadt in Peking. Ueber die Strasse der Toten gelangte ich zur Sonnenpyramide.

Mit einer Grundflaeche von 222 mal 225 Metern, einer Hoehe von gut 65 Metern sowie einem Volumen von rund einer Million Kubikmetern ist sie die drittgroeßte Pyramide der Welt. Sie wurde um 100 nach Christus in einem Arbeitsgang errichtet und war damit das erste groeßere Gebaeude, das in Teotihuacán gebaut wurde. Schon auf dem Weg dort hin sah ich, dass seine Veranstaltung stattfand. In schoenen, lustigen Kostuemen liefen sie gruppenweise die Strasse der Toten ab.

Spaeter erfuhr ich, dass das die Generalprobe fuer den 200jaehrigen Unabhaengigkeitstag gewesen war. So hautnah werden die Leute am morgigen Tag nicht sehen koennen.

Mich trieb es aber erstmal auf die Pyramide. Ueber steile Stufen gelangte ich bis nach oben.

Der 360 Grad Rundumblick war wirklich bewaeltigen. Zum Gott bin ich aber trotzdem nicht geworden! Von hier oben aus hatte ich einen guten Ueberblick auf die Parade,…

...auf die Umgebung...

…und auf die Mondpyramide.

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Wieden unten angekommen, schaute ich mir nun die Parade an, lief neben ihr her und machte viele Fotos.




Die am noerdlichen Ende der Straße der Toten gelegene Mondpyramide entstand rund ein Jahrhundert nach der Sonnenpyramide. Bei einer Grundflaeche von 120 mal 150 Metern erreicht sie eine Hoehe von 46 Metern. Obwohl sie damit eigentlich kleiner ist als die Sonnenpyramide, liegt ihre Spitze mit der Spitze der Sonnenpyramide ungefaehr auf gleicher Hoehe, da die Mondpyramide auf einer kleinen Erhebung liegt. Sie soll praktisch von jedem Punkt in der Stadt aus sichtbar sein. . Mit der Architektur der Pyramide sollte demnach das Volk auch darauf hingewiesen werden, dass die Stadt als Ganzes eine Festung der Ordnung“ inmitten der chaotischen und ungeordneten Natur darstellte.Ich kletterte die Mondpyramide hoch und guckte diesmal in Richtung Sonnenpyramide.



Nach mehreren Stunden umherlaufen war ich muede und hungrig. Zum Museum lief ich nicht mehr. Hauptsaechlich aber, weil gerade jetzt in Berlin eine Teotihuacán-Ausstellung stattfindet. 450 Exponaten wurden nach Deutschland geschickt. Da reise ich nach Mexico, um mir die Pyramiden anzuschauen, dann sind sie in Berlin. Na schoen!