Ich habe jetzt einen lustigen Job gefunden. I’m the strawberry man! Ich bin über das Geheimnis gestoßen, warum 3 Leute aus meinem Guesthouse manchmal Erdberren verschenken. In einem richtigen Moment, als sie Unterstützung brauchten, bin ich zum Team gestoßen und konnte mich gleich am ersten Tag behaupten. Nun gehöre ich zur „Erdbeergang“! Kein Passant ist vor mir sicher. Das Verkaufen dauert nur wenige Stunden, aber das frühe Aufstehen und zur Farm fahren nervt manchmal. Doch der Sonnenaufgang im Yarra Valley kann etwas entschädigen. Die frischen Erdbeeren werden vom Feld abgeholt und dann immer zu verschiedenen Orten gebracht. Bei guter Qualität und richtigen Ort reißen sie und die Punnets (500 – 600 g Erdbeerpackung) aus den Händen. Fast jedesmal werde ich gefragt, was für einen Akzent ich habe. Dabei entstehen oft tolle Gespräche und Einladungen zum Kaffee und Kuchen. Besonders lustig ist das Repacking. Wenn die Erdbeeren matschig (squishy) oder verschimmel (mouldy) sind, dann müssen wir die guten und die schlechten aussortieren. Bei den matschigen Erdbeeren kann ich das Gemansche verstehen, doch bei den verschimmelten gar nicht. Wenn in einer Punnet so gut wie alle Erdbeeren einen grauen Rasen besitzen, dann ist sicher, dass auch die anderen kontaminiert sind. Die Pilz- Hyphen und Kolloide sind nur noch nicht sichtbar. Warum es manchmal lustig ist? Wir sitzen auf dem Gehweg mit Kiloweise verschimmelten Erdbeeren und lassen die besonders matschigen aus hoher Luft auf den Boden zerschellen und geben uns Punkte für die Präsentation. Oder machnachmal sind wir beim Repacking und werden immer wieder von Leuten unterbrochen, weil sie uns Erdbeeren abkaufen wollen. Ich werde es nie verstehen, wie man die Berge von verschimmelten Erdbeeren nicht sehen kann oder nicht sehen will. Aber bestimmt ist es Normalität? Wir als Ottonormalverbrauchen sehen es ja auch nicht, wenn wir Obst und Gemüse im Supermarkt kaufen. Wenn die Repacking Arbeit vollrichtet ist, dann begeben wir uns mit unseren roten Fingern zum Verkauf. Die Kunden denken dann, dass wir die Erdbeeren selber gepflückt haben.
Dienstag, 21. Oktober 2008
Freitag, 3. Oktober 2008
Theaterstück: Hitlerhoff

Am 1. Oktober schaute ich mir das Theaterstück „Hitlerhoff“ beim Melbourner Art- Festival an. Es war eine Mischung aus David Hasselhoff und Adolf Hitler.



Montag, 29. September 2008
Australian Football League Finale in Melbourne
Am 27.09.2008 zur Mittagszeit war in Melbourne der Ausnahmezustand. The Melbourner Hawthorn Hawks and the Geelong Wild Cats standen im großen Finale der AFL.
Überall in der Stadt wurde am Samstag gefeiert. Die Pubsbesitzer versuchten mit allen Mitteln viele Gäste anzulocken. Bei uns im Bev and Mick’s gab es Freibier bis zum ersten Tor und ein kostenloses BBQ. In der Halbzeitpause fand ein Game im Hof statt. Der eine Ire im Borrat- Kostüm hatte die Menschenmenge hinter sich, doch er verlor kläglich. Sein Alkoholspiegel war schon ziemlich hoch. Die Hawks gewannen mit 115 zu 89 Punkten und löste ein Freudentaumel aus. Die Cats verzogen lautlos sich schnell unter Tränen. Normalerweise meide ich solche Saufevents, doch irgendwie war es ganz lustig. Ich war mit Tini, auch aus Berlin, im Biergarten und wir mischten uns unter die Leute. Der Alkohol floss im Strömen. Alte Vorurteile zu einigen Mitbewohnern wurden aus dem Weg geräumt. Als Tini „ausversehen“ einen Jug Bier von einem Pärchen mitgenommen hatte, wurde der Abend noch lustiger. Der Typ wollte sich die ganze Zeit künstlich aufregen, wurde aber durch uns immer wieder zum Schweigen gebracht. Als er meinte, dass wir Deutsche seinen und bla, bla, bla, meinte Tini, nein – wir kommen aus Italien. Er stand einfach nur mit geöffnetem Mund da und wusste nicht, was er sagen sollte. Jedenfalls sah Tini ihr Versehen schnell ein und kaufte dem Pärchen einen neuen Jug. Komischerweise wollten sie ihn nicht, sondern einen anderen. Sie dachten wohl, dass wir irgendetwas gemacht hätten, als wir mit dem Jug gemeinsam auf der Damentoilette waren. Schließlich kippten sie den ganzen Jug ins Blumenbeet und verlangten immer noch einen Jug. Als die beiden immer robuster und unfreudlicher wurden, schaltete sich der Typ vom Pub ein. Nach einem Gespräch mit ihm sind sie gegangen und ich habe sie nie wieder gesehen. Tini konnte sich am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern.
