In der Innenstadt von Melbourne, umgeben von Wolkenkratzern, befindet sich der große Markt. Er befindet sich an dieser Stelle seit 1878. Davor war er u.a. der erste Melbourner Friedhof. Es befinden sich noch heute schätzungsweise 9000 Tote unter dem Markt. Am liebsten würden die Bauspekulanten den Markt abreißen lassen und einen weiteren Wolkenkratzer hin bauen, doch in der Statistik der am meisten gesuchtesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten befindet sich der Markt auf dem 2. oder 3. Platz. Das wäre genauso den Fernsehturm in Berlin abzureisen. Ich mag den Markt, weil ich dort günstig frisches Obst, Gemüse, Fisch und weitere Lebensmittel bekomme. Außerdem bieten viele Händler Restposten an, die günstiger sind, als im Laden. Aber nicht alles! Die Händler wissen, dass viele Besucher denken, dass alle Waren auf dem Markt günstig sind. Deshalb machen sie Preise eher hoch. Mit Verhandlungsgeschick lässt sich manchmal etwas am Preis machen. Die Australier handeln nicht gerne. So werde ich immer gleich als Nicht- Australier erkannt. Oder liegt es an meinem Akzent? Bei Obst und Gemüse sind die Preise billig und nicht günstig. Kiloweise verschimmelter Paprika bieten sie für 1 $ an. Oder die Früchte schmecken nicht besonders lecker. Das gilt besonders für die Erdbeeren. 500g Punnets, die wir für 5-6 $ verkaufen, gibt es auf dem Markt für1-2 $. Im Großen und Ganzen ist der Markt toll und ich bin gerne dort. Er gehört zu Melbourne und ich hoffe, dass die Toten weiter unter den Obst- und Gemüseständen ruhen können.
Dienstag, 11. November 2008
Montag, 27. Oktober 2008
Ausflug zu den High Mountains
Ein Sturm zerstörte die Erdbeerplantagen in Queensland, so dass es erst mal eine Auszeit gibt. Kommt mir auch ganz recht, da ich seit fast 14 Tage ohne Pause gearbeitet habe. Ich wollte einfach mal raus kommen.
Am 23. Oktober bin ich um 5 Uhr aufgestanden und bin in Richtung High Mountains gefahren. Die Straßen waren schön leer. Das war auch gut so, weil ich den Sonnenaufgang im Yarra- Valley nicht verpassen wollte. Leider war er nicht so eindrucksvoll rot, wie ich ihn vor ein paar Tagen erlebt habe. Eigentlich wollte ich den Ausblick auf dem Mount Evelyn genießen, doch ich habe nur das Ortsschild gefunden. Von ihm habe ich ein Foto gemacht. Als ich gerade zum Auto zurücklaufen wollte, sah ich, dass das Auto auf einmal anfängt zu rollen. Geistesgegenwertig sprang ich zur Tür, schloss die Tür auf und bediente die Bremse. Die Handbremse war gezogen, doch der Automatikschalter stand auf D und nicht auf P (P = Parken). Ich konnte gerade noch die Katastrophe abwenden. Nach dem Schreck ging es erst mal nach Eidon. Es ist ein kleiner Ort an einem schönen See. Ein entspannender Moment, bei dem ich das Frühstück genießen konnte. Die letzten Tage habe ich immer schnell im Stehen, bevor es zur Arbeit ging, gefrühstückt.
Am 23. Oktober bin ich um 5 Uhr aufgestanden und bin in Richtung High Mountains gefahren. Die Straßen waren schön leer. Das war auch gut so, weil ich den Sonnenaufgang im Yarra- Valley nicht verpassen wollte. Leider war er nicht so eindrucksvoll rot, wie ich ihn vor ein paar Tagen erlebt habe. Eigentlich wollte ich den Ausblick auf dem Mount Evelyn genießen, doch ich habe nur das Ortsschild gefunden. Von ihm habe ich ein Foto gemacht. Als ich gerade zum Auto zurücklaufen wollte, sah ich, dass das Auto auf einmal anfängt zu rollen. Geistesgegenwertig sprang ich zur Tür, schloss die Tür auf und bediente die Bremse. Die Handbremse war gezogen, doch der Automatikschalter stand auf D und nicht auf P (P = Parken). Ich konnte gerade noch die Katastrophe abwenden. Nach dem Schreck ging es erst mal nach Eidon. Es ist ein kleiner Ort an einem schönen See. Ein entspannender Moment, bei dem ich das Frühstück genießen konnte. Die letzten Tage habe ich immer schnell im Stehen, bevor es zur Arbeit ging, gefrühstückt.
Der nächste Zwischenstopp war in Glenrowan. In diesem Ort wütete die gefürchtete „Ned Kelly“ Bande . Der letzte Kampf fand in diesem kleinen Örtchen statt. Nach einem „fairen“ Gerichtsprozeß wurde er 1880 in Melbourne zum Tode verurteilt. Die ganze Geschichte habe ich einem eigenen Post gewidmet. Die Ned Kelly Legende lebt noch heute. Jedenfalls versucht die Stadt es mit einem Ned Kelly Autohandel, Museum, Weinladen, Hotel, Souvenirshop, Imbiss etc. Gleich nach dem Ortseingang steht eine riesige Ned Kelly Figur. Den Museumsbesuch habe ich geschwänzt, weil ich schon einiges darüber gelesen habe. Nach stundenlanger Weiterfahrt habe ich den Ort Mt. Beauty erreicht. Von hier aus ging es dann über eine kurvenreiche Strecke hoch in die Berge. Die Vegetation sieht skurril aus, weil die ganzen Bäume nur grau und abgestorben sind. Ein Brand scheint die Ursache zu sein. Auf der Spitze befindet sich Falls Creek, ein Skiort mit Skipisten und –lifte. Ein Gletschersee gibt der monotonen Landschaft einen romantischen Charme. Genau richtig zum Sonnenuntergang erreichte ich einen Lookout point und genoss das Schauspiel. Neben der Straße fand ich einen Platz zum Übernachten. Mein Herz pochte immer stärker, als ich im Dunkeln Autos ankommen sah. Doch alle fuhren vorbei. Es hätte jedesmal der Park Ranger seien können. Der nicht geschmolzene Schnee von der letzten Saison neben meinem Auto hätte mir sagen sollen, dass es hier verdammt kalt ist. Der Wein wärmt nur kurz und macht mich eher betrunken. Unter meinen 3 Decken wurde mir einfach nicht warm. Ich hatte 3 paar Jacken und Socken an. Egal, da auch diese Nacht vorüber gehen wird. Dieser verdammt schöne Sternenhimmel ließ mich die Kälte vergessen. Am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang waren die Autoscheiben von Eis bedeckt. Die Sonne hüllte die eisige Landschaft mit dem See in ein schönes Orange.
Ich konnte mich nicht überwinden aufzustehen, so dass ich nochmal unter die Decken schlafen ging. Gegen 11.30 Uhr dann bin ich aufgewacht und fühlte mich kraftvoller, den Tag anzugehen. Nach dem Frühstück mit heißem Tee wollte ich einen Berg besteigen. Die Wegweiser gaben immer andere Wege an. Eine Karte hatte ich nicht dabei. Jedenfalls habe ich mich im nirgendwo niedergelassen (siehe Panoramafoto) und habe auf meiner Gitarre der Stille einen Gegenpol gegeben.
Über eine Abkürzung, einem Sprung über einen Fluß, kam ich wieder am Hauptweg an und bin mit dem Auto zu einem anderen Aussichtspunkt gefahren. Passend zur trostlosen Gegend spielte ich die Songs von Björk im Radio ab. In der Wintersaison sind diese Wege vollkommen verschneit und die Skihasen feiern Après Ski. Kaum habe ich das Hochland über die kurvenreichen Straßen verlassen, wurde es immer wärmer. Ich riß die Klamotten von meinem Körper. Es half kaum, ich verfloss im Auto. Für die 3 Mädels im Guesthouse habe ich noch 1 kg Natur- Honig gekauft, bevor es zur fast 300 km weiten Fahrt nach Melbourne ging. Im Dunkeln erreichte ich Melbourne und konnte von weiten schon die Skyline sehen.
Die Ned Kelly Story

Ned Kelley ist wegen seines Widerstandes gegen die britischen Kolonialbehörden ein Volksheld und wird noch nach über 125 Jahren vor allem in Australien verehrt. Ned Kelly wurde 1855 in Beveridge (Victoria, Nähe Melbourne) geboren. Als Schulkind rettete er unter Einsatz des eigenen Lebens einen Jungen vor dem Ertrinken. Mit 12 Jahren verstarb sein Vater, so dass er die Schule verlassen musste, um die Familie, die jetzt nach Glenrowan zog, zu unterstützen. 1869 wurde Ned als 14-Jähriger wegen eines Überfalls auf den chinesischen Schweinezüchter Ah Fook und seiner Komplizenschaft mit dem Straßenräuber Harry Power eingesperrt. Er wurde nicht schuldig gesprochen, aber 1870 erneut wegen eines Überfalls festgenommen und zu sechs Monaten zu Zwangsarbeit verurteilt. Drei Wochen nach seiner Freilassung wurde er wegen angeblichen Pferdediebstahls verhaftet und wurde zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Neds Mutter Ellen erregte die „Aufmerksamkeit“ des Polizisten Alexander Fitzpatrick, der sie 1878 überfiel. Fitzpatrick beschuldigte Ned des versuchten Mordes, woraufhin Ned untertauchte. Als die Polizei Ned im Oktober schließlich fand, töteten er und seine Mittäter drei Polizisten. Er konnte entfliehen und überfiel im Februar 1879 zwei Banken. Von dem erbeuteten Geld ließ er eine Metallrüstung anfertigen. Diese Rüstung wurde später sein Markenzeichen. Nach Tätlichkeiten gegen einen Polizisten wurden er und seine Bande von Soldaten aufgespürt; nur ein Soldat überlebte die nachfolgende Schießerei. Kelly verfasste einen ausführlichen Brief an die Öffentlichkeit, in dem er seine Aktionen darstellte, sowie die Behandlung seiner Familie und die Behandlung der irischen Katholiken durch die Polizei der englischen und irischen Protestanten. Der so genannte Jerilderie-Brief erwägt die Möglichkeit des Aufstandes, nicht nur in Australien, sondern auch in den Vereinigten Staaten und in Irland, gegen das, was er als grobes Unrecht ansah. Im Juli 1880 entdeckte die Polizei in Glenrowan seine Spur wieder. Im Gefecht nahm er im Hotel Geiseln. Bei der folgenden Schießerei mit der Polizei wurde Ned am Bein verwundet. Er überlebte, kam vor Gericht, wurde zum Tod verurteilt und am 11. November im Old Melbourne Gaol gehängt. Dem Richter, Redmond Barry, der ihn bereits in anderen Verfahren verurteilt hatte, kündigte Ned Kelly unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, dass er ihn bald wieder sehen würde. Barry starb zehn Tage später an einer Lungenentzündung.
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