Montag, 27. Oktober 2008

Die Ned Kelly Story


Ned Kelley ist wegen seines Widerstandes gegen die britischen Kolonialbehörden ein Volksheld und wird noch nach über 125 Jahren vor allem in Australien verehrt. Ned Kelly wurde 1855 in Beveridge (Victoria, Nähe Melbourne) geboren. Als Schulkind rettete er unter Einsatz des eigenen Lebens einen Jungen vor dem Ertrinken. Mit 12 Jahren verstarb sein Vater, so dass er die Schule verlassen musste, um die Familie, die jetzt nach Glenrowan zog, zu unterstützen. 1869 wurde Ned als 14-Jähriger wegen eines Überfalls auf den chinesischen Schweinezüchter Ah Fook und seiner Komplizenschaft mit dem Straßenräuber Harry Power eingesperrt. Er wurde nicht schuldig gesprochen, aber 1870 erneut wegen eines Überfalls festgenommen und zu sechs Monaten zu Zwangsarbeit verurteilt. Drei Wochen nach seiner Freilassung wurde er wegen angeblichen Pferdediebstahls verhaftet und wurde zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Neds Mutter Ellen erregte die „Aufmerksamkeit“ des Polizisten Alexander Fitzpatrick, der sie 1878 überfiel. Fitzpatrick beschuldigte Ned des versuchten Mordes, woraufhin Ned untertauchte. Als die Polizei Ned im Oktober schließlich fand, töteten er und seine Mittäter drei Polizisten. Er konnte entfliehen und überfiel im Februar 1879 zwei Banken. Von dem erbeuteten Geld ließ er eine Metallrüstung anfertigen. Diese Rüstung wurde später sein Markenzeichen. Nach Tätlichkeiten gegen einen Polizisten wurden er und seine Bande von Soldaten aufgespürt; nur ein Soldat überlebte die nachfolgende Schießerei. Kelly verfasste einen ausführlichen Brief an die Öffentlichkeit, in dem er seine Aktionen darstellte, sowie die Behandlung seiner Familie und die Behandlung der irischen Katholiken durch die Polizei der englischen und irischen Protestanten. Der so genannte Jerilderie-Brief erwägt die Möglichkeit des Aufstandes, nicht nur in Australien, sondern auch in den Vereinigten Staaten und in Irland, gegen das, was er als grobes Unrecht ansah. Im Juli 1880 entdeckte die Polizei in Glenrowan seine Spur wieder. Im Gefecht nahm er im Hotel Geiseln. Bei der folgenden Schießerei mit der Polizei wurde Ned am Bein verwundet. Er überlebte, kam vor Gericht, wurde zum Tod verurteilt und am 11. November im Old Melbourne Gaol gehängt. Dem Richter, Redmond Barry, der ihn bereits in anderen Verfahren verurteilt hatte, kündigte Ned Kelly unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, dass er ihn bald wieder sehen würde. Barry starb zehn Tage später an einer Lungenentzündung.

Dienstag, 21. Oktober 2008

I’m the Strawberry Man!

Ich habe jetzt einen lustigen Job gefunden. I’m the strawberry man! Ich bin über das Geheimnis gestoßen, warum 3 Leute aus meinem Guesthouse manchmal Erdberren verschenken. In einem richtigen Moment, als sie Unterstützung brauchten, bin ich zum Team gestoßen und konnte mich gleich am ersten Tag behaupten. Nun gehöre ich zur „Erdbeergang“! Kein Passant ist vor mir sicher. Das Verkaufen dauert nur wenige Stunden, aber das frühe Aufstehen und zur Farm fahren nervt manchmal. Doch der Sonnenaufgang im Yarra Valley kann etwas entschädigen. Die frischen Erdbeeren werden vom Feld abgeholt und dann immer zu verschiedenen Orten gebracht. Bei guter Qualität und richtigen Ort reißen sie und die Punnets (500 – 600 g Erdbeerpackung) aus den Händen. Fast jedesmal werde ich gefragt, was für einen Akzent ich habe. Dabei entstehen oft tolle Gespräche und Einladungen zum Kaffee und Kuchen. Besonders lustig ist das Repacking. Wenn die Erdbeeren matschig (squishy) oder verschimmel (mouldy) sind, dann müssen wir die guten und die schlechten aussortieren. Bei den matschigen Erdbeeren kann ich das Gemansche verstehen, doch bei den verschimmelten gar nicht. Wenn in einer Punnet so gut wie alle Erdbeeren einen grauen Rasen besitzen, dann ist sicher, dass auch die anderen kontaminiert sind. Die Pilz- Hyphen und Kolloide sind nur noch nicht sichtbar. Warum es manchmal lustig ist? Wir sitzen auf dem Gehweg mit Kiloweise verschimmelten Erdbeeren und lassen die besonders matschigen aus hoher Luft auf den Boden zerschellen und geben uns Punkte für die Präsentation. Oder machnachmal sind wir beim Repacking und werden immer wieder von Leuten unterbrochen, weil sie uns Erdbeeren abkaufen wollen. Ich werde es nie verstehen, wie man die Berge von verschimmelten Erdbeeren nicht sehen kann oder nicht sehen will. Aber bestimmt ist es Normalität? Wir als Ottonormalverbrauchen sehen es ja auch nicht, wenn wir Obst und Gemüse im Supermarkt kaufen. Wenn die Repacking Arbeit vollrichtet ist, dann begeben wir uns mit unseren roten Fingern zum Verkauf. Die Kunden denken dann, dass wir die Erdbeeren selber gepflückt haben.

Freitag, 3. Oktober 2008

Theaterstück: Hitlerhoff


Am 1. Oktober schaute ich mir das Theaterstück „Hitlerhoff“ beim Melbourner Art- Festival an. Es war eine Mischung aus David Hasselhoff und Adolf Hitler.

Von der Idee her klingt es sehr langweilig und abstrus. Doch das Stück, welches jedes Mal ausverkauft war, ist total lustig. Ich bin durch Tini, einer Berliner, die ich im Hostel kennengelernt habe, auf das Stück gestoßen. Aus verschiedenen Gründen wollte ich ihr eine außergewöhnliche Freude bereiten. Am nächsten Tag habe ich meine selber gemachten und ausgedruckten Fotos signieren lassen.
So kam ich in Kontakt mit allen Schauspielern und sogar mit dem Regisseur Tom Doing. Er will sein Stück am liebsten auch in Deutschland aufführen. Wird sich zeigen, ob er es schaffen wird.