Am 4. April fand wieder ein Rockffestival in Melbourne statt. Ich hatte mir bei Ebay noch schnell eine Karte für das Virgin Festival ersteigert. Die Headline mit Razorlight, Madness, Kaiser Chiefs, Snow Patrol, The Killers und viele weitere Band war nicht schlecht. Trotzdem hatte sich meine Verahnung bestätigt, dass das ein voll kommerzielles Festival sein wird und dass es das schlechteste Festival in Melbourne ist. Mit dieser Meinung stand ich nicht alleine. Es gab nicht benügend Handzettel mit den Spielzeiten der Bands. Desweiteren gab es nicht genügend Toiletten. Riesige Schlagen standen vor den den wenigen Hütten.
Dumm nur für mich, als ich gezwungen wurde, meine 1,5 Liter geschlossene Wasserflasche auszutrinken oder zu entleeren. Die Hauptbands spielten zur gleichen Zeit auf unterschiedlichen Bühnen und überschnitten sich. Dadurch kam es immer wieder zu Konkurrenzkämpfen unter den Bands, die ihre Band als die Bessere ansah. Die Band „Children Collide“ spielte in einer geschlossenen Halle. Hunderte von Leuten wollten rein, doch die Halle war zu klein.
Vielleicht war sie doch nicht zu klein, wenn der VIP abgesperrte Bereich für alle zugänglich wäre. Ohne Erfolg etwas zusehen oder richtig zu hören, ging ich zu Razorlight.
Der Frontmann Johnny heizte das Publikum auf.
Nur eine junge Frau heizte Johnny auf, in dem sie ihre Brüste für ihn entblößte. Der Kameramann hatte sie dabei erwischt. Mit viel Spaß genoß ich das Konzert und machte meine ersten Tanzbewegungen auf diesem Festival. Die VIP- Leute hatten auch hier einen eigenen abgesperrten Bereich.
Dieser befand sich ganz am Ende. Sie sahen so midleiderregend aus. Leider konnte ich nicht das Ende von Razorlight sehen, da Madness, die ich unbedingt sehen wollte, 15 Minuten überschnitten. Madness sind ganz schön alt geworden. Sie machten eine super Show, so dass alle wie hypnotisiert tanzen mußten.
Die beiden Sänger machten ständig lustige Gägs. Das Publikum von Madness war durchschnittlich Mitte 30 bis 40. Der Sänger hatte auch eine Bemerkung parat, als er einen grauhaarigen Mann mit langen Haaren in der ersten Reihe stehen sah. Nichtsdestotrotz genoß ich das Konzert und sah endlich Madness live. Kaiser Chiefs machten auch eine gute Figur.
Der Sänger sprang von der einen Bühnenseite zur anderen. Die Stimmung steigerte sich immer weiter, besonders als er das Gerüst nach oben kletterte.
Wieder vorzeitig begab ich mich zu Snow Patrol. Die Bühnenshow wirkte im Dunkeln fabulös.
Es hatte etwas echt animalisches. Ich bin kein großer Fan, doch die Show war recht OK.
Sie spielten ihre bekanntesten Songs und luden zum Mitsingen ein. Von Minute zu Minute wurde es leerer zwischen den Reihen. Dadurch kam ich immer weiter nach vorne. Die Zuschauer strömten zu The Killers. Da half auch kein Bitten des Sängers die letzten beiden Songs abzuwarten. Durch die Halle...


...mit dem Stand der Gourmet Sausages nach deutschem Rezept...
...rannten die Leute zur anderen Bühne, um nicht viel von den Killers zu verpassen. Ich kam zu spät. Zehntausende von Zuschauern standen eng an eng. 
Schon negativ voreingenomme, fand ich die Liveshow nicht besonders und war froh, dass sie gleich am Anfang, von ihrer 90 minutigen Show, meine Lieblingslieder gespielt haben. Nach 30 Minuten war ich gegangen, um meinen letzten Abend noch mit Freunden zu genießen.


Der Anblick war beeindruckend. Es war einige riesige Halle und wir hatten wirklich die besten Karten genau vor der Bühne. Wie prevelegierte betraten wir den forderen abgesperrten Bereich und sahen zehntausende Zuschauer um uns herum.
Beim Auftritt von Kings of Leon fing es wieder an zu regnen. Nicht eingeschüchtert tanzten wir ausgelassen zur Musik und genossen das Festival. Die Band Jet hatten wir leider verpasst, da sie als erste Band auf dem Festival spielte. Sie mußten das Flugzeug nach Sydney erreichen, weil sie dort noch einen Liveauftritt hatten. Kings of Leon spielten nur einige Songs bei strömenden Regen.
Wir ließen uns nicht einschüchtern und hülten uns in unseren Regenjacken.
Die Gitarrenmusik von Paul Kelly war recht angenehm.
Bei strömenden Regen...
...spielte die HipHop Band Bliss n Eso...
...und später auch mit der Sängerin Paris Well.
Blitzartig gebremst wurde die Atmosphäre durch die Stimmungskiller- Countryband Kasey Chambers & Shane Nicholson with Troy Cassar-Daley.
Es war total langweilig. Nur noch wenige tanzten zur Musik und „alle“ hofften auf ein schnelles Ende. Wach wurden die Leute erst wieder bei der Band Liam Finn, die total durchgeknallt war und ist.
Er war auf der Bühne genau so, wie man sich ihn vorstellt: ruhig und schüchtern.
Nur mit einer Gitarre bewaffnet, bezauberte er die Leute bis in die letzen Reihen. Unerwartet überraschte Tony Hawks, der berühmte Skateboardfahrer, mit seiner Anwesenheit.
Er erzählte, dass er sich auch an der Aktion beteiligen möchte und kündigte dann ganz stolz die nächste Band an. Mit großem Applaus wurde die alte Band „Wolfmother“ begrüßt.
Die Zuschauer rasteten total aus und spragen um uns ganz wild herum. Endlich waren die ersten Crowd Surfer auf dem Festival sehen. Es machte riesigen Spass, von den anderen angesteckt zu werden. Gesteigert wurde nun die Stimmung durch eine Videoübertragung aus Sydney. Coldplay...
...sangen mit John Farham seinen bekannten Song: "You are the voice".
Nicht nur in Sydney sangen alle mit, wobei ich Gänsehaut bekam. Danach wurde Geschichte geschrieben. Noch nie hatte das englische Königshaus sein Beileid auf einem Rockfestival mitgeteilt. In den Nachrichten am nächsten Tag wurde immer wieder von diesem Ereignis berichtet. Via Videoleinwand richteten Prinz William und Prinz Harry ihre Videobotschaft zu den Brandopfern.
Sie bedauerten das Unglück und...keine Ahnung mehr. Ich war leider von ihrem lustigen Anblick zu sehr abgelenkt, so dass ich ihre Worte nicht aufnahm. Von Videobotschaften nicht genug, meldete sich Kylie Minogue live aus Sydney.
Sie forderte die Leute zu einer Schweigeminute auf. Blitzartig war eine gespenstige Ruhe in der Arena, in der über 80.000 Zuschauer waren. Ich empfand es unheimlich. Als die Minute zu Ende war, stand Kylie Minogue höchst persönlich auf der Bühne.
Ihr bekanntester Song ist: “Do you see, what I see?„ Das ist der Werbesong von der Spendenorganisation World Vision. Gegen Abend fror Hannah immer mehr. Da halfen auch keine warmen Pommes, die ich erfolgreich durch den Regen und durch die Mengen balancierte.
Die Sonne war schon lange unter gegangen und ihre Hosenbeine und ihre Schuhe waren klitschnass. Da mir die letzten Bands alle nichts sagten und ich großes Mitleid mit Hannah hatte, verliessen wir die Arena. Die beiden letzten Bands waren Split Enz und Midnight Oil. Bei der Band Midnight Oil spielte der australische Federal Environment Minister Peter Garrett mit. Noch nie in der Geschichte spielte ein australischer Minister in einer Rockband mit. Am nächsten Tag wurde ich mehrfach darauf angesprochen, wie ich die Band Midnight Oil auf dem Festival fand. Immer wieder mußte ich sagen, dass ich sie nicht gesehen habe. Wir fuhren mit dem Taxi ganz schnell nach Hause. Den Tag werde ich bestimmt nicht vergessen und vor allem Hannah nicht. Etwas bereuht habe ich den vorzeitigen Aufbruch am nächsten Tag, doch ändern kann ich es nicht mehr.