Montag, 29. September 2008

Australian Football League Finale in Melbourne

Am 27.09.2008 zur Mittagszeit war in Melbourne der Ausnahmezustand. The Melbourner Hawthorn Hawks and the Geelong Wild Cats standen im großen Finale der AFL.

Überall in der Stadt wurde am Samstag gefeiert. Die Pubsbesitzer versuchten mit allen Mitteln viele Gäste anzulocken. Bei uns im Bev and Mick’s gab es Freibier bis zum ersten Tor und ein kostenloses BBQ. In der Halbzeitpause fand ein Game im Hof statt. Der eine Ire im Borrat- Kostüm hatte die Menschenmenge hinter sich, doch er verlor kläglich. Sein Alkoholspiegel war schon ziemlich hoch. Die Hawks gewannen mit 115 zu 89 Punkten und löste ein Freudentaumel aus. Die Cats verzogen lautlos sich schnell unter Tränen. Normalerweise meide ich solche Saufevents, doch irgendwie war es ganz lustig. Ich war mit Tini, auch aus Berlin, im Biergarten und wir mischten uns unter die Leute. Der Alkohol floss im Strömen. Alte Vorurteile zu einigen Mitbewohnern wurden aus dem Weg geräumt. Als Tini „ausversehen“ einen Jug Bier von einem Pärchen mitgenommen hatte, wurde der Abend noch lustiger. Der Typ wollte sich die ganze Zeit künstlich aufregen, wurde aber durch uns immer wieder zum Schweigen gebracht. Als er meinte, dass wir Deutsche seinen und bla, bla, bla, meinte Tini, nein – wir kommen aus Italien. Er stand einfach nur mit geöffnetem Mund da und wusste nicht, was er sagen sollte. Jedenfalls sah Tini ihr Versehen schnell ein und kaufte dem Pärchen einen neuen Jug. Komischerweise wollten sie ihn nicht, sondern einen anderen. Sie dachten wohl, dass wir irgendetwas gemacht hätten, als wir mit dem Jug gemeinsam auf der Damentoilette waren. Schließlich kippten sie den ganzen Jug ins Blumenbeet und verlangten immer noch einen Jug. Als die beiden immer robuster und unfreudlicher wurden, schaltete sich der Typ vom Pub ein. Nach einem Gespräch mit ihm sind sie gegangen und ich habe sie nie wieder gesehen. Tini konnte sich am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern.

Dienstag, 29. Juli 2008

Wilson Promontory Nationalpark


Ganz im Süden von Viktoria erstreckt sich der Wilson Promontory Nationalpark. Mitten in der Nacht erreichte ich den Eingang vom Park. Der Ticketschalter war schon geschlossen, doch die Schranken waren offen. Also fuhr ich hinein. Im Scheinwerferlicht sah ich immer wieder kleine Gestalten. Die Gegend ist voller Wombats und Kängurus. Langsam fuhr ich den scheinbar endlosen Weg zur Campinganlage. Nach über 35 km Fahrt beschloss ich am nächsten Morgen nicht zum Eingang zurück zufahren, um ein Ticket zu kaufen. Das Auto habe ich irgendwo auf dem Campingplatz abgestellt und bin erst mal Schlafen gegangen. Es war eine bitterkalte Nacht und unter der Decke wurde es nur langsam wärmer. Am nächsten Morgen erkundete ich den Platz und stellte fest, dass es hier alles gibt: eine Tankstelle, einen Supermarkt, Restaurants und einen Touristeninformationsstand mit netten hilfsbereiten Damen. Zum Frühstück habe ich heimlicherweise Nudeln mit Tomatensoße gekocht. Dabei sollte ich nicht lange alleine bleiben. Bunte Vögel kamen angeflogen und wollten mein Nudeln probieren. Als ich es aber nicht zuließ, versuchte sich ein Vogel an meiner Gitarre. Dieser Angeber von Vogel brachte keinen Klang raus.

Gestärkt ging es dann auf einen langen Spaziergang. Auf der Halbinsel gibt es viele einsame, auch menschenleere Strände. Die Landschaft wirkt faszinierend. Es tut wirklich gut, die Naturgewalten an meinem Körper zu spüren. Die Sonne brennt auf meiner Haut, gleichzeitig weht der Wind eine kühle Meeresbriese. Nach mehreren Stunden und Kilometern wollte ich doch mal zurück. Vom Strand schlug ich mich zur Straße durch. Nach langer Zeit war mein Trampversuch von Erfolg gekrönt. Eine Familie brachte mich zum Campingplatz zurück. Jetzt im Winter geht die Sonne gegen 18 / 19 Uhr unter. Die Zeit bis zum Schlafen gehen verging nur langsam. Ein Wombat kam mich abends besuchen ...oder ich ihn?!? Diese kleinen fetten "Katzen" lassen sich gar nicht so einfach umschmeißen.



Am nächsten Morgen machte ich mich auf zum Mount Oberon. Es war kein schöner Tag. Der Himmel war bedeckt, es nieselte und es war kühl. Kaum auf dem Gipfel angekommen, fing es leicht an zu schneien. Die Aussicht war beeindruckend schön. Die Mühe hat sich gelohnt.



Wieder auf dem Boden angekommen, fuhr ich ein wenig im Nationalpark rum. Eine lange Wanderung an einem anderen Lockout Point wollte ich bei diesem Wetter nicht unternehmen. Also machte ich mich noch ein wenig im Bett gemütlich und tankte Kraft für die lange Fahrt zu Phillip Island.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Auf dem Weg zu Pebble Beach, zu den freilebenden Kängurus

An der Ostküste Nähe Batemans Bay befindet sich Pebble Beach, an dem freilebende Kängurus zu beobachten sind. Bis jetzt habe ich nur tote Kängurus am Wegesrand gesehen. Die Route zu Pebble Beach führte zufälligerweise zu den Jenolan Caves, an denen ich über Nacht geblieben bin. Zum Sunset habe ich zuvor eine Pause an einer Waldwiese gemacht und sah auf einmal mein erstes freilebendes Känguru. Es graste in den letzten warmen Sonnenstrahlen.

Die Jenolan Caves bestehen aus mehreren Höhlensystemen, von denen noch nicht alle erforscht sind. Die größten Systeme sind für Touristen zur Besichtigung freigegeben. Der Eintritt von 25 bis 38$ und die Tatsache, dass mir Höhlen schnell langweilig werden, bewegten mich, die Höhlen nicht zu besichtigen. Über Nacht blieb ich auf dem Parkplatz, falls ich meine Meinung doch noch ändern sollte. Im eisigen Auto trank ich Wein und hörte Musik. Am nächsten Morgen bin ich im Tageslicht rumgelaufen und habe die Gegend erkundet, bevor die Touristen scharenweise mit ihren Autos angefahren kommen. Über die kurvenreichen Straße ging es wieder raus aus dem Gebirge und weiter Richtig Osten. Ich bin den ganzen Tag gefahren und erreichte erst in der Nacht gegen 23 Uhr Pebble Beach. Ich war ganz alleine auf einem kleinen Parkplatz. Mit der Taschenlampe strahle ich etwas über den Beach und sah viele reflektierende Punkte. Der Beach war voller Kängurus. Ich wollte ihnen keine Angst einjagen, da sie in der Überzahl waren. Nach dem ich gekocht und gegessen hatte, ging ich schnell in mein kaltes Bett. Am nächsten Morgen wollte ich schnell zum Beach zurück. Leider waren keine Kängurus zu sehen, doch dann sah ich eines etwas entfernt grasen. Frühstück mit Kängurus.
Während ich mit meiner Kamera diesen Moment festhalten wollte, kamen noch wenige weitere Kängurus angehoppelt. Die Anderen habe ich schnell in der Nähe gefunden. Sie lagen alle faul auf einer Wiese und genossen die warmen Sonnenstrahlen.

Nach dem ich einen Sparziergang gemacht habe, sah ich schon von weitem, dass nun viele Touristen gekommen sind. Sie belagerten die Kängurus von allen Seiten und die Kängurus ließen sich sogar streicheln.

Von mir irgendwie nicht?!? Da wollte ich auch mal so ein Kuscheltier streicheln, doch dann biss mich dieses Monstertier in meinen rechten Daumen. Es sind eben doch keine Kuscheltiere. Normalerweise hätte ich sie nicht angefasst. Sie können auch richtig gut boxen! Abstand ist eher angebracht. Diese Kängurus am Pebble Beach wurden bestimmt zu oft gefüttert und suchen nur deshalb die Nähe zum Menschen… und umgekehrt. Ich bin noch lange am Strand geblieben und wollte eigentlich noch eine Nacht hier bleiben, doch dann kam der Ranger und hat mich vertrieben.